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Einlagezins runter, QE lebt ab November auf: EZB steigt aufs Gas

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf der heutigen Zinssitzung – wie allgemein erwartet – ein Maßnahmenpaket zur weiteren geldpolitischen Lockerung beschlossen. Dieses beinhaltet eine Leitzinssenkung, da der Einlagesatz wurde von -0,4 auf -0,5 Prozent reduziert.

Peter Brezinschek, Raiffeisen Research
Peter Brezinschek, Head of Raiffeisen Research
© RCM

Der Hauptrefinanzierungssatz (0,0 Prozent) und der Spitzenrefinanzierungssatz (0,25 Prozent) bleiben unverändert. Neu ist der gestaffelte Einlagesatz: Der negative Einlagesatz wird nicht mehr auf die gesamte überschüssige Notenbankliquidität zur Anwendung kommen, da ein Freibetrag auf Teile der Überschussliquidität eingeführt wird.

Forward Guidance
Die Leitzinsen sollen auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau verbleiben, bis sich die Inflation Richtung Zielbereich entwickelt (zuvor hieß es: über die erste Jahreshälfte 2020).

Anleihekäufe
Die EZB wird ihr Asset Purchase Programme (APP) wiederaufnehmen. Ab November 2020 werden monatlich Anleihen in einem Volumen von durchschnittlich 20 Milliarden Euro  erworben. Die Anleihekäufe sollen bis knapp vor einer ersten Zinsanhebung erfolgen. Früher verlautbarte man, eine Zinsanhebung würde erst nach längerer Zeit nach Ende der Anleihekäufe erfolgen.

TLTRO III
Der Zinssatz für die anstehenden längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO-III) wird um 10 Basispunkte reduziert. Dieser entspricht nun dem durchschnittlichen über die Laufzeit geltenden Hauptrefinanzierungssatz. Für Banken, die das anrechenbare Kreditvolumen über die definierte Benchmark hinaus steigern, entspricht der Zinssatz dem durchschnittlichen über die Laufzeit geltenden Einlagesatz. Zudem wurde die Laufzeit auf drei Jahre erhöht (zuvor zwei Jahre).

Maßnahmen wurden zu einem gewissen Grad antizipiert
Im Vorfeld preiste der Markt eine Senkung des Einlagesatzes um rund 15 Basispunkte ein, berichtet Raiffeisen Research in einer ersten Stellungnahme. Eine Umfrage von Bloomberg wies folgende Konsensuserwartungen aus: Einlagesatz -0,5 Prozent, Maßnahme zur Abfederung ungewünschter Nebeneffekte des negativen Einlagesatzes, Wiederaufnahme Anleihekäufe ab Oktober 2019 mit monatlich 30 Milliarden Euro für ein Jahr; keine Änderung der Konditionen für TLTRO III;

Marktreaktion
Mit Bekanntgabe der Entscheidungen reduzierten sich die Renditen von deutschen Staatsanleihen. Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar ab.

Einschätzung
Die Europäische Zentralbank wird auf der anschließenden Pressekonferenz ihre neuen Wirtschaftsprognosen vorstellen. Die Experten von Raiffeisen Research rechnen mit Abwärtsrevisionen der BIP-Wachstums- und Inflationsschätzungen. Zudem wird sie wohl die wirtschaftlichen Risiken weiter nach unten gerichtet sehen. Darüber hinaus wird EZB-Präsident Draghi die Entscheidungen nochmals ausführen und die weiteren Intentionen beleuchten. Es ist jetzt bereits klar, dass sich die Notenbank mit diesen Maßnahmen auf eine stark expansive Geldpolitik für eine lange Zeit festlegt. Zudem ist eine weitere Senkung des Einlagesatzes in den kommenden Monaten nicht auszuschließen (Easing Bias der Notenbank). Die Geldmarktsätze (Euribor) sollten in den kommenden Wochen weitgehend stabil bleiben.

Staffelung des Einlagesatzes
Diese wird den Wirkungsgrad dieses Instruments nicht reduzieren. Angesichts der beschlossenen Zinssenkung und der Neuaufnahme der Anleihekäufe, halten die Experten von Raiffeisen Research auf Jahressicht einen maßgeblichen Anstieg der Renditen für deutsche Staatsanleihen beziehungsweise Swapsätze für wenig wahrscheinlich. (kb)

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