Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Märkte

| Märkte
twitterlinkedInXING

Vernachlässigt: Von Analysten wenig beachtete Mid-Caps bieten Chancen

Finanzanalysten schenken den Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung häufig noch immer wenig Beachtung, sondern konzentrieren sich lieber auf großkapitalisierte Unternehmen.

anniss_charles.jpg
Charles Anniss, Portfoliomanager für Small- und Mid-Cap-Portfolios im European Equities-Team bei Union Bancaire Privée (UBP) wittert so manche Perle.
© UBP

Titel mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 10 Milliarden Euro erhalten nicht selten um die zwanzig, häufig sogar mehr als dreißig Empfehlungen von Analysten. In einem solchen Umfeld ist es schwierig, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die noch nicht vom Markt aufgegriffen wurden. Aktien mit einer Börsenkapitalisierung von weniger als einer Milliarde Euro hingegen werden im Normalfall von höchstens fünf Analysten überhaupt beachtet.

Ineffizenzen im Markt infolge mangelnder Analysten-Abdeckung

Dementsprechend existieren einige unentdeckte Juwelen, die von den Investoren bislang ignoriert werden, da sich Informationen in diesem Anlageuniversum weitaus langsamer verbreiten als im Universum mit hoher Marktkapitalisierung. Da der Markt somit noch immer relativ ineffizient ist, ergeben sich erhebliche Bewertungsdifferenzen und dementsprechend zahlreiche Anlagechancen.

Rückkehr zu einer streng quantitativen Methode

Der europäische Small- und Mid-Cap-Markt bietet darüber hinaus viel Diversität im Hinblick auf Länder. "Um besonders attraktive Titel ausfindig zu machen ist es zudem sinnvoll, ein quantitatives Screening-Tool zu nutzen, das dieses aus tausenden Unternehmen bestehende Universum effizient abdecken kann. Das Screening-Verfahren muss in der Lage sein, Titel mit guten Wachstumsaussichten, hohen Renditechancen, soliden Bilanzen und genügend Liquidität zu erkennen, sodass die Investoren von Preisanomalien profitieren können", ist Charles Anniss überzeugt.

Industrie- und Technologietitel liefern solide Resultate

2016 schnitten die großen europäischen Titel geringfügig (um ca. 2 Prozent) besser ab als jene von Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, aber seit Anfang 2017 verzeichnen die sogenannten „SMids“ eine bessere Wertentwicklung als Titel mit hoher Börsenkapitalisierung (+10,48 Prozent zum 30. Juni beim MSCI Europe Small Cap gegenüber +6,68 Prozent beim MSCI Europe). Auch die Gewinne sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als bei hochkapitalisierten Unternehmen. Die europäischen Volkswirtschaften profitieren von günstigeren Bedingungen (die Einkaufsmanagerindizes entwickeln sich positiv) und werden vom Rückgang politischer Risiken beflügelt (z. B. durch die Wahl von Macron in Frankreich).

"Mid-Cap-Unternehmen sind überwiegend an den Inlandsmärkten der Eurozone aktiv und hauptsächlich in zyklischen Branchen vertreten, sei es Industrie oder Technologie. Mid-Caps sind besonders oft in Nischenmärkten präsent, werden also weniger stark von potenziellen Risiken der Weltwirtschaft beeinträchtigt. Diesem Faktor wird am Markt häufig nicht die gebührende Beachtung geschenkt", hält Anniss fest. Kurz gesagt: Die makro- und mikroökonomischen Bedingungen im SMid-Cap-Universum blieben günstig. Trotz des jüngsten Anstiegs seien die Bewertungsniveaus weiterhin überaus attraktiv, so Anniss weiter. "Investoren bieten sich noch immer zahlreiche Chancen, insbesondere bei französischen, spanischen und irischen Titeln, sofern es gelingt, dieses reichhaltige, von den spezialisierten Analysten häufig zu wenig beachtete Anlageuniversum effizient zu filtern", merkt der UBP-Portfoliomanager an. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren