Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

wichtigsten Beweggründe dafür das langfristige Rendite- potenzial (60%) und Diversifikation (53%). Bei öffentlich gehandelten Aktien setzen Investoren in 51 Prozent der Fälle bevorzugt auf „globale Aktien“. Aktien- strategien auf Basis regionaler Überlegungen favorisieren nur 29 Prozent der Befragten. Auf Platz drei liegen länderbe- zogene Strategien. In der Folge fragte Schroders bei jenen Investoren nach, die am meisten von regionalen Strategien halten, und wollte wissen, welche Region zukünftig am besten performen könnte. Überraschend liegt hier Europa mit 64 Prozent der Nennungen auf Platz eins, knapp gefolgt von der APAC-Region. Die USA? Diese kamen auf be- scheidene 30 Prozent. „Das ist eine signifikante Kehrtwende beim Investorensentiment der letzten Jahre“, sagt Rode dazu. Ein möglicher Grund für diesen festgestellten Turnaround könnten die – durch die gute Technologieaktien-Perfor- mance der letzten Jahre – entstandenen und gestiegenen Konzentrationsrisiken auf Indexebene sein. Angst vor Klumpenrisiken Die Studienautoren hakten nach und fanden heraus, dass sich beachtliche 94 Prozent der Umfrageteilnehmer mittler- weile ernsthafte Gedanken betreffend Marktkonzentration machen. Das gilt vor allem im Hinblick auf US-Aktien: Mittlerweile 74 Prozent aller Investoren bereitet der S&P 500 Index angesichts des Klumpenrisikos, das die bekannten Schwergewichte in diesem Index darstellen, ernsthafte Kopf- schmerzen. Diese Sorge wird auch von deutschen Umfrage- teilnehmern geteilt, bei denen mit 77 Prozent die Zahl der S&P-500-Skeptiker besonders hoch ist. Da der S&P 500 mehr als die Hälfte der globalen Aktienmarktkapitalisierung ausmacht, aber nur etwa 30 Prozent des globalen BIP reprä- sentiert, suchen Anleger alternativ dazu Schroders zufolge „nach grenzüberschreitendemWachstum in unterrepräsen- tierten Sektoren“. Eingedenk dessen bevorzugen laut Studie 53 Prozent jener Anleger, die auf globale Aktien setzen, aktive Strategien zur Performancegenerierung. Zum Vergleich: Lediglich zwölf Prozent setzen rein auf passive Produkte. „Dies deutet darauf hin, dass Anleger bewusst aktiv verwal- tete globale Portfolios wählen, um sich in einem komplexen, konzentrierten Markt zurechtzufinden“, meint Rode. Bausteine für stabile Einkommen Öffentlich notierte Anleihen erachten Investoren weiter- hin als tragende Säule ihrer Portfolios. Die zwei am öftesten genannten Gründe (jeweils 51%) dafür sind der Wunsch nach einer „defensiven Assetklasse“ und der Wunsch nach „Diversifikation“. Erst auf Platz drei kommt „Einkommens- erzielung“mit 47 Prozent. Den Studienautoren zufolge sind klassische Anleihen für Investoren imGegensatz zur Vergan- genheit nicht mehr die einzige Quelle für stabile Erträge. Profianleger setzen Schroders zufolge immer öfter auf breit gestreute Multi-Income-Strategien auf Basis mehrerer Asset- klassen. Auf die Frage, wie Investoren auf Sicht von zwölf Monaten Einkommen generieren wollen, wurden mit 44 Prozent „Private Debt und Kreditalternativen“ am öftesten genannt. Auf den Plätzen liegen „Dividendenaktien“mit 41 Prozent und öffentlich notierte Unternehmensanleihen mit 33 Prozent. „Dies signalisiert eine breite Anerkennung der Tatsache, dass private Kredite keine Alternative mehr sind – sie sind ein wichtiger Baustein für ein stabiles Einkommen“, sagt Michelle Russell-Dowe, Co-Head Private Debt and Credit Alternatives, Schroders Capital. Unterm Strich signalisiert die Umfrage, dass Investoren mit dem Wunsch nach resilienteren Portfolios mit einem höheren Diversifikationsgrad reagieren, von dem – entgegen dem allgemeinen Trend der hinter uns liegenden Jahre – auch wieder verstärkt Investmenthäuser profitieren sollten, die aktives Management anbieten. ANTON ALTENDORFER Die stärksten Renditebringer Eigenkapitalinstrumente liefern die höchsten Erträge. In welche Assetklassen überlegen Sie zu investieren, um Zugang zu den besten Rendite-Gelegenheiten zu bekommen? Danach befragt, wo sie die besten Rendite-Gelegenheiten sehen, nannten die Umfrage- teilnehmer am öftesten „öffentlich notierte Aktien“ (46 %) und „Private Equity (45 %) (Mehrfachnennungen möglich). Vor allem die Teilgruppe der Fondsselektoren glaubt an das Renditepotenzial klassischer Aktien (56 %). Institutionelle Investoren hingegen nann- ten am öftesten Private Equity (47 %). Immobilien sind derzeit bei Investoren nur wenig beliebt und belegen den letzten Platz. Quelle: Schroders Global Investor Insights Survey 2025 Alle Umfrageteilnehmer (n = 995) Institutionelle Investoren (n = 745) Fondsselektoren („Wealth Gatekeeper“) (n = 250) Öffentlich notierte Aktien 46 % 43 % 56 % Private Equity 45 % 47 % 40 % Private Debt und Kreditalternativen 40 % 40 % 38 % Öffentlich notierte Anleihen 27 % 26 % 28 % Erneuerbare Energieinfrastruktur (Eigenkapital) 22 % 21 % 25 % Immobilien 20 % 22 % 12 % 178 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Großanleger-Umfrage FOTO: © IMK » Private Equity bietet Zugang zu innovativen Wachstumsunternehmen, die über öffentliche Märkte nicht erreichbar sind. « Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital

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