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Das geschah im Februar 2021 bei Staatsanleihen

Vor dem Hintergrund der anhaltenden geld- und fiskalpolitischen Debatten im Februar erlebten die globalen Märkte für Staatsanleihen den zweiten Monat in Folge einen breiten Ausverkauf, schreibt Tradeweb in seinem monatlichen Kommentar zur Lage bei Govies.

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© styleuneed / Fotolia

Die Renditen im zehnjährigen Segment legten durchweg zu, in Australien beispielsweise um mehr als 60 Basispunkte auf 1,72 Prozent, den höchsten Schlusskurs seit Anfang Mai 2019. Auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Februar beschloss die Notenbank des Landes, weitere Anleihekäufe im Volumen von 100 Milliarden Australische Dollar durchzuführen, nachdem das aktuelle QE-Programm voraussichtlich Mitte April ausläuft. Darüber berichtet "Tradeweb".

Gilts
Die Rendite der zehnjährigen britischen Staatsanleihe stieg um fast 50 Basispunkte und beendete den Monat bei 0,82 Prozent. Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England (BoE) stimmte einstimmig für die Beibehaltung des Leitzinses bei 0,1 Prozent sowie dafür, die angestrebte Gesamtsumme der Wertpapierkäufe unverändert bei 895 Milliarden GBP zu belassen. Das britische BIP sank im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent; dies war der stärkste jährliche Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen. Indessen beendete die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe den Februar im negativen Bereich bei -0,26 Prozent, trotz eines Anstiegs um 26 Basispunkte. Laut revidierten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) schrumpfte die Wirtschaft des Landes im Jahr 2020 um 4,9 Prozent, wobei jedoch die Konsenserwartungen von einem noch stärkeren Rückgang um 5,3 Prozent ausgegangen waren.

Iren und Italiener 
Die größte Renditeveränderung in der Eurozone war bei der zehnjährigen irischen Staatsanleihe zu verzeichnen. Die Rendite lag zu Monatsbeginn in negativem Bereich bei -0,27 Prozent, stieg jedoch anschließend um 36 Basispunkte, um den Februar bei 0,09 Prozent zu beenden. Den von der Europäischen Kommission veröffentlichten Daten zufolge war Irland das einzige EU-Land, dessen Wirtschaft im Jahr 2020 wuchs (plus drei Prozent), während sich die Konjunktur in der Europäischen Union und der Eurozone um durchschnittlich 6,3 beziehungsweise 6,8 Prozent abschwächte.

Die zehnjährige italienische Staatsanleihe verzeichnete gegenüber den entsprechenden Staatsanleihen anderer EU-Länder die geringste Veränderung: Sie stieg um knapp 11 Basispunkte und beendete den Monat bei 0,75 Prozent. Mario Draghi wurde am 13. Februar als neuer Ministerpräsident vereidigt, nachdem er die Unterstützung einer breiten, aus den wichtigsten politischen Parteien bestehenden Koalition erhalten hatte.

Japan und die USA
In Nippon stieg die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe um elf Basispunkte und beendete den Monat bei 0,16 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2016, als die Zentralbank des Landes (BoJ) ihre ultralockere Geldpolitik einleitete. Das japanische Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 einen Rückgang und schrumpfte um 4,8 Prozent. Indessen legte die Rendite der zehnjährigen US-Treasury im Februar um weitere 36 Basispunkte auf 1,45 Prozent zu, nachdem sie im Januar die Marke von einem Prozent überschritten hatte. Die US-Konjunktur verzeichnete im Jahr 2020 den stärksten Einbruch seit 74 Jahren und schrumpfte um 3,5 Prozent. Die Protokolle der letzten Fed-Sitzung bestätigten die Entschlossenheit der Notenbank, ihr gesamtes Instrumentarium einzusetzen, um das doppelte Ziel einer Vollbeschäftigung und einer langfristigen Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen. (kb)

 

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