Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
tieren sie in Westeuropa und liegen damit über dem welt- weiten Durchschnitt (26%). „Viele US-Familien haben ihr Geld in die USA zurück- gebracht, da diese Region als wachstumsstark galt, während einige nichtamerikanische Familien aus Sicherheitsgründen hier investiert haben, aufgrund des Wachstums der Unter- nehmensgewinne und der Tiefe der Kapitalmärkte“, begrün- det dies ein US Family Office Manager im Interview. Durch die neue US-Administration wurden die Karten jedoch neu gemischt: „Aber in den letzten Monaten wurde der Baum geschüttelt, und die Investoren sind damit beschäftigt herauszufinden, wie die Welt nächste Woche, nächstes Jahr, im nächsten Jahrzehnt aussehen wird. Die Lage ist sehr unbeständig, und ich glaube, dass es zu einer Umkehr kommen wird.“ Langfristige Umschichtungen Die UBS befragte die Family Offices nicht nur nach ihren aktuellen Allokationen und kurzfristigen Umschichtungs- plänen, sondern auch nach ihren langfristigen Investment- absichten.Dabei konnten die Family Offices angeben, ob sie auf Sicht von fünf Jahren die Gewichtung einzelner Seg- mente erhöhen, konstant halten oder reduzieren wollen beziehungsweise gar nicht aktiv sind (beispielsweise im Fall von Kunst und Antiquitäten …). Im Wesentlichen dominiert die Antwortmöglichkeit „konstant halten“vor „erhöhen“und „reduzieren“, was dafür spricht, dass Family Offices ihrer strategischen Asset Alloca- tion grundsätzlich treu bleiben und diese nur schrittweise und behutsam im Zeitablauf an neue Herausforderungen anpassen. Auffällig ist der Wunsch der Investmentverant- wortlichen, auf Sicht von fünf Jahren den Aktienanteil (pri- mär OECD-Länder) erhöhen zu wollen. 46 Prozent der Be- fragten äußerten entsprechende Pläne. Aber auch das derzeit wenig goutierte Segment Private Equity steht auf längere Sicht wieder weit oben auf den Wunschlisten (37% bei Di- rektinvestments, 34% indirekte Investments über Fonds) – sowie Private Debt mit 30 Prozent. Bei den „Reduzierungen“ wurden Immobilien (19%), OECD-Staatsanleihen (18%) und „Cash“mit 25 Prozent am öftesten genannt (siehe zwei- tes Schaubild, rechter Teil: „Längerfristig geplante Umschich- tungen“). Alternativen gefragt Viele der von UBS beobachteten Entwicklungen werden von der BlackRock-Umfrage bestätigt. Das gilt insbesondere für die bei allen Profianlegern immer beliebter werdenden alternativen Anlageklassen, denen die BlackRock-Studie einen Schwerpunkt widmet. Laut dem US-Haus erreichen alternative Anlageklassen in den Portfolios von Family Offi- ces mittlerweile eine Gewichtung von 42 Prozent. Zum Vergleich: In der Umfrage aus dem Jahr 2023 betrug dieser Anteil nur 39 Prozent. Motive dafür könnten sein, dass 68 Prozent der von BlackRock befragten Family Offices zur Risikoreduzierung eine höhere Diversifikation wünschen und 47 Prozent der Befragten eine breitere Streuung ihrer Ertragsquellen anstreben. Begehrte Alternativen Höhere Allokationen bei alternativen Anlageklassen Die von BlackRock befragten Family Offices wollen in den Jahren 2025 und 2026 ihr Exposure im Bereich der alternativen Anlageklassen vor allem in den Segmenten Private Debt/Credit und Infrastruktur erhöhen. Das zeigt die Spalte „Netto-Veränderung“, die sich aus den Spalten „Erhöhen“ plus „Erstinvestments“ abzüglich der Spalte „Reduzieren“ ergibt. Beispielsweise setzen sich die 32 Prozent „Netto-Veränderung“ bei Private Debt/Credit aus der Summe von 33 Prozent (Erhöhen) plus sechs Prozent (Erstinvestments) minus sieben Prozent (Reduzieren) zusam- men. Aber auch Private Equity – sowohl über Fonds als auch über Direktinvestments – soll aufgestockt werden. Quelle: BlackRock Family Office Report 2025 26 % 33 % 20 % 19 % 13 % 22 % 17 % 7 % 3 % 6 % 7 % 4 % 6 % 15 % 7 % 46 % 27 % 31 % 27 % 25 % 23 % 11 % 10 % 13 % 27 % 33 % 35 % 40 % 44 % 55 % 72 % 12 % 7 % 13 % 12 % 18 % 5 % 2 % 4 % 3 % 186 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Family Offices » Investoren sind damit beschäftigt herauszufinden, wie die Welt nächste Woche, nächstes Jahr, im nächsten Jahrzehnt aussehen wird. « Ein Manager eines US-amerikanischen Family Offices
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