Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

PARTNER-PORTRÄT Herr Koch, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage imBiotech-Sektor? Koch: Wir sehen eine außergewöhnliche Bewer- tungssituation. Viele Small Caps handeln nahe oder sogar unter ihremNettocashbestand – ein Niveau wie zuletzt nach dem Platzen der Dot- com-Blase. Auch Mid Caps liegen deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Für Investoren ist das spannend, denndieDiskrepanzzwischenwissen- schaftlichemFortschrittundMarktpreiswarselten so groß. Historischwaren solche Phasen oft Aus- gangspunktfürlangfristigeNeubewertungen. Gleichzeitig gab es zuletzt einige große Über- nahmen. Was sagt uns das? Koch: Das unterstreicht die strukturelle Stärke des Sektors. Strategische Käufer wie Johnson & Johnson, Sanofi oder Merck & Co. haben in den vergangenen Monaten Milliardenbeträge in Biotech-Innovationen investiert. Allein Johnson & Johnson hat 14,6 Milliarden Dollar für Intra-Cellular Therapies bezahlt, Sanofi bietet bis zu 9,5Milliarden für BlueprintMedicines, undMerck &Co. will Verona Pharma für 10Milliarden über- nehmen. Das zeigt klar: Big Pharma ist bereit, substanzielle Prämien für differenzierte Tech- nologien zu zahlen. WosehenSieaktuell diegrößtenKurstreiber? Koch: In der Innovation. Argenx erhielt die Zulas- sung für Vyvgart Hytrulo, eine patientenfreund- liche Fertigspritze. Alnylam bekam grünes Licht für Amvuttra bei ATTR-Kardiomyopa- thie. Zudem erhielt Ionis die FDA-Zulassung für Donidalorsen, während Vertex mit VX-880 bei Typ-1-Diabetes eine potenziell disruptive Zell- therapie zeigte. Gleichzeitig gibt es politische Diskussionen überMedikamentenpreise.IstdaseineGefahr? Koch: Ja, etwa durch das diskutierte Most-Fa­ voured-Nation-Modell indenUSA, dasPreise an internationale Tiefstwerte koppeln würde. Aber der kommerzielleMarkt, der nicht vonMedicare und Medicaid reguliert wird, bleibt frei in der Preisgestaltung. Es ist derzeit ungewiss, ob das MFN-Modell letztlich umgesetzt wird. Worauf kommt es imzweitenHalbjahr an? Koch: Auf die Pipeline. Nach Ionis stehen noch drei wichtige Zulassungsentscheide bevor: Scholar Rock (SMA), Agios (Thalas- sämie) und Biohaven (spinozerebelläre Ata- xien). Dazu erwarten wir bedeutende Studien- daten, unter anderen von Ionis bei schwerer Hypertriglyzeridämie und Relay Therapeutics zur PI3Ka-Triplett-Therapie. Ihr Fazit? Koch: Trotz politischer Risiken bleibt die Innovati- onskraft der Branche ungebrochen. Die Branche istsogünstigbewertetwieseitJahrzehntennicht, während Big Pharma Milliarden in Innovationen investiert. Das zweite Halbjahr könnte entschei- dend sein – und zeigen, welche Unternehmen denSprung indieKommerzialisierung schaffen. Biotech: Marktbereinigung schafft neue Basis Der Biotech-Sektor erlebte nach dem Boom 2021 eine harte Korrektur: Steigende Zinsen und überzogene Erwartungen bremsten den Markt, besonders kleinere Firmen litten. Nach der Marktbereinigung ist nun ein Umfeld entstanden, in dem Qualität, solide Daten und differenzierte Ansätze zählen. Die indieserVeröffentlichunggeäußertenAnsichtensinddiedesAutorszumZeitpunktderErstellung.DiesePublikationstelltwedereinAngebotzumKaufoderVerkaufnocheine AufforderungzurAbgabeeinesAngebotszumKaufoderVerkaufvonFinanzinstrumentendar.Copyright:BellevueAssetManagementAGals InvestmentManagerderBBBiotechAG. Kontakt Rachael Burri Head Investor Relations BB Biotech bei Bellevue Asset Management BB Biotech AG Schwertstrasse 6 8200 Schaffhausen Schweiz Tel.: +41/52/624 08 45 E-Mail: ir@bbbiotech.com Firmenporträt BB Biotech investiert in den Biotechnologie-Markt und ist einer der weltweit größten Anleger mit über 30 Jahren Erfahrung in diesemBereich. Der Fokus der Beteiligungen liegt auf Gesellschaften, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuer Medikamente mit eindeutigem Mehrwert für das Gesundheitssys­ tem konzentrieren. Dr. Christian Koch Head BB Biotech bei Bellevue Asset Management BIOTECHNOLOGIE ANZEIGE FOTO: © BELLEVUE ASSET MANAGEMENT

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