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Fünf Wege, um in Medizin, Pharma und Gesundheit zu investieren

Mit der Corona-Pandemie ist unter anderem die Gesundheitsbranche bei Investoren verstärkt in den Fokus gerückt. Über welche Assetklassen sich entsprechende Titel abbilden lassen, skizziert die auf den Healthcare-Sektor spezialisierte Investmentgesellschaft SHS in Tübingen.

Hubertus Leonhardt
Hubertus Leonhardt, Geschäftsführer der Tübinger SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement: "Wer Exposure im Gesundheitsmarkt sucht, ist mit einem Mix aus Public und Private Assets am besten beraten."
© SHS

Nicht zuletzt aufgrund der Covid-Pandemiebekämpfung gelten Healthcare- und Medizintechnik-Technologien als besonders chancenreich. "Blickt man allein auf die Entwicklung der Indizes, so spricht einiges für eine leichte Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt", ist sich Hubertus Leonhardt, Geschäftsführer der Tübinger SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, sicher. In der Zehn-Jahres-Bertrachtung hat der DAX Pharma & Healthcare-Index um rund 122 Prozent zugelegt, bei einer Volatilität von circa 19 Prozent", so Leonhardt. Der DAX habe im gleichen Zeitraum eine Wertsteigerung von etwa 96 Prozent bei einer Volatilität von circa 19,5 Prozent verzeichnet.

Große Rücksetzer habe es während der Corona-Krise gegeben, die sich auf einzelne Healthcare-Subindustrien sehr unterschiedlich ausgewirkt habe, sowie während des aktuellen Ukraine-Konflikts. "Angesichts demografischer Verschiebungen – mit älter werdenden Bevölkerungen in den meisten Industrieländern und einem steigenden Anteil medizinischer Ausgaben am BIP – bleibt das Thema dennoch aktuell", so Leonhardt und skizziert die fünf wichtigsten Anlageformen, mit denen professionelle Investoren in den Gesundheitssektor einsteigen und an Trends partizipieren können.

"Die Gesundheitsbranche gilt als relativ konjunkturrobust und wenig schwankungsanfällig", so Leonhardt. "Unsere Liste soll Anlegern dabei helfen, Investments gezielt nach eigenem Profil zu selektieren und Enttäuschungen durch Fehlallokationen zu vermeiden."

