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Bringen Aprilschauer Maiblumen hervor?

Unter den Treibern, die kaum jemand auf dem Radar hat, ist das Wetter. Welcher Monat eignet sich besser dafür, das Unberechenbare vorherzusagen, als der April mit notorisch unbeständigem Wetter? Auf die Suche nach Saisonalität begibt sich die darauf spezialisierte Investmentboutique Seasonax.

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Tea Muratovic, Mitgründerin und Geschäftsführende Partnerin von Seasonax
© Seasonax

Psychologen untersuchen schon seit langem Korrelationen zwischen dem Verhalten von Menschen und dem Wetter. Es gibt zahlreiche Studien zu diesem Thema. Eine interessante Studie, auf die Tea Muratovic, Mitgründerin und Geschäftsführende Partnerin von Seasonax, gestoßen ist, trägt den Titel "Good Day Sunshine: Stock Returns and the Weather" von Tyler Shumway und David Hirshleifer. Die beiden Autoren untersuchten den Zusammenhang
zwischen morgendlichem Sonnenschein und den täglichen Erträgen der führenden Aktienmarktindizes des Landes. Dabei haben sie starke Korrelationen gefunden.

Launischer April
Das Wetter spielt im April eine große Rolle und ist eine der bekanntesten saisonalen Triebkräfte. Sonniges Wetter und milde Temperaturen im April scheinen einen spürbaren Einfluss auf die Performance des Marktes zu haben, indem sie das bullische Sentiment der Händler stärken, die dann die Aktienkurse nach oben treiben.

Die folgende Analyse zeigt die durchschnittliche Performance des S&P 500 Index in jedem Monat des Jahres, berechnet über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Durchschnittlicher monatlicher Ertrag des S&P 500 Index seit 1996
Auf dem Chart kann man deutlich sehen, dass der April seit Jahrzehnten einer der Monate mit der besten Performance ist. 2020 hat sich das Muster erneut wiederholt, da nach dem Tiefpunkt des Markts am 23. März ein starker Anstieg der US-Aktien im im April erfolgt ist.
"Ob sich das Muster dieses Jahr wiederholen wird, ist schwer zu sagen, aber die Handelspsychologie wird oft von sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiungen beeinflusst", weiß Muratovic.

Quelle: Seasonax

Andere wichtige Auswirkungen der Wetterlage
Frühling und wärmeres Wetter verbessern die Stimmung aller. Was passiert jedoch mit dem Aktienmarkt in Schlechtwetterperioden? Da ist zum Beispiel die ausgeprägte atlantische Hurrikan-Saison, die von Juni bis Ende November andauert. Während schwerwiegende Wetterkatastrophen vielen Unternehmen oft große und äußerst kostspielige Schäden zufügen,
sind sie für bestimmte Unternehmen sogar profitabel. Die Aktien der betroffenen Unternehmen tendieren dazu, während oder kurz nach der Wirbelsturm-Saison zu steigen. "Eines dieser Unternehmen ist AECOM - ein multinationaler Infrastruktur-Konzern mit Sitz in den USA, der an der NYSE notiert ist", stellt Muratovic fest. 

Hurrikan-Saison: Wer davon regelmäßig profitiert
In den letzten 20 Jahren haben schwere Wirbelstürme die USA meist im September und Oktober heimgesucht. Die erhöhte Nachfrage nach Sanierung der Infrastruktur im Anschluss an die Verwüstungen ist im saisonalen Chart von AECOM deutlich zu erkennen. Die Aktie von AECOM tritt von Mitte Oktober bis Ende November in eine starke saisonale Phase ein. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Statistik.

Saisonaler Chart von AECOM über die vergangenen 13 Jahre
Im Gegensatz zu einem Standard-Chart, der einfach Aktienkurse über einen bestimmten Zeitraum zeigt, illustriert ein saisonaler Chart den durchschnittlichen Kursverlauf einers Assets  im Laufe eines Kalenderjahres zeigt, berechnet über mehrere Jahre. Die horizontale Achse zeigt den Zeitpunkt des Jahres, während die vertikale Achse das Niveau des saisonalen Musters (indexiert auf 100) anzeigt.

Quelle: Seasonax

Die starke saisonale Phase vom 10. Oktober bis zum 25. November ist im Chart markiert. In dieser Zeitspanne von 33 Handelstagen sind die Aktien von AECOM in den vergangenen 13 Jahren im Schnitt um beachtliche 11,01 Prozent gestiegen. Darüber hinaus zeigt die Häufigkeit, mit der im Lauf der Zeit in dieser Phase positive Erträge generiert wurden, dass dieses saisonale Muster höchst beständig und zuverlässig ist. Das folgende Balkendiagramm zeigt die Erträge, die AECOM im relevanten Zeitfenster in jedem einzelnen Jahr seit 2008 erzielt hat.

AECOM: Ertrag des saisonalen Musters in jedem Jahr seit 2008

Quelle: Seasonax

Noch lange nicht alles
Es gibt zudem noch zahlreiche weitere Unternehmen, die dazu tendieren, bei extremen Wetterbedingungen steigende Umsätze auszuweisen, da die Verbraucher Vorbereitungen für
bevorstehende Wetterkatastrophen treffen. Muratovic dazu: "Die Umsätze von Batterieherstellern steigen üblicherweise vor Wirbelstürmen, da sich die Verbraucher mit Batterien eindecken, die sie für Radios und Taschenlampen benötigen. Darüber hinaus können Heimwerker-Unternehmen oder Unternehmen, die Wasser auf seine Trinkbarkeit testen, von den saisonalen Effekten auf ihre Aktienkurse im Anschluss an Stürme profitieren."

Regen oder Sonnenschein, das Wetter macht eindeutig einen Unterschied was das Erzielen von Umsätzen betrifft. Muratovic rät: "Vergessen Sie bei der Optimierung Ihres Portfolios nicht, auch das Wetter als einen potentiell entscheidenden Parameter zu berücksichtigen, von dem Sie profitieren können."

Market Timing war noch nie so einfach
Neben den gezeigten Aktien gibt es noch zahlreiche andere, die regelmäßig wiederkehrende saisonale Muster aufweisen. Um das Auffinden solcher Handelschancen noch leichter zu machen, hat Seasonax den neuen Seasonality Screener eingeführt. "Der Seasonality Screener ist ein Instrument zur Identifizierung von Handelschancen mit überdurchschnittlichem Gewinnpotential auf der Basis vorhersehbarer saisonaler Muster, die sich in fast jedem Kalenderjahr wiederholen", fasst Muratovic dessen Vorzüge zusammen. (kb)


 

 

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