Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

» D ie Angst vor einem globalen Handelskrieg in den nächsten zwölf Monaten prägt die Strategien von Family Offices. Folgerisiken wie eine weltweite Rezession, eine globale Schuldenkrise oder die Eskalation geopolitischer Konflikte stehen im Fokus“, erklärte Tobias Vogel, CEO UBS Europe, anlässlich der Veröffentlichung des diesjährigen UBS Global Family Office Report. Vogel liefert damit ein klares Bild der aktuellen Sorgen, die die Verant- wortlichen in Family Offices beschäftigen. Die UBS erarbei- tete den Report vollständig im eigenen Haus und liefert da- mit die weltweit größte und umfassendste Studie über Single Family Offices (mehr Details dazu im Textkasten „Fami- ly Offices unter der Lupe“) . Eine Sorge dominiert die UBS-Studie: der „globale Han- delskrieg“. 70 Prozent der von der UBS befragten Family Offices sehen darin die größte Bedrohung für die finanzielle Rendite (Mehrfachnennungen möglich). Auf den weiteren Plätzen folgen größere geopolitische Konflikte (52%) und eine höhere Inflation (44%). Mittelfristig – damit meint die UBS fünf Jahre in die Zukunft – orten die Family Office Manager vor allem einen größeren geopolitischen Konflikt als bedeutendstes Risiko für ihre finanziellen Ziele (61%), gefolgt von einer weltwei- ten Rezession (53%) sowie einer Schuldenkrise (50%). Das Risiko eines Klimawandels kam auf Fünfjahressicht auf 48 Prozent, auf Einjahressicht auf bescheidene 13 Prozent. Of- fenbar haben Investoren derzeit größere Probleme als die Rettung des globalen Klimas. Ein Blick zurück auf die Vorjahresumfrage der UBS zeigt, wie schnell neue, unerwartete Risiken an den Finanzmärk- ten auftauchen können und damit für neue Spannung sor- gen: In der 2024 veröffentlichten Umfrage wurde das Risiko Gleich mehrere Umfragen bekannter Vermögenverwalter gehen der Frage nach, welche Risiken und Chancen die Manager von Family Offices an den Märkten sehen und wie sie darauf mit ihrer Asset Allocation reagieren wollen. Handelskriegs ängste Family Offices unter der Lupe Mehrere Vermögensverwalter veröffentlichten Studien. Die Asset Manager BlackRock, Schroders und UBS befragten welt- weit die Manager von Family Offices zu ihrem aktuellen Marktbild und darüber, wo sie zukünftig ihre Gelder investieren wollen. BlackRock befragte zwischen 17. März und 19. Mai 2025 sowohl online als auch mittels vertiefender Interviews die Anlagechefs (CIOs) oder andere hochrangige Entscheidungsträger von 175 Single Family Offices weltweit, die in Summe mehr als 320 Milliar- den US-Dollar verwalten. BlackRock macht diese Umfrage alle zwei Jahre. Schroders interviewte im Rahmen seiner jüngsten Schroders Glo- bal Investor Insights Survey im zweiten Quartal dieses Jahres 995 Profianleger, darunter 90 Family Offices. Zu dieser Investorengrup- pe arbeitete Schroders die interessantesten Erkenntnisse separat heraus und veröffentlichte diese im Nachgang zur Hauptstudie. UBS befragte für ihren mittlerweile sechsten alljährlichen UBS Glo- bal Family Office Report von 22. Januar bis 4. April 2025 317 Fami- ly Offices aus dem UBS-Kundenstamm. Das durchschnittliche Net- tovermögen der teilnehmenden Familien belief sich auf 2,7 Milliar- den US-Dollar. Im Durchschnitt verwalteten ihre Family Offices 1,1 Milli- arden US-Dollar. Die Beteiligten wurden eingeladen, über eine On- linemethodik an der Auswertung teilzunehmen, die in über 30 Märkten weltweit durchgeführt wurde. Hinzu kamen vertiefende In- terviews im Zeitraum von 9. April bis 7. Mai 2025, um auf die neu- esten Marktentwicklungen und Details zur Portfoliokonstruktion einzugehen. Der UBS-Report gilt als weltweit größte und umfas- sendste Studie über Single Family Offices. 180 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Family Offices FOTO: © UBS » Die Angst vor einem globalen Handelskrieg in den nächsten zwölf Monaten prägt die Strategien von Family Offices. « Tobias Vogel, CEO UBS Europe SE

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