  • Direkte Beteiligung: 
    Bei einem Direkteinstieg in ein aussichtsreiches Unternehmen der Gesundheitsbranche stehen hohen Renditeaussichten ebenso hohe Risiken gegenüber. Totalverluste sind möglich, Gelder sind oftmals über längere Zeiträume gebunden. Professionelle Anleger, die Eigenkapitalinvestments in Form von Direktbeteiligungen tätigen, verfügen in der Regel über spezialisierte Inhouse-Teams mit Due Diligence- und Sektor-Erfahrung. Schaue man neben Buy-Out-Beteiligungen auf den Bereich Wagniskapital so dürfte klar sein, dass sich nicht jedes Unternehmen, das zur Marktreife gebracht wird, zu einem "Einhorn" entwickle, also einer Firma mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Unter den etwas mehr als 20 Einhörnern, die die Marktanalysten von CB Insights für Deutschland zählen, würden sich derzeit kaum Vertreter der Healthcare-Branche finden.
  • Private Equity 
    Mit Private Equity stehe ein weiterer außerbörslicher Weg offen, um technologiegetriebene Healthcare-Geschäftsfelder zu erschließen. Wer investieren wolle, könne sich entweder an spezialisierte Branchenanleger, sogenannte Single Private Equity-Funds, wenden, die zumeist in 10 bis 20 Unternehmensbeteiligungen engagiert sind, oder an solche, die über Fund of Funds den Healthcare-Markt – ausschließlich oder neben anderen Themen und Branchen – abdecken. "Bei Investitionen in Dachfonds sollten Anleger den Grad der Erreichung des Allokationsziels genau im Blick behalten sowie die durch die zusätzliche Managementebene anfallenden doppelten Gebührenstrukturen", ergänzt Leonhardt. Auf Biotech und Healthcare würden in Europa derzeit etwa 15 Prozent aller Private Equity-Fondsaktivitäten entfallen. Der PE-Portfolioanteil bei Altersvorsorgeeinrichtungen, Lebensversicherern und vermögende Familien wachse, der Zugang erfordere in der Regel aber Anlagesummen ab dem siebenstelligen Bereich. "Im Idealfall erwirtschaftet ein Private Equity-Fonds eine Überrendite gegenüber Public Assets und erhöht die Diversifikationswirkung im Gesamtportfolio", so Leonhardt. Dafür müsse der Investor hinnehmen, dass die Papiere nicht jederzeit ohne Wertabschlag an Dritte veräußert werden können. Zudem seien mittlere bis längere Laufzeiten und Einschränkungen bei der Plan- beziehungsweise Prognostizierbarkeit der Zahlungsströme typisch.
  • Einzelne Aktien 
    Alleine in DAX und MDAX finden sich wenigstens 13 Werte, die im weiteren Sinne in den Bereich Gesundheitsaktien und Pharma fallen. Allerdings sei der Anteil mit Schwerpunkt Chemie hoch. Die Anzahl genuiner Healthcare-IPOs inklusive SPACs sei in Deutschland überschaubar. "Es sind oftmals die mittelständisch geprägten, innovativen Unternehmen der Life Science-Branche, die zu den 'Hidden Champions' gehören", so Leonhardt, der die Medizintechnik als Beispiel nennt. Hier liege Deutschland mit mehr als 1.200 Patenten weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Wer in deutsche oder globale Einzeltitel anlege, wolle in der Regel besser abschneiden, als die entsprechende Healthcare-Benchmark und sehr gezielt Anlagechancen verfolgen. "Dabei nimmt man auch die Gefahr höherer Schwankungsbreiten in Kauf", so Leonhardt. "Neben Renditepotenzialen liegt der Vorteil für Stockpicker in der Liquidität der gehandelten Werte. Zudem sind Health-Aktien mit Derivatestrategien gut flankierbar." Als Handelsmodelle haben sich laut dem SHS-Experten bei vielen professionellen Investoren sogenannte Managed Accounts etabliert. Aufgrund der Anlageverordnungen dürfen einige Pensionskassen und Kapitalsammelstellen gemäß Risikokapitalquoten aber nur in begrenztem Umfang in Aktien investieren.
  • Aktiv gemanagte Aktienfonds 
    Aktiv gemanagte Healthcare-Investmentfonds streben laut Leonhardt einen Mehrertrag gegenüber der allgemeinen Branchenentwicklung an, sie wollen Alpha generieren. "Liquide Aktienfonds punkten im Vergleich zu Einzeltiteln mit einer breiteren Diversifizierung und einem potenziell vorhandenen Schutz gegen Drawdowns in fallenden Märkten", erklärt der SHS-Geschäftsführer. Die Kehrseite seien jedoch die Kosten, die sich unter anderem aus Agio, Managementgebühren und in einigen Fällen sogar Gewinnbeteiligungen zusammensetzen. Diese Schmälerung der Rendite lasse sich dort schwer rechtfertigen, wo aktive Fonds den Gesundheitssektor-Index, an dem sie sich orientieren, nicht schlagen. "Während Privatanlegern meist nur der Discount beim Ausgabeaufschlag als Hebel zur Verfügung steht, können professionelle Investoren die Kosten signifikant senken", so Leonhardt. "Für sie gelten, oftmals gestaffelt ab bestimmten Anlageschwellen, institutionelle Anteilsklassen und Fondstranchen für ausschüttende und thesaurierende Healthcare-Fonds."
  • Healthcare-ETFs 
    Mit an der Börse gehandelten Indexfonds (ETFs) suche der Investor die auf die Healthcare-Branche bezogene Marktrendite und das entsprechende Risiko (Beta). Das in ETFs angelegte Vermögen ist sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern in den letzten Jahren signifikant gewachsen. Neben dem eingangs erwähnten DAX Pharma & Healthcare-Index könne über ETFs auch in internationale Sektorbarometer – beispielsweise den MSCI World Health Care oder den S&P 500 Health Care – mit beliebigen Anlagesummen investiert werden. "Sowohl im S&P als auch im knapp 1.600 Titel umfassenden MSCI World rangiert die Branchengewichtung von Pharma, Bio- und Medizintechnikwerten bei knapp 13 Prozent", weiß Leonhardt. Klumpenrisiken oder Überlappungsrisiken mit anderen Anlagen sollten daher nach seinem Verständnis im Portfolio geringer ausfallen, als etwa bei den in vielen Indizes sehr hoch gewichteten Tech-Giganten.

Insgesamt sieht Leonhardt die beste Streuung und Dekorrelation im Zusammenspiel liquider Healthcare-Assets mit alternativen Anlagen. "Wer Exposure im Gesundheitsmarkt sucht, ist mit einem Mix aus Public und Private Assets am besten beraten", ist sich der Beteiligungsexperte sicher. (hh)

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