Institutional Money, Ausgabe 3/2026

INTERVIEW Anja Mikus | KENFO 50 3/2026 | institutional-money.com geschützt, dassernichtzurHaushalts- finanzierung zweckentfremdet wird? ANJA MIKUS: Wir sind vor staatlicher Einflussnahme gut geschützt. Unsere Governance mit beispielsweise einer Auf- sicht durch drei Ministerien und alle im Bundestag vertretenen Parteien hat sich bewährt. Einzelne politische Interessen oder Begehrlichkeiten setzen sich da nicht durch. Außerdem hilft uns der Stiftungsmantel. Wir haben einen fest verankerten Stiftungs- zweck, der nicht verletzt werden darf. DieRentenkommissionhatdieKapital- rente vorgeschlagen. Können Sie sich vorstellen, auch für diese Gelder die Verwaltung zu übernehmen? ANJA MIKUS: Der Staat hat denKENFO als professionellen Investor aufgebaut. Der Track Record und die Kompetenzen des KENFO zur Nutzung einer großen Zahl vonRenditequellenweltweit stehen zur Ver- fügung. Die Alterssicherungskommission hat den schwedischen AP7 als Blaupause benannt und den KENFO in ihren Vor- schlägen explizit empfohlen. Wir wären bereit dafür: Wir haben die Expertise im Haus, sind leistungsorientiert und verfü- gen über bewährte Investmentprozesse und moderne IT-Systeme. Würden Sie die Altersvorsorgegelder ähnlich wie die Gelder des KENFO investieren? ANJA MIKUS: Nein. Jedes Portfolio hat seine besonderen Anforderungen. Was die Asset Allocation betrifft, sollte sich die Anlage der Kapitalrente von der des KENFOunterscheiden. Bei der Kapitalrente geht es um langfristige Ansparvorgänge; Auszahlungen sind erst in ferner Zukunft geplant. Deshalb kommt hier ein reines Aktienportfolio infrage, natürlich global aufgestellt und breit diversifiziert. Mit Blick auf das schwedische Vorbild könnten auch noch andere Renditequellen wie Private Markets dazukommen. Im Rahmen eines Lebenszyklusmodells würde in Teilen eine schrittweise Umschichtung in Anleihen für die rentennahen Jahrgänge erfolgen. WiekönntediePerformanceaussehen? ANJA MIKUS: Für die Kapitalrente würde ich nicht die Performance des KENFO-Gesamtportfolios heranziehen, sondern die unseres Aktienportfolios. Das ist mir wichtig, denn das KENFO-Portfolio ist aufgrund seiner Voraussetzungen deut- lich restriktiver aufgestellt. Die Performance unseres Aktienportfolios lag seit Aufset- zen der Strategie bei 12,5 Prozent pro Jahr. Die Rentenkommission hat für die Kapi- talrente eine langfristige Rendite von vier Prozent pro Jahr nach Inflation unterstellt. Bei einer Inflationsannahme von zwei bis drei Prozent entspricht das einer Rendite vor Inflation von durchschnittlich rund sie- ben Prozent. Das ist zu schaffen. ZurückzumKENFOinseineraktuellen Ausgestaltung: Welche strategischen Themen stehen für den KENFO in den kommenden Jahren im Vordergrund – etwa Private Markets, Klimarisiken, geopolitische Fragmentierung oder technologische Disruption? Die von Ihnen genannten Themen werden sicherlich eine Rolle spielen. Tatsächlich könnten die Risiken aus dem gestiegenen Zinsniveau von den Marktteilnehmern unterschätzt werden. Dazu gehören auch Wertentwicklung der Kapitalanlagen des KENFO nach Kalenderjahren Stand: 30.6.2026 Mit seinemBalanced Portfolio hat der KENFO seit Auflage seiner Strategie eine durchschnittliche Rendite von 6,1 Prozent pro Jahr auf seine Kapital­ anlage erzielt. Die Performance des Aktienportfolios lag seit Aufsetzen der Strategie bei 12,5 Prozent pro Jahr. Quelle: KENFO KENFO Kapitalanlagen KENFO Aktienportfolio H1 2026 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 Durchschnitt pro Jahr seit vollständigem Aufsatz (2019)* 7,9% 6,4% 9,6% 11,5% 10,4% 8,3% 10,2% 6,1 % -13,1 % 16,9% 12,2% 18,4% 16,4% 20,2% 20,5% 26,6% 12,5% -14,3%

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