Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

D er Kreis der Investoren, die Exposure zur Space Economy suchen, wird laut PwC immer breiter und vielfältiger. Einer der Gründe: Die Space Eco- nomy wächst deutlich schneller als die Volkswirtschaft ins- gesamt. Laut UBS Investment Research hatte sie 2022 ein Volumen von 384 Milliarden Dollar und soll bis 2040 eine Billion Dollar wert sein. Das Weltwirtschaftsforum erwartet sogar ein Wachstum von 630 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 1,79 Billionen Dollar 2035,was einen durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von neun Prozent bedeutet. Dieses Wachstummuss finanziert werden – und zwar zu- nehmend von privaten Kapitalgebern. „Wir glauben, dass Space in den kommenden Jahrzehnten global zu einer der größten – wenn nicht sogar zur größten – Industrie werden kann“, sagt Joram Voelklein, Gründungspartner des Venture- Capital-Fonds Alpine Space Ventures. Für ihren ersten Fonds haben die Münchener 170 Millionen Euro von institutionellen Investoren eingeworben, darunter staatliche Player wie der Europäische Investmentfonds EIF und der Innovationsfonds der NATO NIF sowie diverse Family Offices. Nachdem der Weltraum-Hype, der mit der Mondlan- dung 1969 seinen ersten Höhepunkt erreicht hatte, stark abgeflaut war, kehrt das Thema wieder in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zurück. Einige der reichsten Männer der Welt haben Space-Unternehmen gegründet. Allen voran Elon Musk, vermögendstes Individuum der Welt, der mit seinemUnternehmen SpaceX nichts weniger als die Besied- lung des Mars im Visier hat. SpaceX und die Firmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Virgin Galactic des britischen Milliardärs Richard Branson ermöglichen Touristenflüge ins All. Ungleich größere finanzielle Bedeutung haben aber weit- aus weniger öffentlichkeitswirksame Geschäftsmodelle, bei denen Satelliten eine Schlüsselrolle spielen. SpaceX verdient Geld etwa mit Transportdiensten für die NASA und andere Institutionen oder mit demKommunikationssystem Starlink, das Mobiltelefonie über Satelliten ermöglicht – auch auf hoher See und in Landstrichen ohne Mobilfunknetz. Dafür hat SpaceX bereits über 8.000 Satelliten im Orbit, mehrere zehntausend weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Starlink ist nicht die einzige Megakonstellation von Hun- derten oder Tausenden Satelliten, die derzeit im Aufbau oder in Planung sind. Weitere aus dem Kommunikations- bereich sind unter anderem OneWeb der französischen Eutelsat und das Projekt Kuiper, das der amerikanische Amazon-Konzern plant. Die Zahl der Satelliten entwickelt sich dementsprechend: In den vergangenen 60 Jahren wurden rund 11.000 künst- liche Trabanten in den Orbit geschickt. Die Zahl soll sich bis 2030 auf 60.000 bis 100.000 vervielfachen. Laut European Space Agency (ESA) gab es 2024 weltweit 259 Starts, 18 Pro- zent mehr als imVorjahr und der dritte zweistellige Zuwachs Bei „Up- und Downstream“ denkt man in der Regel zunächst an die Erdölbranche. Tatsächlich verwendet man den Terminus aber auch in der Space-Industrie. Die damit verbundenen Subsektoren stellen eine potenziell lukrative Investmentnische dar. Up und Down ins All Das All ist das Limit Starke Wachstumsprognosen für den Space-Sektor Unter Upstream versteht man vereinfacht gesagt das Kern- geschäft wie z. B. Satelliten, Raketen etc. Downstream umfasst die angeschlossenen Sektoren. Quelle: World Economic Forum 1.160 1.790 9 % p.a. 9 % p.a. 630 2023 2030 2035 +9 % p.a. +11 % p.a. +7 % p.a. Wachstum Space Verhältnis zu Welt-BIP-Wachstum 218 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Space-Investments

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