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DVFA: Wie Investment Professionale zu Gooodwill-Abschreibungen stehen

Aktuell gibt es erneut Überlegungen der Rechnungsleger, den Goodwill in den Bilanzen regelmäßig abzuschreiben. Die Corona-Krise wird sich nicht nur wegen der operativ schwierigen Situation vieler Unternehmen negativ auf die GuVs und Cash-Flow-Rechnungen des Jahres 2020 auswirken.

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Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse
© DVFA

Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren, dürften in 2020 verstärkt außerplanmäßig Goodwill Abschreibungen auf Firmenwerte durchführen müssen, Dies wird mit entsprechenden zusätzlichen negativen Konsequenzen für deren GuV und damit auch für das Eigenkapital  verbunden sein. Aufgrund von Transaktionstätigkeiten ist der Goodwill in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Bilanzposition geworden.

Konzept der linearen Goodwill-Abschreibung bevorzugt
Die Investment Professionals des DVFA wurden zur Sachlage und zum Umgang mit Goodwill befragt und befürworten mehrheitlich in der Zukunft eine lineare Abschreibung des Goodwill, erwarten jedoch auch, dass zusätzlich der Impairment-Test beibehalten wird. Die Befürworter des Impairment-Tests fordern jedoch auch eine stärkere Transparenz gegenüber den Investoren und Analysten wie sich die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) verhalten.

Goodwill-Abschreibung über maximal zehn Jahre
Den Zeitraum für die Abschreibung des Goodwill sehen 90 Prozent der Investment Professionals in einem Zeitraum von nicht länger als zehn Jahren. Dabei verweisen die Befragten auch darauf, dass gegebenenfalls eine zwischenzeitliche außerordentliche  Abschreibung notwendig ist, sobald der Wert der übernommenen Vermögensgegenstände deutlich an Wert verliert, etwa wegen des Verlusts der Technologieführerschaft.

Impairment-Tests sollen trotzdem gemacht werden
Die eindeutige Mehrheit von 83 Prozent der Befragten hält es trotz der linearen Abschreibung für richtig, jährliche Impairment-Tests beizubehalten, um die Werthaltigkeit des Goodwills überprüfen zu können.

Einfluss der Goodwill-Anschreibungen auf die M&A-Tätigkeit
Interessanterweise erwarten auch 38 Prozent der Befragten, dass die regelmäßige Abschreibung des Goodwill einen Einfluss auf die künftigen M&A-Aktivitäten der Gesellschaften haben wird. Der M&A-Markt sollte deshalb nicht ins Stocken geraten, gleichwohl dürften die Kaufpreise damit künftig weniger aggressiv sein.

Linearität verhindert in Krisen Verstärkung der Verlustsituation
Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse, sagt: „Wie schon in unserer Stellungnahme vom Mai diesen Jahres bekräftigt die aktuelle Umfrage die Position des DVFA zur Wiedereinführung einer planmäßigen Abschreibung von Goodwill. Nur so kann verhindert werden, dass in Zeiten von Krisen keine Verstärkung von Verlustsituationen erfolgt. Wir wünschen uns im Falle von Krisen mehr stabilisierende Elemente in der internationalen Rechnungslegung." (kb)
 

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