Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
liten in nur 18 Monaten entwickelt, während etablierte Anbieter dafür oft fünf bis sechs Jahre brauchen. Der bishe- rige Erfolg gibt den Münchner Venture-Capital-Gebern recht. Laut Voelklein beläuft sich der Kapitalmultiplikator (MOIC) derzeit auf 2,0. Und das Team plant weitere Invest- ments mit einem zweiten, größeren Fonds mit ähnlicher Ausrichtung. Family Offices aktiv Zu den Investoren zählen unter anderem Regina Wein- mann, Partnerin bei Primepulse. „Wir denken in Generatio- nen und suchen Investments, die nachhaltige Wachstums- chancen mit einem klaren Risikoprofil verbinden. Venture Capital im Space-Bereich bietet hier – trotz der noch jungen Marktphase – mehrere überzeugende Argumente.“ Das Portfolio des Münchner Family Office hat ein Volu- men von insgesamt gut 600 Millionen Euro, davon ist ein zweistelliger Millionenbetrag bei Alpine Space Ventures in- vestiert. Über weitere Venture-Capital-Fonds hat Primepulse zusätzliches Space-Exposure. Der Geschäftsführer eines deutschen Family Office, das sich mit einem mittleren siebenstelligen Betrag bei Alpine Space Ventures engagiert hat, es aber vorzieht, anonym zu bleiben, meint: „Für unser Family Office fungiert Venture Capital im Space-Segment als strategische Beimischung in- nerhalb des Gesamtportfolios.Wir sehen in diesem Segment ein außerordentlich hohes Zukunftspotenzial, insbesondere für den europäischen Markt, und erwarten dort signifikante Wachstumschancen.“ Für direkte Einzelinvestments in die- sem Sektor hält er seine Inhouse-Strukturen nicht für aus- reichend aufgestellt und setzt deshalb auf „spezialisierte Venture-Capital-Fonds mit ausgewiesener Expertise in früh- phasigen Opportunitäten“. Das Family Office hat über weitere Venture-Capital-Fonds zusätzliche Exposure zur Space Economy und ist ansonsten breit diversifiziert mit Immobilien und langfristigen Unter- nehmensbeteiligungen, Private Equity und Venture Capital, direkten Engagements bei Start-ups aus unterschiedlichen Branchen sowie liquiden Assets. Laut PwC haben private Investoren seit 2015 über 47 Mil- liarden Dollar in den Raumfahrtsektor investiert, wobei der Zuwachs imDurchschnitt 21 Prozent betrug. Diese Engage- ments teilen sich auf in Equity-, Debt- und Akquisitions- finanzierung, wobei Equity und hier insbesondere Venture Capital den Löwenanteil ausmacht – sein Anteil lag 2022 bei 66 Prozent. Corporate Investors, Private Equity und andere teilen sich das letzte Drittel. PwC zufolge hat sich die Investorenbasis in den vergange- nen Jahren stark diversifiziert,wobei zahlreiche neue Investo- ren in das Segment drängen. Unter den Anlegern in diesem Bereich befinden sich demnach 13 der 15 größten Venture- Capital-Geber und acht der größten 15 Private-Equity- Firmen. Diese Entwicklung trägt auch dazu bei, dass der Markt immer liquider wird und sich regelmäßig immer mehr Exit-Möglichkeiten ergeben – laut PwC gab es seit 2015 163 entsprechende Events. ETF-Variante Daneben gibt es eine wachsende Zahl an Equity- und Debt- Fonds zahlreicher Kapitalanlagegesellschaften – sowohl aktiv gemanagt als auch in Form von ETFs. Investoren können auch Exposure zum Space-Segment erhalten, indem sie sich an staatlichen Finanzierungsvehikeln oder Public Private Partnerships beteiligen – entweder für dedizierte Raumfahrt- projekte oder im Rahmen von Infrastrukturfinanzierungen, die häufig Space-Projekte beinhalten. Zahl und Durchschnittsvolumen von Finanzierungen sind über die Jahre laut PwC stark gestiegen. Gab es 2018 noch gut hundert Seed-Capital-Deals, so waren es 2022 schon über 250. Auch Serie-A- und -B-Deals haben deutlich zugenommen. Zugleich hat sich das Durchschnittsvolumen der Deals 2022 auf über fünf Millionen Dollar verdreifacht. Ein ETF mit klarem Fokus auf die Space-Economy ist der VanEck Space Innovators des amerikanischen Investment Managers VanEck. Er bildet passiv den MVIS Global Space Industry ESG Index nach, der die 25 weltweit größten und liquidesten Raumfahrtaktien beinhaltet. Von der deutschen DWS stammt der Xtrackers Europe Defence Technologies UCITS ETF. Er bildet den Stoxx Europe Total Market Defence Space and Cybersecurity Innovation Index nach mit gut 20 gelisteten Firmen aus den Bereichen Verteidi- gung, Raumfahrt und Cybersicherheit. DAVID VERBEEK Investmentuniversum Private Investorenstruktur im Raumfahrtsegment Der überwiegende Teil der weltweiten Space-Investments kommt aus dem Bereich des Venture-Kapitals. Laut PwC drängen aber neue Investoren in den Markt. Die Gesamtzahl der Investo- ren hat sich seit 2020 in etwa verdoppelt. Quelle: PwC 21 % 66 % 8 % 11 % 15 % Beispiel Aktuell 558 Investoren nach 274 im Jahr 2020 222 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Space-Investments FOTO: © PRIMEPULSE » Wir denken in Generationen und suchen Investments, die nachhaltige Wachstumschan- cen mit einem klaren Risikoprofil verbinden. « Regina Weinmann, Partnerin Family Office Primepulse
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