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Solactive und oekom research kooperieren bei nachhaltigem Aktienindex

Die Solactive AG und die oekom research AG werden gemeinsam für das Land Berlin einen an Nachhaltigkeitskriterien orientierten Aktienindex für Geldanlagen aus der Versorgungsrücklage des Landes Berlin entwickeln und betreuen.

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Steffen Scheuble, CEO der Solactive AG

Die Bewerbung der Kooperation hat sich im Wettbewerb um den Auftrag für die Entwicklung dieses Index durchgesetzt. Dazu erklärte Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen: „Wir haben auf unsere Ausschreibung hin eine Vielzahl sehr guter Bewerbungen erhalten. Das zeigt, dass Nachhaltigkeit auch für die Finanzbranche ein zunehmend interessantes Thema wird. Ich bin überzeugt, dass das Land mit seiner Auswahlentscheidung starke Kooperationspartner gefunden hat und neue Maßstäbe setzen kann, wenn es um an Nachhaltigkeit orientierte Anlagestrategien für öffentliche Gelder geht.“

Anlagestrategie wird einen Divestment-Ansatz verfolgen

Dessen Ziel ist es, bei der künftigen Aktienanlage Unternehmen auszuschließen, deren Geschäftsmodell dem Ziel der Klimaneutralität widerspricht. Dieser Ansatz, der in den seit etwa eineinhalb Jahren laufenden Vorarbeiten der Senatsverwaltung für Finanzen eine Rolle spielt, entspricht auch der Empfehlung der Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin – Zukunft der energiewirtschaftlichen Strukturen“.

Fossil Free ist nicht genug

Das Konzept der Senatsverwaltung für Finanzen geht jedoch über eine reine „Fossil free“-Strategie hinaus: Um zu verhindern, dass Geld von Unternehmen mit einem auf die Gewinnung fossiler Brennstoffe bzw. auf Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen ausgerichteten Geschäftsmodell auf Unternehmen umgelenkt wird, die Atomenergie erzeugen, wird auch dieses Geschäftsmodell von der Anlage ausgeschlossen. Darüber hinaus finden weitere Kriterien Berücksichtigung: So werden Unternehmen, die Kriegswaffen entwickeln, herstellen oder vertreiben, bei der Anlage ebenfalls nicht berücksichtigt. Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Orientierung der Unternehmen an den Prinzipien des UN Global Compact, eines weltweiten Pakts für eine sozialere und ökologischere Gestaltung der Globalisierung sowie deren Einhaltung in der unternehmerischen Praxis.

ESG-Kriterien miteinbezogen plus CO2-Reduktion

Zu den zentralen Anforderungen an den Index zählen neben dem verlässlichen Ausschluss von Unternehmen, die in den genannten Geschäftsfeldern tätig sind, auch die Einbeziehung der sogenannten ESG-Kriterien („Environmental Social Governance“). Weitere Faktoren sind die technische Handelbarkeit der im Index enthaltenen Aktien sowie die Qualität und der Umfang des vorgesehenen Indexberichts zur CO2-Reduktion des vorgeschlagenen Portfolios im Vergleich zu einer noch zu definierenden Benchmark.

Wettbewerbssieger

Bei der Beurteilung der eingereichten Angebote durch das Land Berlin standen neben dem Preis, der Vertragsgestaltung sowie der Performance und Volatilität des zu entwickelnden Index der Erfüllungsgrad der Anforderungen aus der Leistungsbeschreibung im Mittelpunkt.
Nach gründlicher Prüfung und Bewertung der Angebote anhand dieser Kriterien erhielt die Kooperation von Solactive und oekom research die beste Bewertung unter den in der Schlussrunde vertretenen Bewerbern.

Handelbarkeit ist ein Must

Steffen Scheuble, Vorstand und Gründer der Solactive AG, erklärte: „Als Indexanbieter sehen wir aktuell eine sehr hohe Nachfrage nach Nachhaltigkeits-Indizes – schließlich zeigt eine Vielzahl von Studien, dass Unternehmen, die nicht nachhaltig wirtschaften, Performance-Abschläge in der Aktienkursentwicklung aufweisen. Wir sind daher sehr stolz, den Zuschlag für unseren gemeinsam mit oekom research entwickelten Nachhaltigkeits-Index erhalten zu haben und das Land Berlin damit unterstützen zu können. Bei der Erstellung des Konzeptes haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, eine gute Mischung aus Nachhaltigkeitskriterien und Handelbarkeit der zugrunde liegenden Aktien zu finden.“

Robert Haßler, CEO oekom research AG: „Wir freuen uns sehr, das Land Berlin mit unserem Nachhaltigkeits-Research und unseren Daten zu unternehmensbezogenen Klimarisiken unterstützen zu können. Unsere Erfahrung als Divestment-Partner von kommunalen Klimapionieren wie Münster oder Stuttgart sowie die langjährige Zusammenarbeit mit Solactive bei Nachhaltigkeitsindizes werden hier von großem Vorteil sein.“ (kb)

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