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Ökonomen tüfteln an Schätzung für Omikrons Weltwirtschaft-Effekt

Die Omikron-Variante dämpft optimistische Hoffnungen, dass die Weltwirtschaft sich nächstes Jahr stabilisiert. Der Plan, sich nunmehr eher auf die Inflation als auf die schwache Nachfrage zu konzentrieren, könnte schon wieder Makulatur sein.

Corona Virus
© artegorov3@gmail / stock.adobe.com

Das Aufkommen einer neuen Corona-Virus-Variante bringt die Märkte und die Konjunkturerwartungen durcheinander. Reisebeschränkungen erschüttern das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen und dürften die Wirtschaftstätigkeit gerade in der Vorweihnachtsphase dämpfen. Die Märkte reagierten schnell auf den Rückschlag. Die Erwartungen für Zinserhöhungen im kommenden Jahr sanken am Freitag um mindestens zehn Basispunkte für die Zentralbanken der USA, Großbritanniens und Australiens. Darüber informiert Bloomberg.

Entscheidende Fragestellung
Wie es weitergeht, hängt entscheidend davon ab, was Virologen über die neue Sars-CoV-2-Variante herausfinden, etwa wie resistent sie gegen Impfstoffe ist und wie übertragbar sie im Vergleich zur Delta-Variante ist, die in den letzten Monaten Infektionen in die Höhe trieb, ohne bislang eine neue Rezession zu verursachen.

Im schlimmsten Fall würde die Mutation eine Rückkehr zu Lockdowns erforderlich machen, was die bereits angespannten Lieferketten gefährden und die sich erholende Nachfrage beeinträchtigen würde. Dies würde die Ängste vor einer Stagflation mit schnellerer Inflation und langsamerem Wachstum wieder aufleben lassen.

Im günstigen Fall erweist sich die Mutation nicht als so bedrohlich wie ursprünglich befürchtet. Ihr Auftauchen erinnert jedoch daran, dass die Pandemie eine Bedrohung für die Weltwirtschaft bleiben wird, möglicherweise noch für Jahre.

„Wir befinden uns noch nicht in einer Stagflation“, sagte Alicia Garcia Herrero, Chefökonom für den asiatisch-pazifischen Raum bei Natixis. „Aber ein weiteres Jahr ohne grenzüberschreitende Mobilität und damit verbundene Unterbrechungen der Lieferkette könnte uns dorthin treiben.“

Hoffnung auf Widerstandsfähigkeit
Viele Ökonomen denken jedoch, dass die Auswirkungen geringer ausfallen als während der Rezession 2020. Die Regierungen sind zunehmend zurückhaltend, wieder Lockdowns zu verhängen. Die Versorgung mit Impfstoffen erklärt zum Teil, warum hochfrequente Daten darauf hindeuten, dass sich die in Europa zuletzt verhängten Maßnahmen als flexibler und weniger wachstumsschädlich erwiesen haben.

„Unternehmen und Haushalte haben sich an Beschränkungen und Verbote gewöhnt, so dass die Folgen dieses Mal vielleicht nicht so schwerwiegend sind“, sagte Rob Subbaraman, Leiter Global Markets Research bei Nomura Holdings.

Nachdem die Nachricht von der neuen Variante die Finanzmärkte am Freitag in Aufruhr versetzte, deutete sich am Montag zunächst etwas Beruhigung an. Aktienfutures legten zu, WTI-Öl stieg wieder auf rund 71 Dollar pro Barrel und die Rendite 10-jähriger Treasuries kletterte über 1,5 Prozent.

Werkzeugkasten der Zentralbanken leert sich
Eine Herausforderung für die Wirtschaftspolitik wird die Tatsache sein, dass es nach den Konjunkturmaßnahmen des letzten Jahres weniger Optionen gibt. Nur eine Handvoll Zentralbanken haben die Geldpolitik seit dem Ende der Rezession gestrafft, und die wichtigsten Leitzinsen der Industrieländer bleiben bei Null und können nicht weiter gesenkt werden. Die Regierungen ächzen indessen bereits unter massiver Schuldenlast.

“Sicher ist, dass die wirtschaftliche Unsicherheit noch größer geworden ist: Die Ökonomen brauchen eine große Dosis Demut, wenn sie die Aussichten für 2022 prognostizieren”, sagte Subbaraman. (aa)

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