Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Positionen in gleichgewichteten, jedoch nicht in wert- gewichteten Portfolios dokumentiert.Hier ist die Arbeit von Paul Asquith, Parag A. Pathak und Jay R. Ritter aus dem Jahr 2005 mit dem Titel „Short Interest, Institutional Ownership and Stock Returns“, publiziert im Journal of Financial Economics, zu nennen. Anand, Hua und Puckett untersuchen die Trade-offs, denen sich informierte Hedgefonds an den Leerverkaufs- und Optionsmärkten gegenübersehen. Dabei stellt sich heraus, dass im Terzil mit den höchsten Short-Interest-Posi- tionen niedrigere Nettooptionswerte mit höheren Friktio- nen im Wertpapierleihemarkt – festzumachen an höheren Leihgebühren, einer höheren Leihauslastung und einer höheren Wahrscheinlichkeit von Rückrufen – und einer höheren Optionsliquidität verbunden sind. Dies deutet darauf hin, dass die relativen Kosten in beiden Märkten mit den in Optionen enthaltenen Informationen zusammen- hängen. Option statt Leerverkauf? Die Autoren prüfen außerdem, ob Optionen Leerverkäufe ersetzen, wenn Leerverkaufsbeschränkungen bindend wer- den. Die Regressionsanalysen zeigen nicht, dass die Options- positionen von Hedgefonds aussagekräftiger sind, wenn die Beschränkungen für Leerverkäufe extrem sind und höchst- wahrscheinlich bindend wirken. Obwohl die Kosten für Leerverkäufe wichtig sind, konnten die Autoren keine Bele- ge dafür finden, dass informierte Hedgefonds Leerverkäufe durch Optionen ersetzen können, wenn der Leerverkaufs- kanal praktisch nicht verfügbar ist. Die Autoren analysieren auch, ob die Trade-offs zwischen Optionen und Leerverkäufen durch Kapitalbeschränkungen beeinflusst werden, mit denen Hedgefonds konfrontiert sind. Diese Analyse steht im Einklang mit den Erkennt- nissen von Yong Chen, Zhi Da and Dayong Huang in „Arbitrage Trading“ aus dem Jahr 2019, die zeigen, dass die Anomalien, denen Hedgefonds ihr knappes Kapital zuord- nen, bei eingeschränktem Arbitragekapital höhere Renditen erzielen. Im Vergleich zu dieser Studie liegt der Fokus von Anand, Hua und Puckett auf den zur Umsetzung von Trades ver- wendeten Instrumenten und nicht auf bestimmten Han- delsstrategien. Sie nutzen die Schwankungen in der Ver- fügbarkeit von Arbitragekapital anhand der Finanzkrise 2007/08, in Zeiten mit hohem VIX und solchen mit hohem TED-Spread. Regressionsergebnisse zeigen, dass in diesen Zeiträumen die Prognostizierbarkeit von Nettooptionen signifikant zunimmt. Die Grafik „Abnormale Renditen in Krisenzeiten“ illustriert diese Differenz in einem univariaten Szenario. So ist die Differenz der Inter-Terzil-Renditen von Nettooptionen während der Finanzkrise fast viermal größer (–2,96 %) als in Nicht-Krisenquartalen (–0,83 %). Die drei Autoren identifizieren Hedgefonds mit Netto- verkäufen und solche mit illiquiden (oder separat volatile- ren) Aktienbeständen als Fonds, die in Zeiten von Markt- stress mit größerer Wahrscheinlichkeit erheblichen Kapital- beschränkungen gegenüberstehen. Sie ziehen den Schluss, dass die Zunahme der Vorhersagbarkeit von Nettooptionen in Zeiten von Marktstress auf diese Gruppen von Hedge- fonds konzentriert ist. Es findet sich keine entsprechende Zunahme der Prognostizierbarkeit von Short Interest in die- sen Zeiten mit Marktstress. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kapitalbeschränkungen von Hedgefonds mit einem Anstieg pessimistischer Informationen in deren Optionstangente verbunden sind. Das Forschertrio weist darauf hin, dass ihr Fokus auf die Auswirkungen von Fonds- beschränkungen auf die Informationen in Optionen im Vergleich zu Leerverkäufen im Sinne der Literatur zu den Grenzen der Arbitrage zu sehen ist und sich von den ak- tienspezifischen Anstiegen der Leerverkaufsbeschränkungen, die ebenfalls zu höheren Optionspreisen führen können, unterscheidet. Zusatznutzen Nettooptionen sagen auch Gewinnüberraschungen für nachfolgende Quartale voraus.Wie bei den Renditen ist das Ergebnis mit pessimistischen Nettooptionspositionen ver- bunden. Darüber hinaus ist der Zusammenhang zwischen Nettooptionen und zukünftigen abnormalen Renditen (oder Gewinnüberraschungen) bei Unternehmen stärker, bei denen Hedgefonds wahrscheinlich einen Vorteil haben, etwa bei Unternehmen mit einem undurchsichtigeren Informationsumfeld, gemessen an der Unternehmensgröße und dem Grad der Abdeckung durch Analysten. Dies deutet darauf hin, dass die Optionspositionen von Hedge- fonds einzigartige latente fundamentale Informationen widerspiegeln. DR. KURT BECKER Abnormale Renditen in Krisenzeiten Bereinigte abnormale Renditen für Aktienportfolios in Krisen- versus Nichtkrisenzeiten Aktien werden vierteljährlich entsprechend ihrer Nettooptionen in Terzile gegliedert. Abnormale zukünftige Renditen für das Folge- quartal werden vierteljährlich als gleichgewichtete Durchschnitts- werte aller Aktien eines Terzils berechnet. Anschließend werden die Zeitreihen dieser Portfoliorenditen über die relevanten Quartale gemittelt. Der Krisenzeitraum erstreckt sich vom dritten Quartal 2007 bis zum ersten Quartal 2009. Quelle: Studie -0,03 -0,025 -0,02 -0,015 -0,01 -0,005 0 0,005 Rendite 94 N o . 3/2025 | institutional-money.com THEORIE & PRAXIS | Hedgefonds-Optionen

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