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UBP: ESG ist der Schlüssel für eine differenzierte Anlagestrategie

Wie der Schweizer Vermögensverwalter Union Bancaire Privée (UBP) eine Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Schwellenländeranleihen umsetzt, erklärt UBPs Head of Emerging Markets Fixed Income, Dennis Girault.

Denis Girault Head of Emerging Markets Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP)
Denis Girault, Union Bancaire Privée (UBP)
© UBP

Emittenten aus Schwellenländern stehen bei der Erfüllung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) oft vor größeren Herausforderungen als ihre Pendants aus Industrieländern, schreibt Denis Girault Head of Emerging Markets Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP), in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag.

Girault weist darauf hin, dass bei staatlichen Emittenten der Durchschnitt der ESG-Ratings in den Schwellenländern nach MSCI mit 5,31 besonders niedrig ist, verglichen mit 7,06 für die entwickelten Märkte.

"Einige Regionen schneiden besser ab als andere, aber im Großen und Ganzen gibt es noch großes Entwicklungspotenzial. Investoren sollten bei der Auswahl ihrer Anlagen in Schwellenländern stärker auf ESG-Faktoren achten", betont Girault.

Die Unterschiede in Bezug auf die Effektivität der Regierung, die Einhaltung der Menschenrechte und die Gefährdung durch Umweltveränderungen seien auch zwischen den Ländern innerhalb des EM-Universums ausgeprägter als zwischen den Industrienationen. 

Lokalwährungsanleihen - das Gleiche in Grün
Lokalwährungsanleihen eignen sich aufgrund der Existenz von Green, Social und Supranational Bonds in lokaler Währung besonders gut für nachhaltige Investitionen. Wer Staatsanleihen gegen diese Instrumente aus Ländern mit ESG-Aufholpotenzial tauscht sorgt dafür, dass die Erlöse für nachhaltige Zwecke verwendet werden, was die Nachhaltigkeitseigenschaften des Portfolios verbessert, ohne dabei die Performance zu beeinträchtigen, merkt Girault an.

Marktwachstum
Der Markt wächst und es betreten eine Reihe neuer Emittenten – Kolumbien hat zum Beispiel vor ein paar Wochen seinen ersten Green Bond begeben – das Parkett.  Das bietet institutionellen Investoren alternative Möglichkeiten zur Finanzierung von Emittenten in Schwellenländern mit schwächerer ESG-Bilanz. Die Erlöse aus dieser Art von Anleihen werden für bestimmte Projekte eingesetzt. So ist das kolumbianische Finanzministerium verpflichtet, innerhalb eines Jahres nach der Emission und dann jährlich Berichte auf seiner Website zu veröffentlichen, bis die Erlöse aus der grünen Anleihe vollständig ihrem Bestimmungszweck zugeführt wurden.

Gezieltes Währungsexposure
Supranationale Emittenten können auch dazu beitragen, den Einsatz von Kapital in schwierigeren Märkten zu verbessern, indem sie Anleihen ausgeben, die auf bestimmte Projekte ausgerichtet sind, z.B. auf die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawandel. Diese Anleihen lauten auf lokale Währungen und weisen daher ähnliche Risiken auf wie lokal denominierte Staatsanleihen.

Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) ist ein Paradebeispiel für einen supranationalen Emittenten, der Engagements in spezifischen Projekten in einigen der Länder mit den größten ESG-Problemen anbietet. Zu den förderungswürdigen Projekten im Rahmen der Green Bonds der ADB gehören Projekte, die auf eine Verringerung der Treibhausgasemissionen oder die Beseitigung von Treibhausgasemissionen aus der Atmosphäre abzielen, sowie Projekte, die die Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels verringern und die Verbesserung der Adaptionsfähigkeit verbessern.

Relative ESG-Qualität und Trend sind entscheidend
Um ein genaues Bild des ESG-Qualitätsniveaus eines jeden Emittenten zu ermitteln, muss man eine Reihe an Faktoren analysieren, erkärt Girault. UBPs Ranking-Methode unterscheidet stark zwischen Ländern, die positive ESG-Merkmale aufweisen, und solchen, die dies nicht tun. "Während sich viele Investoren dafür entscheiden, die zweite Kategorie auszuschließen, haben wir uns stattdessen dafür entschieden, in jene Währungen zu investieren, in denen sich positive Renditen durch supranationale Emittenten, Social und Green Bonds zu erwarten sind. So lässt sich weiterhin in Länder investieren, bei denen es eine positive Renditeerwartung gibt, und gleichzeitig die Erträge der Investitionen kontrollieren", erklärt Girault.

Finanzielle Inklusion
So lassen sich diese Länder auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützen, anstatt sie weiter von Finanzierungszuflüssen auszuschließen. Wichtig ist aus UBPs Sicht, die ESG-Qualität von Schwellenländern in den Kontext des jeweiligen Wohlstands zu stellen, damit ärmere Länder nicht für ihr geringeres Entwicklungsniveau bestraft werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das Momentum zu betrachten und die Werte der Länder, die sich in die richtige Richtung bewegen, zu erhöhen. Governance-Aspekte sollten dabei die größte Rolle spielen, sind sie doch ein Indikator für die Ernsthaftigkeit der Nachhaltigkeitsagenda eines Landes.

Grün oder draußen
Diejenigen Staaten, die zu den untersten 33 Prozent von UBPs Universum gehören, können nicht in Form von direkten Staatsanleihen oder Derivaten investiert werden. "Sollten wir stattdessen ein Währungsengagement in diesen Märkten anstreben, würden wir dies nur über Social Bonds, Green Bonds oder supranationale Anleihen tun, bei denen Transparenz und Kontrolle über die Erlöse besteht. So lässt sich ein Portfolio mit einem verbesserten Nachhaltigkeitsprofil aufbauen, ohne die Rendite der Anleger zu beeinträchtigen – eine seltene Win-Win-Situation", erklärt Girault abschließend. (aa)

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