Institutional Money, Ausgabe 3/2026
PRODUKTE & STRATEGIEN Light Industrial 230 3/2026 | institutional-money.com modernisiert und etwa bei Mieterwech seln aufgewertet werden. Auch Hedalen erwartet, dass Refurbish ment und Adaptive Reuse zu prägenden Strategien werden. Die Gründe sind begrenzte Flächen, hohe Baukosten, Engpässe beim Stromanschluss und lang wierige Planungsverfahren. Bestehende Gebäude können schneller entwickelt wer den und gegenüber Abriss und Neubau CO₂-Vorteile bieten. Ein veraltetes Gebäude ohne ausreichenden Stromanschluss, mit schlechter Erreichbar keit und schwachen Aussichten auf eine Anschlussvermietung werde durch eine Sanierung nicht automatisch zum attrak tiven Investment, warnt Hedalen. Anders sehe es bei gut gelegenen, untergenutzten Multi-Tenant-Objekten in angespannten urbanen Märkten aus, deren technische Infrastruktur aufgerüstet werden kann. Für Staiger hat die Weiterentwicklung des Bestands zudem eine Nachhaltig keitsdimension: „Die schönste Basis für nachhaltiges Wirtschaften ist, Bestandsim mobilien möglichst lange sinnvoll weiter zu nutzen.“ Die Nische wird institutionell Von den Dimensionen der allgemeinen Logistik ist das Segment noch weit ent fernt. Allein Logistikimmobilien kamen laut Savills in den zwölf Monaten bis Mitte 2025 auf ein Transaktionsvolumen von rund 5,1 Milliarden Euro. Auf Industrie immobilien entfielen etwa 1,1 Milliarden und auf Gewerbeparks 426Millionen Euro. Auch aktuell bleibt Logistik ein bedeu tender institutioneller Markt: Für das Gesamtjahr 2025 beziffert CBRE das Trans aktionsvolumen des zusammengefassten deutschen Industrie- und Logistiksegments auf 6,58 Milliarden Euro. 72 Prozent des Kapitals kamen aus dem Ausland. Der außergewöhnliche Boom der Logistik immobilien wurde laut Hedalen nicht nur vom E-Commerce getragen, sondern ebenso von massiven Kapitalzuflüssen und einer starken Renditekompression. Eine solche Konstellation dürfte sich bei Light Industrial kaumwiederholen. Trotzdem spricht einiges für eine weitere Institutionalisierung. Viele Industrieimmo bilien befanden sich früher im Eigentum ihrer Nutzer und standen damit dem Investmentmarkt nicht zur Verfügung. Mit sinkender Eigentumsquote kommen nach Einschätzung Staigers zunehmend investierbare Objekte auf den Markt. Gleichzeitig ist das Angebot moderner kleinteiliger Flächen begrenzt. Arbireo sieht insbesondere bei kleinteiligen Flächen für kleine und mittlere Unter nehmen, Handwerk, Handel und urbane Dienstleister eine strukturelle Angebots lücke. Viele Unternehmen nutzen 30 bis 50 Jahre alte Immobilien, und Neubau konzepte beginnen häufig erst oberhalb von 1.000 Quadratmetern. Light Industrial folgt einemanderen Invest ment Case: Nicht Standardisierung und möglichst lange Mietverträge stehen im Mittelpunkt, sondern Flexibilität, Diversi fikation und aktives Management. Gerade in einer Wirtschaft, deren künftiger Flä chenbedarf schwer vorhersehbar ist, könnte das zum Vorteil werden. Oder, wie Staiger sagt: „Keiner kann heute genau sagen, was die Wirtschaft in fünf oder zehn Jahren braucht.“ DAVID VERBEEK Mehr Fläche für Light Industrial Fertigstellungen in Deutschland nach Objektkategorie Steigende Spitzenrenditen Prime Yield für Light Industrial in Deutschland 2025 und Prognose 2030 Nach zuletzt gut zwei Millionen Quadratmetern könnte das Neubauvolumen 2026 deutlich anziehen. Bulwiengesa erwartet Fertigstellungen von mehr als drei Millionen Quadratmetern – den höchsten Wert der dargestellten Zeitreihe. Quelle: BerlinHyp, bulwiengesa, 2026 AEW erwartet für deutsche Light-Industrial-Immobilien bis 2030 einen Anstieg der Spitzenrendite um rund 60Basispunkte. Gleichzeitig rechnen die Analysten mit weiter steigenden Mieten. Quelle: CBRE, AEW Research & Strategy, Prognose AEW | Stand: Q1/2026 0 in Mio. m 2 1 2 3 Produktionsimmobilien Lagerimmobilien 4 2015 2017 2019 2021 2023 2025 2026* Gewerbepark * Prognose 0 1 2 3 4 5 6 7 Frankreich (4) United Kingdom (3) Deutschland (5) 2025 2030
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