Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © Christoph Hemmerich 142 3/2026 | institutional-money.com INTERVIEW Jeffrey Dissmann und Tilo Kraus TILO KRAUS: Das Volumen wächst mit jeder Transaktion. Wir bewegen uns in einem soliden dreistelligen Millionen- bereich. Die Größe erlaubt uns bereits eigenständigeZeichnungen inPrivate-Mar- kets-Investments, ohne aufDachfonds oder externes Gatekeeping angewiesen zu sein. WirkönnenalsodieAllokationenselbergut steuern, statt die früher üblichen Umwege in Kauf zu nehmen. JEFFREY DISSMANN: Bemerkenswert ist, dass der Fonds, wie eingangs kurz erwähnt,alssogenannter§-282-Spezialfonds direkt in private Strukturen investieren kann. Das erscheint vielen unserer Kunden noch ungewöhnlich, weil die meisten einen klassischen Spezialfonds nach § 284 unterhalten, der nicht ohne Weiteres in die Limited-Partnership-Konstrukte der Pri- vate-Markets-Welt investieren konnte. Der 282er hat durch gesetzliche Änderungen in den vergangenen Jahren inzwischen prak- tisch die operative Funktionalität eines Luxemburger AIF-Vehikels erreicht, sodass Private-Markets-Investitionen direkt aus einem in Deutschland regulierten, von der BaFinüberwachtenVehikelherausmöglich sind, ohne den früher oft nötigen administ- rativen Umweg über Luxemburg gehen zu müssen. Warum sind Real Assets und Private Markets – Infrastruktur, Immobilien, Private Debt – gerade für eine Rent- nergesellschaft besser geeignet als für einen klassischen IFRS-Bilanzierer? JEFFREY DISSMANN: Beim Pension Buy-out denken wir nicht in Quartalen, sondern in langfristiger Wertgenerierung, umInflations- undLanglebigkeitsrisikenzu bedecken. Dafür eignen sich Infrastruktur und Immobilien. Ein klassisches IFRS- Unternehmen muss dagegen kurzfristiger Bericht erstatten und ist stärker an Bewer- tungsschwankungenorientiert.Uns erlaubt ein langer Anlagehorizont, Risikoprämien zu vereinnahmen, die kurzfristig orientier- tenInvestorennichtzugänglichsind,weilsie ihrePositionennichtüberJahrzehntehalten können oder wollen. Wie wird sichergestellt, dass die Erträgemit der Inflationskopplung der VerpflichtungenSchritt halten, gerade nachderjüngstenHochinflationsphase? TILO KRAUS: Es gibt dazu im Grunde zweiZug änge:HedgenundInvestieren.Die Möglichkeit des Hedgens, wie man sie in Großbritannienhat, gibt es inDeutschland so nicht, weil der Markt für inflationsinde- xierte Anleihen in Europa eingeschränkt ist und eher auf europäische statt auf deut- sche Inflation abstellt. Deshalb setzen wir stärker auf Realrenditen von Sachwerten, die über den Zyklus hinweg Rendite gene- rieren: Wir müssen nicht jedes Quartal die Inflation exakt abbilden, sondern lediglich den Zyklus durchhalten. Wiehoch isteigentlichdieVersuchung, für zusätzliches Alpha höhere Gebüh- renzuakzeptieren?OdergiltbeiVedra und Marsh strikt: Alpha macht ihr woanders, hier zählt Kostendisziplin? JEFFREY DISSMANN: Dahinter steht eine starke Governance beziehungsweise TILO KRAUS Tilo Kraus studierte Betriebswirtschaft an der Universität München und Volkswirtschaft an der Fernuniversität Hagen. Hinzu kommen ein Master der University of Warwick und ein MBA der University of Chicago. Seine berufliche Laufbahn begann er Ende 1999 bei der Münchner Private-Equity-Gesellschaft VCM Venture Capital Management, bevor er zur UBS-Investmentbank nach London wechselte, wo er zuletzt das Fremdkapital- undRisikomanagementgeschäftmit deutschen, österreichischen und niederländischen Unternehmenverantwortethat. 2009wechselteer zur IKBDeutsche Industriebank, wo er denBereich Financial Markets geleitet hat. Ab 2019 war er Bereichsvorstand der Hamburg Commercial Bank und verantwortete die Betreuung institutioneller Kunden sowie das Syndizierungsgeschäft. Seit 2022 ist er einer von zwei Geschäftsführern von Vedra Pensions.

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