Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Foto: © Christoph Hemmerich PORTRÄT Beate Petry 70 3/2026 | institutional-money.com In Frankenthal besucht sie dieGrundschule, später das Gymnasium. Schon früh schließt sie sich den Pfadfindern an, lernt, was es bedeutet, füreinander respektvoll einzuste- hen, gemeinsame Ziele zu verfolgen – und auchwie schön es ist, amLagerfeuer zusam- men Lieder zu singen. Soziales Engagement und mit anderen Menschen auch einfach mal Spaß zu haben, das ist ihr bis heute enormwichtig. Bei den Pfadfindern lernt sie schon bald ihren späterenMannkennen. „Und als dann unsere Töchter kamen, haben wir sie auch direkt angemeldet, heute leiten sie Gruppen wie wir damals“, schmunzelt Petry. Rose marie bringt dieWeinschorle. „Lasst es euch schmecken!“, sagt sie. „Schauen Sie mal, ganz da hinten, da ist die BASF zu sehen.“ Als die Schorle getrunken ist, gilt es, die wunderschöne Aussicht über den Rhein, die sich hier oben auf der Burg bietet, noch ein bisschen zu genießen. Beate Petry ist mit der BASF fest verwachsen. „Tatsächlichwar ich beruflichnie bei irgend- einemanderenUnternehmen tätig“, sagt sie. Nach dem Abitur im Jahr 1996 durch- läuft sie einige Praktika, auch eines bei einer Bank, landet schließlich aber bei dem Ludwigshafener Chemiekonzern. Zu dieser Zeit hatte die BASF gerade einen dualen Studiengang eingeführt, der mit dem Abschluss „Diplombetriebswirtschaft FH“ endete. Viereinhalb Jahre dauert das Studium an der Fachhochschule Ludwigs- hafen, „nebenbei“ absolviert Beate Petry ihre Ausbildung zur Industriekauffrau. Zwei Auslandsemester verbringt sie an der University of North Carolina in Greens- boro, macht 2001 ihren MBA – und bleibt der BASF treu. „Schon in der Ausbildungszeit, in der ich in ganz unterschiedliche Unternehmens- gebiete hineinschnuppern durfte, habe ich schnell gemerkt, dass ich ein Personal- mensch bin“, sagt Petry. So arbeitet sie in der Folge immer imBereich Personal, doch keine Funktion ist wie die andere. „Ich war zum Beispiel in der Kommunika- tion tätig, da ging es darum, Mitarbeitern Personalthemen nahezubringen und sie zu informieren“, berichtet Petry. Später ist sie bereits als Führungskraft für die Rekrutie- rung von Auszubildenden verantwortlich. „Damals wurden pro Jahr rund 1.000 Aus- zubildende in 30 Berufen eingestellt“, sagt Petry. Schon immer hatte sie Freude daran, mit jungen Leuten zu tun zu haben. Das ist bis heute so. Nach zwei weiteren Führungs- positionen steigt Beate Petry im Jahr 2022 in den Bereich der betrieblichen Altersver- sorgung (bAV) ein, die bei der BASF eine lange Tradition hat. Seit fast 140 Jahren gibt es die Pensionskasse des Chemieunter- nehmens. „Undmich hat Altersversorgung schon immer interessiert“, sagt Petry. „Wollt ihr was essen?“, fragt eine Kollegin von Rosemarie, als es schon fast wieder von der Burg nach unten zum Parkplatz gehen soll. Der Grill ist in Betrieb, die Pfälzer Brat- wurst verlockt durchaus. Ein kleiner Snack kann ja nicht schaden – und dabei lässt es sich gemütlich reden. „Im Jahr 2022 bin ich Head of Global Pensions &Benefits gewor- den“, erzählt Beate Petry. Und sie erklärt auch gleich, was unter diesem Titel zu ver- stehen ist. „Ich bin global verantwortlich für die personalseitige Steuerung aller Pensionsak- tivitäten der BASF und für die sogenannten Insurable Employee Benefits“, sagt sie. Dar- unter sind alle Versicherungen zu verstehen, die das Unternehmen für seine Mitarbeiter abschließt, kurz alles, was zusätzlich zum Gehalt noch dazu kommt. Mit ihrem neunköpfigen Team ist Petry zudem für die Steuerung der globalen Altersversorgung des Chemiekonzerns mit seinenmehr als 108.000 Beschäftigten in 93 Ländern verantwortlich. Dabei geht es zum Beispiel um die Betreuung und Beratung der BASF-Standorte in anderen Ländern, wenn dort neue Pensionspläne eingeführt oder bestehende geändert werden sollen. Dies kann zum Beispiel bei Gesetzesände- rungen der Fall sein. „Außerdem sind wir in die Due-Diligence-Phase eingebunden, wenn die BASF ein Unternehmen kauft oder verkauft“, erläutert Petry. Auch sämt- liche Direktzusagen liegen bei Beate Petry und ihrem Team. Die Pensionskasse ist davon getrennt, doch auch für diese trägt Petry zusammen mit Kollegen aus dem HR- und Finanz- bereich die Verantwortung. „Wir haben hier drei Tarife“, sagt sie. Der erste ist ein Bedarfsdeckungstarif mit fest definierten Leistungen. Im Jahr 2004 hat die BASF auf einen versicherungsförmigen Tarif mit einemRechnungszins inHöhe von 2,5 Pro- zent umgestellt. „In der lang anhaltenden Niedrigzinsphase hat uns die Finanzaufsicht Bafin dann mitgeteilt, dass wir den Zins senken müssen“, berichtet die Chefin der Pensionskasse. Daher wurde der zweite Tarif imJuli 2021 geschlossen, der dritte sieht nun einen Rechnungszins von null Prozent vor. „Für die versicherungsförmigen Tarife haben wir trotz der regulatorischen Anfor- derungen und der lang anhaltenden Niedrigzinsphase ungefähr drei Prozent Rendite erwirtschaftet“, erzählt sie. „Aber selbst solch einen Ertrag frisst die gestiegene Inflation ja schnell wieder auf“, erklärt sie. Um für die Beschäftigten etwas mehr her- auszuholen, investiert die Pensionskasse traditionell breit diversifiziert über verschie- » Mir sind der Austausch mit anderen Menschen und soziale Werte unheimlich wichtig. Und ich liebe Fehler, denn daraus kann man immer etwas lernen. « Beate Pety, Vorstandsvorsitzende der BASF Pensionskasse
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