Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Handel mit Industrieländern betrieben. Heute sehen wir, dass sie bereits 65 Prozent ihres Handels untereinander ab- wickeln.“ Insbesondere China richtet seine Wirtschaft ver- stärkt auf den Binnenkonsum aus, was auch positive Effekte auf die übrigen Schwellenländer hat, insbesondere in Asien. Er hält sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen der Emerging Markets für interessant,wobei zuletzt mehr Staats- anleihen emittiert wurden. „Auffällig ist, dass Unternehmens- anleihen der Schwellenländer ein besseres Rating haben als Staatsanleihen. Besonders viele Unternehmensanleihenemis- sionen sehen wir derzeit aus demNahen Osten, und es gibt auch viele Emittenten aus Lateinamerika“, sagt Van Overfelt, wobei diese oft mit relativ kurzen Laufzeiten ausgestattet sind. „30-jährige Laufzeiten finden Sie eher bei Government Bonds als bei Corporates.“Dabei verzeichnet er auch Bemü- hungen bei den Emittenten aus den Emerging Markets, die institutionelle Nachfrage nach ESG-zertifizierten Anleihen zu bedienen. Interessant trotz niedriger Credit Spreads Die Verbesserung der Fundamentaldaten vieler Unterneh- men in Schwellenländern haben sich in den letzten Jahr- zehnten deutlich verbessert, und das drückt auf die Credit Spreads: „Derzeit wird der JPMorgan Emerging Market Corporate EMBI Broad Diversified Index mit Credit Spreads gehandelt, die nahe bei ihren historischen Tiefstständen und mehr als 100 Basispunkte unter ihrem Zehnjahresdurch- schnitt liegen“, sagt Evariste Verchere, Head of Public Debt beim Schweizer Impact-Investment-Manager BlueOrchard. Risikobereinigt hält er besonders Unternehmensanleihen in Hartwährung aus Schwellenländern für attraktiv: „Bei einer Rendite des Index von etwa 6,1 Prozent und einer Duration von 4,2 Jahren wäre eine Ausweitung des Credit Spreads um mehr als 140 Basispunkte erforderlich, um die Carry-Erträge auszugleichen.“ Zudem sei ein Credit Spread von 200 Basis- punkten zwar aus historischer Sicht nicht hoch, bleibe aber imVergleich zu Unternehmensanleihen aus Industrieländern attraktiv, die bei gleichwertigen Ratings etwa 80 Basispunkte enger gehandelt werden. „Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit, der sich stabilisierenden Inflation und der erhöhten Realzinsen waren festverzinsliche US-Dollar-Anlei- hen selten so attraktiv wie heute“, resümiert Verchere. Diversifikationsaspekt Er hebt auch den Aspekt der Diversifikation hervor, da bereits innerhalb des Segments Emerging Markets Fixed In- come eine gute Streuung gegeben ist: verschiedene Länder auf unterschiedlichen Kontinenten mit unterschiedlichen Attraktive Yields Renditen von Emerging Market Debt Hard Currency (Staatsanleihen) In der Spitze lagen die Renditen bei über zehn Prozent, aber bei jetzt 7,3 Prozent sind sie immer noch attraktiv. Quelle: Bloomberg, L&G 4 5 6 7 8 9 10 2025 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 I 2020 Renditen in % Anhaltend positive Dynamik bei den Ratings Die Ratings der Unternehmensanleihen liegen über denen der Staatsanleihen. Die Ratingagenturen versehen zuletzt deutlich mehr Schwellen- länder mit Upgrades als mit Downgrades. Dies spiegelt sich auch in den Kreditratings für Schwellenländer wider. Quelle: Bloomberg, L&G B+ BB- BB BB+ BBB- BBB BBB+ I I I I I I I I Gewichtete durchschnittliche Ratings der EM-Indizes 208 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Emerging Market Debt FOTO: © L&G, BLUEORCHARD » Die idiosynkratischen Risikoprämien, beispielsweise politische Risiken, lassen sich durch Diversifizierung erfassen und steuern. « Evariste Verchere, Head of Public Debt Portfolio Management beim Schweizer Impact-Investment-Manager BlueOrchard » Die Inflationsraten in den Emerging Markets rangieren aktuell eher am unteren Ende. « Uday Patnaik, Head of Emerging Market Debt bei L&G

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