Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

„Resilienz steht heute ganz oben auf der Agenda der Inves- toren, da eine steigende Flut nicht mehr alle Boote hebt“, erklärt dazu Kyrklund und bricht eine Lanze für aktives Portfoliomanagement: „In diesemUmfeld bieten aktive Stra- tegien den Investoren die benötigte Kontrolle, um die Kom- plexität zu bewältigen, die Portfolios widerstandsfähiger zu gestalten und Chancen zu ergreifen.“ Schroders fragte in diesem Kontext, welche Vorteile Insti- tutionelle und Fondsselektoren bei aktiven Investmentstrate- gien sehen. Die „Fähigkeit, allfällige Opportunitäten zu nut- zen“ (52%), die „langfristige Stärkung der Portfolioresilienz“ (48%) und „tiefes technisches und spezialisiertes Wissen“ (47 %) sind laut Umfrage die drei wichtigsten Eigenschaften, die Investoren bei ihren aktiven Fondsmanagern wertschät- zen (siehe Grafik „Argumente für aktives Management“). Aktives Management gefragt All diese Motive könnten beachtliche 80 Prozent der befrag- ten globalen Investoren dazu bewogen haben, laut eigenem Bekunden auf Jahressicht stärker auf aktive Investment- strategien setzen zu wollen. „Das spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass die Bewältigung von Komplexität mehr erfordert als passives Exposure“, merkt Kyrklund dazu an. Die genannten 80 Prozent sind aber nicht das Ende der Fahnenstange: Von jenen globalen 544 Investoren, die in der Umfrage der Portfolioresilienz Top-Priorität einräumten, erklärten sogar 82 Prozent, verstärkt auf aktives Management zu setzen. Vergleichbares ist bei deutschen Investoren zu beobachten: Denn 82 Prozent der hiesigen Investoren, die Portfolioresilienz priorisieren,wenden sich ebenfalls verstärkt aktivem Management zu. Auch hier fragten die Studien- autoren nach den zugrundeliegenden Motiven: Für die untersuchte Teilgruppe der deutschen Großanleger gehören Portfolioresilienz (51%), die Nutzung von Anlagechancen, tiefgreifende technische und fachliche Kenntnisse sowie die fundierte Recherche von Unternehmen und Branchen (je 49%) zu den wichtigsten Vorzügen aktiver Fondsmanager. Attraktive Assetklassen Auf die Frage, welche zwei Assetklassen die höchsten Ertragschancen bieten, gaben die Investoren fast schon zu erwartende Antworten: Auf Platz eins liegt mit 46 Prozent der Nennungen „börsennotierte Aktien“ („Public Equities“), knapp gefolgt von „Private Equity“mit 45 Prozent. Auf Platz drei des Rankings liegt das Segment „Private Debt und Credit Alternatives“. Unter den deutschen Befragten wurden ebenfalls Aktien und Private Equity am häufigsten genannt (je 44%). Eine genauere Aufschlüsselung nach Investorengruppen zeigt, dass die Gruppe der institutionellen Investoren am stärksten (47%) zu Private Equity tendiert (zum Vergleich öffentliche Aktien: 43%), während im Gegensatz dazu die Gruppe der Vermögensverwalter öffentliche Aktien mit 56 Prozent klar bevorzugt und auf Platz eins hievte – Private Equity kam hier „nur“ auf 40 Prozent (siehe Grafik „Die stärksten Renditebringer“) . Aktien unter der Lupe Im Folgenden arbeitete Schroders in einem auf Eigenkapi- talinstrumente fokussierten Studienkapital en détail heraus, wo Investoren im Segment „Private Equity“ das höchste Renditepotenzial orten, welche Strategie bei öffentlichen Aktien als aussichtsreich erachtet wird, wo Klumpenrisiken geortet werden und wie diese reduziert werden könnten. Bei (dem insbesondere von institutionellen Investoren bevorzugten) Private Equity halten 65 Prozent der Befrag- ten das Segment der kleinen und mittleren Buy-outs für besonders attraktiv. 43 Prozent sehen das größte Rendite- potenzial bei Venture und Growth Capital. „Private Equity bietet Zugang zu einer Vielzahl innovativer Wachstums- unternehmen, die über öffentliche Märkte nicht erreichbar sind, sowie zum Resilienzpotenzial von Unternehmen, die stärker auf den heimischen Markt ausgerichtet und daher weniger von globalen Handelsspannungen betroffen sind“, erläutert Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, die dahinterstehenden Überlegungen. Jene Anleger, die derzeit in Private Equity investiert sind, nannten als die Argumente für aktives Management Das erhoffen und erwarten sich Investoren von ihren Fondsmanagern. Welche Faktoren schätzen Sie bei aktiven Managern am meisten? Aktive Fondsmanager punkten bei Investoren mit Vorteilen wie der „Fähigkeit, allfällige Opportunitäten zu nutzen“ (52 %), der „langfristigen Stärkung der Portfolioresilienz“ (48 %) und „tiefem technischen und spezialisierten Wissen“ (47 %; Mehrfachnennungen möglich). Vor allem die Untergruppe der „Fondsselektoren“ traut aktiven Fondsmanagern am öftesten zu, allfällige Opportunitäten zu nutzen (59 %). Quelle: Schroders Global Investor Insights Survey 2025 Fähigkeit, allfällige Opportunitäten zu nutzen Langfristige Stärkung der Portfolioresilienz Tiefes technisches und spezialisiertes Wissen Alle Umfrageteilnehmer (n = 995) 52 % 48 % 47 % Institutionelle Investoren (n = 745) 50 % 48 % 47 % Fondsselektoren („Wealth Gatekeeper“) (n = 250) 59 % 49 % 46 % 176 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Großanleger-Umfrage FOTO: © SCHRODERS » Resilienz steht heute ganz oben auf der Agenda der Investoren, da eine steigende Flut nicht mehr alle Boote hebt. « Johanna Kyrklund, Group Chief Investment Officer bei Schroders

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