Institutional Money, Ausgabe 3/2026
NACHRICHTEN & NAMEN Fotos: © Nuthawut | Adobe Stock 16 3/2026 | institutional-money.com Knappheit bestimmt Wertschöpfung PALLADIO PARTNERS Obwohl eine gute Infrastruktur zunehmend zum strategischen Standort- und Wettbewerbsfaktor wird, gibt es beim Ausbau massive Probleme. In diesem Zusammen- hang helfen auch institutionelle Kapitalgeber oder das rund 500 Milliarden Euro schwere deutsche Infrastruktur-Sondervermögen nur bedingt. Laut Dennis Schnu- tenhaus, Partner und Mitglied der Geschäftsführung von Palladio Partners, realisiert Kapital allein nochkeinProjekt. „Netzanschlüsse, Genehmigungen, Planungs- und Baukapazitäten sowie belastbare Abnahmeverträge entscheiden zunehmend darüber, welche Pro- jekte tatsächlich investierbar werden.“ Für Investoren gewinnen damit gesicherte Zugangsrechte, verlässliche Erlösmodelle und die operative Kompetenz der Asset Manager an Bedeutung. „Es reicht nicht, auf den hohen Inves- titionsbedarf zu setzen“, betont Steffen Reeser, Partner von Palla- dio Partners. „Entscheidend ist, wer knappe Kapazitäten sichern, Projekte umsetzen und Risiken langfristig beherrschen kann.“ Wichtiger wird damit die stär- kere Verzahnung bislang getrennt betrachteterInfrastruktursegmente: Rechenzentren benötigen Strom- erzeugung, Netze und Speicher, erneuerbare Energien wiederum Speicher und eine flexible Strom- nachfrage. Im Ergebnis verschiebt sich für Investoren die Wertschöp- fung: Diese liegt immer weniger im isolierten Asset als im Zugang zu knappen Schnittstellen. INFO: palladio-partners.com Durch das Dickicht Dass die EU-Regulatorik einem Dickicht gleicht, das mit den Jahren nicht unbedingt lichter wird, ist kein Geheimnis. Dutzende Verordnungen und Regularien kommen laufend hinzu, die Ziel setzungen sind unterschiedlich – und manchmal auch widersprüchlich. Als wir auf der letzten Redaktionssitzung überlegten, welche Geschichte zu dem Thema platziert werden sollte, und leichte Verwirrungausbrach („Hattenwirdasnicht schon, ist das wirklich schon spruchreif, widerspricht das nicht …?“), kam der Gedanke auf, dass ein Guide zu diesem Thema nicht die schlechteste aller Ideenwäre. Gesagt, getan. Wobei sichdas „Getan“ deutlich schwieriger gestaltete als das „Gesagt“. DasErgebnis:UnsereRedaktionsheldinnen Daniela Englert und Anke Dembowski verdichteten unsere über Jahre gewachsene Berichterstattung auf zwölf Seiten zum IM Regulatorik-Guide, der die wichtigsten Regelwerke, ihre Genese und Entwicklung zusammenfasst. Der Guide wird ab jetzt jährlich aktualisiert. Zwei weitere Heldinnen finden Sie übrigens auf dem Cover der Ihnen vorliegenden Ausgabe. Anja Mikus, die Chefin des Kenfo-Staatsfonds, hat uns tiefen Einblick in die Funktion des Fonds gegeben – und mehr als nur anklingen lassen, wofür das Konstrukt, das aktuell ausschließlich die LagerungvonAtommüllfinanziert,nocheingesetzt werden könnte. Beate Petry, ihres Zeichens Vorstandsvorsitzende von BASF Pensionskasse und aba – und damit wohl eine der mächtigsten Frauen der Branche –, hat sich wiederum mit Andrea Martens zu einem Spaziergang getroffen. Verblüffend bodenständig erzählt die Topmanagerin von ihrer Arbeit, ihren Ansichten und davon, was sie wirklich verabscheut. Wie immer sind das nur einige Highlights unserer aktuellenAusgabe.MitBeiträgenzu Markttheorie, Produkten und Strategien hoffen wir, Ihnen auch diesmal eine interessante und vor allem nützliche Lektüre bereitzustellen. Viel Freude beim Entdecken dieser Themen, Ihr Hans Weitmayr Chefredakteur EDITORIAL
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=