Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Die übergeordnete Anleihenquote in Höhe von 18 Pro- zent (15% Industrieländer, 3% Emerging Market Debt) blieb 2024 im Vergleich zu den Vorjahren gesamthaft rela- tiv stabil, wobei Family Offices weiterhin lieber auf die mitt- lerweile wieder höher verzinsten OECD-Anleihen als auf die seit Jahren bei der Performance enttäuschenden Schwel- lenländeranleihen (EMD) setzen. Letztgenannte sollen auf Jahressicht von drei auf zwei Prozent reduziert, OECD- Bonds hingegen von 15 auf 17 Prozent aufgestockt werden. Im Bereich alternativer Anlagen verloren die Segmente Hedgefonds und Private Equity 2024 im Vergleich zu 2023 jeweils ein Prozent an Gewichtung. Im Gegenzug haben Family Offices das bei Investoren immer beliebter werdende Segment Private Debt von zwei auf vier Prozent erhöht und wollen diese Gewichtung auf Jahressicht auf fünf Prozent erhöhen. Die Cashquote (aktuell: 8 %, Vorjahr: 10 %) soll 2025 auf sechs Prozent sinken (siehe Grafik „Asset Allocationen im Vergleich“) . Regionale Schwerpunkte Aus regionaler Sicht bleiben Nordamerika (53%; Vorjahr: 50%) und Westeuropa (26%; Vorjahr: 25%) wie in den Vor- jahren mit fast vier Fünfteln aller Vermögenswerte (79%) weltweit die bevorzugten Anlageziele. Der Grund dafür? Laut UBS erhöhen einige Family Offices gezielt diese Gewichtungen, um vom Wachstum und Renditepotenzial dieser Regionen respektive ihrer hochliquiden Märkte zu profitieren. Die Allokationen in den asiatisch-pazifischen Raum (ohne Großraum China) und den Großraum China gingen 2024 jeweils leicht auf sieben Prozent zurück. Bei europäischen Family Offices liegt der Wert niedriger, näm- lich bei fünf beziehungsweise drei Prozent. Wie viele Investoren neigen auch die Manager von Family Offices zu einem Home Bias. Das gilt insbesondere für US- Häuser, die mittlerweile 86 Prozent ihrer Gelder in Nord- amerika allokieren und damit die aus ihrer Sicht „inter- nationalen Märkte“ nur mehr als Marginalie respektive Randmärkte betrachten. Aber auch die Europäer neigen zu einem Home Bias: 44 Prozent ihrer Vermögenswerte inves- Längerfristig geplante Umschichtungen Allokationspläne auf Sicht von fünf Jahren Die Manager von Family Offices wollen auf Sicht von fünf Jahren in 46 Prozent der Fälle Industrieländeraktien aufstocken. Für konstant lassen votierten 43 Prozent, für reduzieren neun Prozent der Family Offices. Auf Fünfjahressicht erhöhen wollen die Family Offices auch Private Equity, sowohl was Direktinvestments (37%) als auch entspre- chende Fondsinvestments (34%) anbelangt. Beliebt sind des Weiteren Private Debt wie auch Immobilien, was wohl dem längeren Zeitraum geschuldet ist. Quelle: Global Family Office Report 2025 der UBS Asset-Allokationen im Vergleich Die Gewichtungen der einzelnen Anlageklassen im Zeitverlauf Family Offices haben per Ende 2024 Anleihen mit 15 Prozent (Industrieländer) respektive drei Prozent (Schwellenländer) gewichtet. Aktien aus den Industrieländern haben die höchs- ten Gewichtungen in Höhe von 26 Prozent und sollen dieses Jahr noch auf 29 Prozent ausgebaut werden. Das zeigt, dass Family Offices im Vergleich zu vielen anderen, vorsichti- ger agierenden Institutionellen eine höhere Risikoakzeptanz respektive höhere Risikobud- gets haben. Das könnte daran liegen, dass hinter Family Offices Unternehmerfamilien mit ausgeprägtem „Entrepreneurial Spirit“ stehen beziehungsweise nur geringe Auszahlungs- verpflichtungen bestehen. Entsprechend relativ hoch wird auch Private Equity gewichtet. 184 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Family Offices FOTO: © BLACKROCK » Family Offices wenden sich verstärkt Private Credit und Infrastruktur als Kern- allokationen innerhalb ihrer Portfolios zu. « Mireille Abujawdeh, Head of Family Offices, Endowments and Foundations für BlackRock in EMEA

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