Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Foto: © Parilov | Adobe Stock, Candriam PRODUKTE & STRATEGIEN KI in der Pharmabranche 178 3/2026 | institutional-money.com Große Effizienzsprünge durch künstliche Intelligenz sind in der Pharma branche kein fernes Versprechen mehr, aber auch kein Selbstläufer. Erheblich schnellere Entwicklungszeiten für Medikamente dürften sich nicht proportional in den Unternehmensgewinnen niederschlagen. ENDE DES BLINDFLUGS „KI BESIEGT alle Krankheiten“, „Neue Medikamente binnen Monaten“ – solche Heilsversprechen prägen den Diskurs über künstliche Intelligenz in der Pharmaindus- trie. Doch die Realität ist differenzierter, auch wenn es Durchbrüche gibt, die noch vor einigen Jahren wie Science-Fiction klangen. „Der Einfluss vonKI auf dieMedi- kamentenentwicklung ist heute real – vor ein oder zwei Jahren waren die Erwartun- gen wahrscheinlich noch zu euphorisch“, sagt auch Servaas Michielssens, Head of Healthcare beimbelgischen Asset Manager Candriam. KI in der Pharmabranche hat den Sprung aus der experimentellen Ecke geschafft undwird zunehmend in konkrete Prozesse integriert. Die Pharmaindustrie gehört zu den daten- intensivsten Branchen und damit zu denjenigen, in denen der Einsatz von KI besonders naheliegt. Entlang der Wert- schöpfungskette entstehen enorme Datenmengen – von genetischen Infor- mationen über Laborergebnisse bis hin zu klinischen Studiendaten, die bis- lang nur begrenzt nutzbar waren. „Die umfangreiche Datenbasis im Gesundheits- wesen dürfte die Leistungsfähigkeit von KI-Anwendungen maßgeblich vorantrei- ben“, erklärt Christian Maschner, Head of Investment Office beimFrankfurter Multi- Family-Office Finvia. Genau hier setzt KI an. Sie kann große Datenmengen analysieren, Muster erken- nen und Zusammenhänge sichtbar machen, die zuvor verborgen geblieben sind. Das gilt vor allem in der frühen Phase der Wirkstoffentwicklung, in der es darum geht, aus Tausenden potenziellen Molekülen diejenigen zu identifizieren, die überhaupt eine Chance haben, zum zuge- lassenen Medikament zu werden. Prädestiniert für den Einsatz von KI Eine Studie, die der Verband der forschen- den Pharmaunternehmen zusammen mit der Boston Consulting Group erstellt hat, nennt für die Entwicklung eines typischen » Die umfangreiche Datenbasis im Gesundheitswesen dürfte die Leistungsfähigkeit von KI-Anwendungen maßgeblich vorantreiben. « Christian Maschner, Finvia
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