Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
entwickeln werden und welche Faktoren diese Märkte dann antreiben werden?“ Eine Antwort auf diese Fragen liefert Schroders. Der britische Vermögensverwalter befragte im Rahmen der diesjährigen Schroders Global Investor Insights Survey (siehe dazu den ausführlichen Bericht „Aktive Resilienz“ in dieser Ausgabe) 995 Großanleger, unter denen 90 Family Offices waren. Die wichtigsten Erkenntnisse zu dieser Untergruppe wurden im Nachgang der Hauptstudie inter- essierten Marktteilnehmern zugänglich gemacht. Zu diesen „Highlights“ zählen jedenfalls die von Family Office georte- ten Risiken. Neun von zehn Family Offices (90%) nannten gegen- über Schroders die Unvorhersehbarkeit der US-Politik als größtes Thema respektive Risiko mit dem bedeutendsten Einfluss auf ihre Investmententscheidungen. „Schlechtere Beziehungen zwischen China und Taiwan“ kamen auf 53 Prozent der Nennungen. Konflikte in Europa und im Na- hen Osten (beide 36 %) geben ebenfalls Grund zur Sorge. Falls diese Risiken tatsächlich eintreten sollten, wird es an den Finanzmärkten ungemütlich. Eingedenk dessen be- fürchten 64 Prozent der Family Offices in den nächsten zwölf Monaten eine größere Volatilität als während der Inflationsschocks von 2022/23. Eine ähnlich große Mehrheit (59%) glaubt, dass die kommenden Marktschwankungen jene der Krise in der Eurozone von 2010 bis 2012 übertref- fen könnten. Angesichts dessen stellt sich die spannende Frage, wie der aktuelle Status quo bei den Portfolios respektive der strate- gischen Asset Allocation (SAA) ist,mit dem die Lenker von Family Offices durch zukünftig bewegte Zeiten steuern wol- len – und welche Änderungen auf kurze und auf längere Sicht geplant sind. Eine gute Übersicht liefert diesbezüglich die UBS-Umfrage, wie das nachfolgende Kapitel zeigt. Aktuelle Allokationen In der strategischen Asset Allocation überwiegen bei den weltweit befragten Family Offices klassische Anlageklassen (Aktien, Anleihen und Cash) mit einer Gewichtung von zirka 56 Prozent. Auf alternative Anlageklassen wie Private Equity, Immobilien oder Hedgefonds entfallen spiegelbild- lich 44 Prozent,was imVergleich zu anderen institutionellen Investoren relativ hoch ist. In Europa liegt dieses Verhältnis sogar bei 51 zu 49 Prozent. „Trotz geopolitischer und wirt- schaftlicher Turbulenzen bleiben Family Offices ihren lang- fristigen Strategien treu. Sie setzen konsequent auf Diversifi- kation, Renditeoptimierung und gezielte Engagements in strukturelle Wachstumsthemen wie generative KI oder Gesundheitswesen“, kommentiert Maximilian Kunkel, Chef- anlagestratege der UBS in Deutschland. „Gleichzeitig ist eine spürbare Veränderung der Portfoliostruktur zu beobachten. Bargeldbestände sinken und Aktienallokationen steigen – insbesondere in etablierten Märkten wie USA und Europa. Auch Private Debt gewinnt spürbar an Gewicht, genau wie Investitionen in Anleihen.“ Kunkel spricht damit eine Erhöhung der Aktiengewich- tung in den Industrieländern an, die von 24 Prozent im Jahr 2023 auf 26 Prozent im Jahr 2024 anstieg (Europa: 27%) und perspektivisch bis Ende 2025 auf 29 Prozent erhöht werden soll. Im Vergleich dazu wurden und werden Emer- ging-Markets-Aktien mit lediglich vier Prozent gewichtet, wobei diese überschaubaren vier Prozent auch zukünftig beibehalten werden sollen. Diese niedrige Emerging-Mar- kets-Gewichtung ist für alle Investoren besonders interessant, denn durch den vorherrschenden Pessimismus entsteht zu- künftiges Renditepotenzial.Das gilt auch beim Blick auf die Anleihenseite. Kurzfristige und langfristige Bedenken Befragt nach den kurzfristigen Risiken, belasten die Manager von Family Offices mit 70 Pro- zent der Nennungen (mehrere Antworten waren möglich) die negativen Folgen, die einem globalen Handelskrieg entspringen könnten (linker Teil der Grafik). Auf Fünfjahressicht (rech- ter Teil der Grafik) fällt dieser Wert auf 40 Prozent. Beim Risiko eines großen geopolitischen Konflikts ist es umgekehrt: Diesen fürchten auf Jahressicht 52 Prozent der Family Offices, auf Fünfjahressicht aber schon 61 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren sind weitere oftmals genannte Risiken jene einer globalen Rezession (53%) und einer Schuldenkrise (50%). Das von einem Klimawandel ausgehende Risiko wird kurzfristig als gering (13%), auf längere Sicht jedoch als bedeutender (48%) betrachtet. Quelle: Global Family Office Report 2025 der UBS 182 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Family Offices FOTO: © UBS » Family Offices setzen auf Diversifikation, Rendite und gezielte Engagements in strukturelle Wachstumsthemen. « Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege der UBS in Deutschland
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