Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Rohstoffen auf anderen Himmelskörpern oder neuartige Antriebstechnologien. Die britisch-amerikanischen Anwälte orten in einem einschlägigen Report dennoch eine Berech- tigung für solche spekulativen Investments bei entsprechend risikoaffinen Investoren. Up- und Downstream-Investments Die Space Economy bringt eine Vielfalt an Geschäftsmodel- len hervor, die auch an die Finanzierung völlig unterschied- liche Anforderungen stellt. „Upstream“steht für alles,was der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Satelliten und Raketen dient.Dieses Geschäft ist meist äußerst kapitalinten- siv, die Zeit bis zur Marktreife lang und der kommerzielle Erfolg zahlreichen Unwägbarkeiten wie politischen Entschei- dungen, Regierungsbudgets, strengen Regulierungen, tech- nologischen und Konjunkturrisiken ausgesetzt. „Down- stream“dagegen umfasst die Verarbeitung und Vermarktung der Daten, die Satelliten produzieren.Hier entstehen gerade zahlreiche völlig neue Anwendungen und Geschäftsmodel- le. Im Downstream-Segment sind sie in der Regel weniger kapitalintensiv, die Zeit bis zur Marktreife ist meist deutlich kürzer, und die Risiken sind besser kalkulierbar. Einige Marktbeobachter empfehlen daher auch, sich eher im Downstream-Segment zu engagieren. Viele Investoren scheinen diese Meinung zu teilen. Die European Space Agency hat ermittelt, dass der Downstream-Markt 2024 mit 408 Milliarden Euro ein weitaus größeres Volumen hatte als das Segment „Manufacturing and Launch“, was Upstream entspricht und 63 Milliarden Euro auf die Waage bringt. Downstream wächst außerdem deutlich stetiger mit positivemWachstum in jedem Jahr seit 2021, das sich zuletzt auf neun Prozent belief. Upstream dagegen wuchs 2024 um 22 Prozent nach einem deutlichen Einbruch im Vorjahr. Bestimmte Segmente innerhalb des Space-Universums weisen höhere Wachstumsraten auf als der gesamte Markt. Exemplarisch nennt das Beratungsunternehmen PwC Satcom (Satellite Communication and Connectivity) mit 13 Prozent geschätztem jährlichem Wachstum bis 2030, Erd- beobachtung (EO) mit 15 Prozent und bestimmte „Emer- ging Segments“mit 23 Prozent. Unter Letzteres fallen zum Beispiel sogenannte In-Orbit Services wie die Reparatur oder Betankung von Satelliten im All oder die Beseitigung von Weltraumschrott. Die Langfristigkeit bestimmter Upstream-Projekte – zum Beispiel bis zu fünf Jahre Entwicklungszeit für bestimmte Satelliten – erhöht auf der anderen Seite das Investitionsrisi- ko. In dieser Zeit können Regierungen wechseln oder staat- liche Budgets gestrichen werden, von denen viele Raumfahrt- projekte abhängig sind. Ebenso kann die verwendete Technologie durch neue Entwicklungen oder Regularien obsolet werden. Um die Investitionsrisiken zu mitigieren, empfehlen einige Analysten daher eine breite Streuung der Space-Investments über verschiedene Unternehmen, Regionen, Geschäftsmodelle, Technologien und Reifegrade. Venture-Kapital im Upstream Einen anderen Weg geht hingegen Alpine Space Ventures. Der Fonds hat nur sechs Unternehmen im Portfolio, ein sie- bentes Investment ist derzeit in Vorbereitung. „Diese starke Konzentration unterscheidet uns von den allermeisten anderen Fonds am Markt“, sagt Investmentpartner Joram Voelklein. „Wir setzen auf Firmen, von denen wir nach einer intensiven Due Diligence völlig überzeugt sind.“ Dafür haben die Münchner über tausend Firmen unter die Lupe genommen. Für die Bewertung von Technologie, Marktchancen und Management zeichnet ein Team ver- antwortlich, das Erfahrung aus der Space Economy mit- bringt, allen voran Bulent Altan, ehemaliger Vice President bei Elon Musks SpaceX und heute neben Voelklein Partner von Alpine Space Ventures. Auch die Fokussierung auf das Downstream-Segment macht Alpine Space Ventures nicht mit. Zu den Portfolio- firmen zählt etwa die Berliner Reflex Aerospace, die Satel- Wie sich die beiden Space-Sektoren weltweit und in Europa entwickelt haben Volumen Upstream Volumen Downstream Aus geografischer Schicht ernüchternd stellt sich die Entwicklung des Upstream-Kerngeschäfts – etwa das Produzieren und Launchen von Satelliten oder Ähnliches – dar. Nicht nur ist der Anteil Europas am Weltmarkt gering, für die vergangenen fünf Jahre wird sogar ein leichter Rückgang verzeichnet. Investoren werden bei einem allfälligen Engagement also auch außerhalb der kontinentalen Grenzen aktiv werden müssen. Quelle: ESA 0 10 20 30 40 50 60 70 2020 2021 2022 2023 2024 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 2020 2021 2022 2023 2024 Mrd. Euro Mrd. Euro 220 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Space-Investments

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