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UBS: Steht der "Reflation Trade" vor dem Ende oder pausiert er nur?

In wie weit der Reflation Trade noch immer für steigende Aktienkurse sorgt oder ob dieser nunmehr zu Ende geht, erläutert der Chief Investment Officer des Global Wealth Management der UBS.

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Mark Haefele, UBS
© UBS Wealth Management

In den letzten sechs Monaten wurden Aktien vom Narrativ "Goldene Zwanziger" angetrieben, das von einem stärkeren Wirtschaftswachstum sowie moderat höheren Inflationsraten und Zinssätzen gekennzeichnet ist, rekapituliert Mark Haefele, Chief Investment Officer Global Wealth Management, UBS, in einem aktuellen Marktkommentar . Aktien, vor allem jene, die von der Reflation profitieren, erhielten dadurch Unterstützung.

Neuer Narrativ
In den letzten Wochen sei dieses Narrativ laut Haefele jedoch dem von einer "langfristigen Stagnation" gewichen – das durch ein geringes Wachstum, eine niedrige Inflation und tiefe Zinsen gekennzeichnet ist. Seit der Sitzung des US-Offenmarktausschusses (FOMC) im Juni ist der S&P 500 um 2,5 Prozent gestiegen. US-Treasuries haben jedoch ebenfalls deutlich zugelegt.

Energieaktien sind indes um 11,9 Prozent gefallen und Finanzwerte um 1,6 Prozent,während Technologieaktien 6,2 Prozent hinzu gewannen. Diese Verschiebung wurde offenbar durch mehrere Faktoren angetrieben: die Vorstellung, dass hohe Inflationsraten die US-Notenbank zwingen könnten, die Zinsen vorzeitig zu erhöhen, was das zukünftige Wachstum dämpfen würde, sowie die Angst, dass die Ausbreitung der Delta-Variante die globale Konjunkturerholung abwürgen könnte, und die Sorge, dass Änderungen der Politik und die nachlassende Wachstumsdynamik die Stimmung gegenüber China trüben könnten.

Haefele zufolge seien die Bedenken, dass eine vorzeitige Straffung durch die US-Notenbank Fed oder die Ausbreitung der Delta-Variante die Konjunkturerholung abwürgen könnte, überzogen. "Wir teilen die Einschätzung der Fed, dass die Inflation nicht von Dauer ist und nachgeben wird, sobald die pandemiebedingten Störungen nachlassen und sich die Basiseffekte abschwächen. Wir glauben nicht, dass die kurzfristige Inflation die Währungshüter zu einer übermäßig starken Straffung zwingen wird", erklärt Haefele.

Außerdem sind die Fed-Kriterien zur Beschäftigung noch nicht erfüllt.Die Delta-Variante könnte zwar zu einer ungleichmäßigeren globalen Konjunkturerholung führen und die Wiedereröffnung dürfte in einigenSchwellenländern länger auf sich warten lassen als in den USA und Europa.

Allerdings scheinen die Impfungen die Belastung der Gesundheitssystemewirksam zu reduzieren und Haefele erwartet, dass die Regierungen zunehmendüber steigende Fallzahlen hinwegsehen werden.

Der Reflation Trade kann noch weitergehen
Die robusten Konsumentenbilanzen und die Tatsache, dass Unternehmen ihre Lagerbestände wieder auffüllen und Investitionen tätigen müssen, dürften die Konjunkturdynamik und die Unternehmensgewinne stützen. Haefele rechnet für das Jahr 2021 nun mit einem Wachstum der Unternehmensgewinne im S&P 500 um 40 Prozent: "Wir glauben auch, dass die Konsensprognosen, die von zehn Prozent Wachstum im Jahr 2022 ausgehen, nach oben korrigiert werden dürften. Wir beurteilen risikoreichere Anlagen weiterhin positiv und erwarten, dass die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries im 2. Halbjahr 2021 steigen werden. Daher raten wir Anlegern unverändert, sich für eine Wiedereröffnung der Wirtschaft und eine Erholung zu positionieren. Energie- und Finanzwerte finden wir immer noch interessant, des gleichen Schwellenländeraktien." (aa)

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