Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
KREATIVE PERSONALSUCHE Sicherheit in allen Lebenslagen Die Rüstungsindustrie erfreut sich bei Investoren derzeit großer Beliebtheit. An- gesichts des Aufrüstungsbedarfs vieler Staaten winken der Branche milliarden- schwere Aufträge und damit zukünftig hohe Gewinne, an denen Institutionelle partizipieren wollen. Zur Abarbeitung dieser Aufträge und damit zur Rechtfertigung der vielfach ho- hen Aktienkurse der Rüstungshersteller fehlt derzeit aber das Personal. Schätzun- gen des Beratungsunternehmens Kearney gehen für diesen Sektor von 760.000 feh- lenden Fachkräften in Europa bis 2030 aus. Vor diesem Hintergrund werden die Personalverantwortlichen erfinderisch. Einerseits rekrutieren sie in anderen Bran- chen, die im Niedergang begriffen sind. Beispielsweise in der deutschen Automo- bilindustrie: So rüstet Rheinmetall derzeit zwei Automobilwerke um und schult deren Arbeiter neu. Mitbewerber Hen- soldt zeigt seinerseits Interesse an gekün- digten Mitarbeitern der Automobilher- steller Continental und Robert Bosch. Auf der anderen Seite sponsert Rhein- metall den Fußballverein Borussia Dort- mund, um das eigene Image als Arbeitge- ber zu verbessern. Und Manager verteilen im Rahmen eines „Guerilla-Marketing“ auf Recruiting-Veranstaltungen lustiger- weise Kondompackungen, auf denen der Firmenname und die Botschaft „Sicher- heit zählt. Immer und überall“ aufge- druckt sind. Sicherheit wird in bewegten Zeiten wie diesen wieder wichtiger. Das gilt nicht nur im Liebesleben, sondern vor allem auch in der großen Weltpolitik. SCHNÄPPCHENJÄGER SCHLUGEN ZU Bevor die Zeit abläuft … Die Verhängung von Einfuhrzöllen auf aus- ländische Waren in den USA hat voraus- schauende US-Konsumenten dazu ani- miert, sich vorher noch rasch mit begehrten Gütern einzudecken, bei denen Preiserhö- hungen absehbar sind. Das gilt auch für ex- klusive Uhren aus europäischen Werkstät- ten. So gingen nach Bekanntgabe der Zölle, sobald die Gehälter zu Monatsende auf den Konten waren, in den USA auffällig viele Luxusuhren über die Ladentische. Das wa- ren nicht nur Neuprodukte, sondern inter- essanterweise auch gebrauchte Uhren. Denn auch hier drohen in Abhängigkeit vom Neumarkt Preiserhöhungen. Händler berichteten von höheren Uhrenumsätzen in Höhe von 160 Prozent im Vergleich zum normalen Handelsniveau. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ UND IHRE AUSWIRKUNG AUF KOMMUNIKATION Höflichkeit ist reine Verschwendung Die meistgelesenen Institutional Money Online-News Diese Themen haben die Leser seit der letzten Ausgabe auf institutional-money.com am meisten interessiert: US-Parlament verabschiedet Krypto-Gesetz: XRP und Ethereum reagieren 1 VanEck legt den ersten ETF zur Quantencomputer-Branche in Europa auf 2 Warren Buffett äußert sich bearish, verkauft weiter Aktien 3 Treffsichere Bitcoin-Prognose? Was die Google-Suche über BTC-Kurs verrät 4 Zehn Jahre Ethereum: Diese Kurserwartung hat die Kryptobörse Bitget 5 Kostengünstiger Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF am Start 6 Iran-Krieg: Japans Banken evakuieren Mitarbeiter aus Dubai, Abu Dhabi 7 D: Kirchen-Pensionsfonds erteilt Mandat an chinesischen Aktienfonds 8 Flossbach-Stratege: Comeback Europas ist nur eine gute Geschichte 9 Ethereum auf dem Vormarsch, Kapitalabzug aus Bitcoin 10 Newsletter abonnieren: institutional-money.com/newsletter Quelle: www.institutional-money.com Ein „Bitte“ und „Danke“ ist zwar im zwi- schenmenschlichen Bereich gern gesehen, im neuen Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI) führt dies jedoch zu unerwünschten Fol- gekosten in Form eines höheren Stromver- brauchs. Im Ergebnis kosten Höflichkeit und andere menschliche Floskeln Firmen wie OpenAI, den Betreiber des KI-Chatbots ChatGPT, mehrere Millionen US-Dollar an vermeidbaren Energiekosten. Denn wenn der User einen Prompt ein- gibt, untersucht die KI jedes Wort und jede enthaltene Silbe unabhängig von deren Not- wendigkeit für die eigentliche Fragestellung. Das führt zu mehr Strombedarf. Vor dem Hintergrund von fast einer Billion Prompts pro Jahr und angesichts dessen, dass sich rund 70 Prozent der Menschen bei der KI bedanken und höfliche Worte rund vier Pro- zent der Prompts ausmachen, verbraucht laut Hochrechnungen digitale Höflichkeit jähr- lich so viel Strom wie 2.500 heimische Haus- halte. Also kurz und prägnant formulieren! Um Energie zu sparen, sollten User bei der Verwen- dung künstlicher Intelligenz möglichst kurze Fragen stellen und Höflichkeitsfloskeln vermeiden. 258 N o . 3/2025 | institutional-money.com DIE LETZTE SEITE | Gemischtes & Skurriles FOTO: © MATTLIGHTFOOT I REDDIT, GRAINI I ADOBESTOCK.COM
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