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Auswirkungen von Corona auf die Zukunft der Investment Professionals

DVFA, der Verband der Investment Professionals, befragte seine Mitglieder nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre persönliche Arbeitssituation und ihre Einschätzung zu den Veränderungen auf die Finanzbranche. Resultat: Die Stimmung ist eher gelassen, so wie auch in der Finanzkrise 2008.

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Mirka Kučerová, Leiterin Verbandsgeschäftsstelle der DVFA e.V., des Berufsverbandes der Investment Professionals
© DVFA e.V.

Die Anzahl an Home-Office-Arbeitsplätzen ist auch in der Finanzbranche gestiegen, teilweise wurde komplett nach Hause verlagert, teilweise wird im wechselweisen Teambetrieb in den Häusern gearbeitet. 36 Prozent der Investment Professionals arbeiten seit Beginn der Corona-Krise neu im Home-Office, 49 Prozent hatten bereits vorher diese Möglichkeit genutzt. Nur 15 Prozent nutzen diese Form nicht. Fast die Hälfte (46 Prozent) sieht die Arbeit im Home-Office als genauso produktiv an wie das Arbeiten vor Ort, 30 Prozent sehen keinen Produktivitätsunterschied. 24 Prozent schätzen ihre Arbeit im Home-Office als weniger produktiv ein, dies bedingt auch durch die nicht ausreichenden technischen Voraussetzungen und schlechte Verbindungsqualität.

Home-Office weiter im Trend: Persönlicher Kontakt fehlt
Der großen Mehrheit der Befragten fehlt der persönliche Kontakt zu Kollegen und Kunden, so antworteten 36 Prozent mit ja, 40 Prozent mit eher ja. Als alleinige Arbeitsform ist das Home-Office nur für ein knappes Drittel vorstellbar (ja mit 12 Prozent, eher ja mit 20 Prozent). 38  Prozent können sich das eher nicht vorstellen, 30 Prozent gar nicht. Die Einsparung von Zeit und Reduzierung von Umweltbelastungen durch Fahrten und Reisen werden in den Kommentaren als positive Effekte dokumentiert.

Für die Zukunft gut aufgestellt
Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz durch die Pandemie-Auswirkungen machen sich 90 Prozent der Investment Professionals kaum – 51 Prozent antworteten hierzu mit nein und 39 Prozent mit eher nein. Auch für die Zukunft sehen sich die Befragten für die Finanzbranche gut aufgestellt: 32 Prozent sehen sich gut gerüstet, 56% eher gut gerüstet. Eher nicht gut gerüstet sehen sich nur elf Prozent.

Neben fortschreitender Digitalisierung weitere Veränderungen in der Finanzbranche
Auf die offene Frage nach zukünftigen Veränderungen in der Branche sehen die Investment Professionals insbesondere die Beschleunigung der Digitalisierung in allen Bereichen. Dies werde zu weniger Büroraum führen und sich beispielsweise auch in den Anforderungen an das Management niederschlagen, da ein anderes Führen erforderlich sein werde. Die einzelnen Mitarbeiter müssten mit mehr Flexibilität und mehr Affinität zu IT aufwarten, da sich die Profile und Arbeitsweisen maßgeblich verändern. Durch die Nutzung der verschiedenen Online-Varianten zur Kommunikation werden persönliche Meetings weiter eingeschränkt werden, allerdings werde damit auch die Wertigkeit des persönlichen Kontakts steigen und gewürdigt werden.

Hausbank als Konzept von gestern
Radikalere Umstellung des Zahlungsverkehrs und weitere Schließungen von Filialen würden folgen. Das Thema Hausbank werde sich durch verschiedene Anbieter entsprechend der verschiedenen Fragestellungen der Kunden mehr oder minder erledigen. Kostendruck und die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle sowie höheres Risikomanagement werden zunehmen. Die Rolle der Regulatorik, die dem technischen Zeitalter hinterherhinke, sehen die Investment Professionals gerade in Bezug auf Digitalisierung kritisch. Nachhaltigkeit im Allgemeinen und nachhaltige Produkte im Besonderen werden überwiegend als essenziell für die Zukunft gesehen.

„Es war mir wichtig, unsere Mitglieder nach ihrem Befinden zu fragen, denn der persönliche Kontakt mit ihnen und der Austausch in unseren Veranstaltungen und Gesprächen fehlen auch uns. Ihre Einschätzung zur Zukunft der Branche und zu Veränderung der Arbeitsbedingungen und Berufsbilder bilden wichtige Indizien für die Verbandsarbeit. Gerade wurde der DVFA Vorstand bei den Wahlen 2020 bestätigt, und wir werden uns die Detail-Ergebnisse der Befragung anschauen und in die Angebote für unsere Mitglieder und die Arbeit umsetzen“, sagt DVFA-Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier (Bild links). (kb)

 

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