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„Payment for Orderflow“-Verbot zeigt Unverständnis von Börsenhandel

Andreas Schmidt, Vorstand der Bayerischen Börse AG, sprach kürzlich das Thema „Payment for Orderflow“ an. Er ist der Ansicht, dass ein Verbot von „Payment for Orderflow“ ein völliges Unverständnis von Börsenhandel zeige.

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Andreas Schmidt, Vorstand der Bayerischen Börse AG
© Bayerische Börse AG

Rasant gestiegene Umsätze der Börse gettex, Verwirrung rund um ein mögliches Verbot von „Payment for Orderflow“ und die Freude, sich wieder zu sehen, standen im Zentrum der Rede von Andreas Schmidt, Vorstand der Bayerischen Börse, und beherrschten die Gespräche der mehr als 200 Gäste im feierlichen Ambiente des IHK-Gebäudes bei der Sommerbörse der Bayerischen Börse. Schmidt wies insbesondere auf die Erfolge der Börse gettex in den vergangenen beiden Jahren hin: Mit Goldman Sachs wurde ein dritter Emittent für Zertifikate angeschlossen, die Zahl der ausgeführten Orders hat sich von 2020 auf 2021 fast vervierfacht und mit Stand 23. Juni 2022 wurden bereits 70 Prozent des starken Vorjahresumsatzes erreicht.

EU-Kommission strebt Verbot von "Payment for Orderflow" an
Weniger euphorisch stimmte Schmidt die anhaltende Diskussion über Payment for Orderflow mit dem von der EU-Kommission angestrebten Verbot: „Es ist falsch, weil Privatanleger in Deutschland nachweislich nicht durch Payment for Orderflow benachteiligt werden und keine „schlechteren Preise“ be­kommen. Die BaFin hat dies jüngst in einer eige­nen Untersuchung bestätigt“, so Schmidt wörtlich. Vielmehr sei eine Gesamtbetrachtung aller Kosten nötig und nicht nur die Konzentration auf den Spread.

Unterschied D-USA: Orders gehen nicht an einen Wholesaler, sondern direkt an Börse
Im Gegensatz zu den USA werden in Deutschland Orders von Privatanlegern nicht an Wholesaler, große elektronische Handelsfirmen, verkauft und dort „internalisiert“, sondern direkt an die Börsen geroutet. „Hier gibt es die neutrale Über­wachung durch die Handelsüberwachungsstellen, die Anonymität des Börsenhandels und die Gleichbehandlung von Kundenaufträgen - egal ob es Kunden von Privat- oder Genossen­schaftsbanken, Sparkas­sen, Vermögensverwaltern, Online-Brokern oder von Neo-Brokern sind“.

Kritik an EU-Vorhaben zur Abschaffung von "Payment for Orderflow"
Abschließend betonte Schmidt, dass ein Verbot seitens der EU nur eines zeigt: Ein völliges Unverständnis von Börsenhandel in Deutschland, vom harten Wettbewerb zwischen Börsen und mit außerbörslichen Anbietern.“ Die Aktienkultur sei noch lange nicht so entwickelt, wie es die Lücken in der Altersvorsorge erzwingen. (kb)

 

 

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