Institutional Money, Ausgabe 3/2026
PRODUKTE & STRATEGIEN Family Offices 168 3/2026 | institutional-money.com wollen Investoren vor allem das Segment Schwellenländeraktien (Emerging Markets Equities) von durchschnittlich fünf Prozent auf zukünftig sechs Prozent der Portfolio gewichtung erhöhen und im Gegenzug die Cashquote von neun auf acht Prozent senken. Bei den in den Portfolios hoch gewichteten SegmentenAnleihen Industrie länder (14 %) und Aktien Industrieländer (27 %) planen die Family Offices jedoch keine Änderungen. Zumindest im Bereich der genannten traditionellen Anlageklassen sind die von 60 Prozent der Family Offices angekündigten Änderungen nur einge schränkt zu beobachten. Bei den „Alternativen Anlageklassen“, die laut UBS-Studie alle anderen Anlageseg mente umfassen, planen Family Offices eine Reduktion ihrer durchschnittlichen Immobilienquote von elf auf acht Prozent. Die frei gewordenen Gelder sollen in Inf rastruktur (Verdoppelung von einem auf zwei Prozent) und zumTeil inGold fließen. Dieses soll per Ende 2026 eine Gewichtung von drei Prozent erreichen – das wäre so hoch wie seit 2019 nicht mehr gesehen. Bei den „Alternativen Anlageklassen“ sind die Portfolioänderungen etwas deutlicher, von einem großen Umbau kann jedoch nicht die Rede sein. Denn viele andere alternative Anlageklassen werden in ihrer Höhe nicht verändert – wie die Tabelle „Strategische Asset-Allokationen im Vergleich“ zeigt. Die UBS begründet das beobachtete höhere Interesse an Gold mit dem Wunsch vieler Investoren, sich so gegen geopolitische Risiken stärker abzusichern. „Gold steht weiterhin im Mittelpunkt des Interesses und spielt aus unserer Sicht sowohl für die Diversifizierung unseres Gesamtportfolios als auch für unsere Bemühungen, unser Engagement im US-Dollar zu reduzieren, eine wichtige Rolle“, erklärte einCEO eines europäischen Family Office im Interview. Der CEO spricht damit eine relativ neue Entwicklung an, der die UBS in der dies jährigen Studie gleich ein eigenes Kapitel widmete: der stärkerenWahrnehmung der den Portfolios zugrunde liegenden Wäh rungsrisiken und demdezidiertenWunsch vieler Investoren, ihr US-Dollar-Exposure zu reduzieren. Vertrauensverlust Obwohl der US-Dollar weiterhin eine zen trale Rolle in globalen Portfolios einnimmt, leidet mittlerweile sein guter Ruf. Beachtli che 65 Prozent der befragten Family Offices erwarten, dass derGreenback in seiner Funk Strategische Asset-Allokationen im Vergleich Family Offices sind mit ihren Portfolios breit diversifiziert. Family Offices wollen für 2026 im Bereich der traditionellen Anlageklassen Schwellenländeraktien um einen Prozentpunkt höher gewichten. Aktien der Industrieländer wie auch die Anleihentangente sollen auf Sicht von zwölf Monaten auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Stärkere Umschichtun- gen planen Family Offices über eine Reduktion der Immobilienquote von elf auf acht Prozent und spiegelbildlich eine Erhöhung des Engagements in Infrastruktur und Gold. Interessant ist zu beobachten, dass Investmentpläne der Vergangenheit im Lauf des Anlagejahres nicht umgesetzt oder zumindest adaptiert werden. So sind Hedgefonds entgegen den ursprünglichen Plänen für das Jahr 2025 (4 %) nunmehr mit sechs Prozent höher gewichtet. Das könnte an der starken Performance vieler KI-Aktien liegen, in die Hedgefonds stark investiert waren respektive sind. Der damit ein- hergehende Market Impact ließ die Hedgefondsquote in den Portfolios steigen. An Gewichtung verlor imJahresvergleich hingegen Private Debt, das derzeit schwere Zeiten durchlebt. Quelle: UBS Global Family Office Report 2026 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 geplant 2025 tatsächlich 2026 geplant Traditionelle Anlageklassen Anleihen Industrieländer 11 % 13 % 11 % 12 % 16 % 15 % 17 % 14 % 14 % Anleihen Schwellenländer 6 % 5 % 4 % 3 % 3 % 3 % 2 % 3 % 3 % Aktien Industrieländer 23 % 24 % 24 % 25 % 24 % 26 % 29 % 27 % 27 % Aktien Schwellenländer 6 % 8 % 8 % 6 % 4 % 4 % 4 % 5 % 6 % Cash und Cash-Äquivalente 13 % 10 % 10 % 9 % 10 % 8 % 6 % 9 % 8 % Alternative Anlageklassen Private Equity (Direktinvestments) 9 % 10 % 13 % 9 % 11 % 11 % 8 % 8 % 8 % Private Equity (Fonds und Dachfonds) 7 % 8 % 8 % 10 % 11 % 10 % 10 % 9 % 9 % Private Debt k.A. k.A. 2 % 2 % 2 % 4 % 5 % 3 % 3 % Hedgefonds 5 % 6 % 4 % 7 % 5 % 4 % 4 % 6 % 6 % Immobilien 14 % 13 % 12 % 13 % 10 % 11 % 10 % 11 % 8 % Infrastruktur 0 % 0 % 0 % 0 % 1 % 1 % 1 % 1 % 2 % Edelmetalle inklusive Gold 3 % 2 % 1 % 2 % 1 % 2 % 2 % 2 % 3 % Gold 2 % 3 % Rohstoffe 0 % 1 % 1 % 1 % 0 % 0 % 0 % 1 % 1 % Kunst und Antiquitäten 3 % 1 % 1 % 2 % 1 % 1 % 1 % 1 % 1 %
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=