Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

» D ie Kapitalmärkte befinden sich im Wandel – das zeigt auch die diesjährige Schroders Survey“, erklär- te Alexander Prawitz, Country Head Germany, Austria, CEE &Mediterranean bei Schroders, anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Global Investor Insights Survey (GIIS) seines Hauses. Im Rahmen einer Umfrage unter in Summe rund eintausend institutionellen Investoren und Wealth Managern mit einem verwalteten Vermögen von 67 Billionen US-Dollar zwischen April und Mai 2025 verrieten Profianleger unter anderem, welche makroökono- mischen Entwicklungen und Einflussgrößen sie beschäfti- gen und wie sie darauf mit ihren Portfolios reagieren wollen. Weitere Fragestellungen der Feldforschung behandelten un- ter anderem, wo Investoren im Bereich Aktien und Anlei- hen die attraktivsten Renditequellen sehen. Die 995 Befragten repräsentieren ein breites Spektrum von 745 Institutionellen, darunter Pensionsfonds, Versiche- rungsgesellschaften, Single Family Offices, Stiftungen, öffent- liche Einrichtungen, und 250 Vermögensverwaltern, die in der Studie unter „Wealth Gatekeepers“ geführt werden. Von den weltweit 995 Befragten stammen 43 aus Deutschland. Ein wichtiges Detail: Die Umfrage startete 13 Tage nach Trumps Ankündigung massiver Zollpläne im April („Libe- ration Day“). Diese Unsicherheit spiegelt sich in den Ergeb- nissen wider. Das gilt insbesondere bei der Frage nach den aus Investorensicht bedeutendsten „makroökonomischen“ Faktoren respektive Sorgen, die sich auf die eigene Invest- mentstrategie auswirken könnten. „Es ist keine Überra- schung, dass Handelszölle als wahrscheinlich bedeutendster makroökonomischer Faktor für die Anlagestrategie hervor- traten – sechsmal stärker als alle anderen makroökonomi- schen Faktoren wie Inflation und Rezessionsgefahr“, kom- mentiert Johanna Kyrklund, Group Chief Investment Officer bei Schroders, eines der herausstechenden Studien- ergebnisse. Beachtliche 63 Prozent aller Studienteilnehmer sehen in „Zöllen respektive der Handelspolitik“ die größte aller makroökonomischen Sorgen (in Deutschland sind es sogar 72%). Zum Vergleich: Klassische Investorensorgen wie „Wirtschaftlicher Abschwung“ oder „Höhere Inflation“ lie- gen mit jeweils zehn Prozent der Nennungen abgeschlagen auf Platz zwei und drei. „Höhere Zinssätze“ erhielten nur sechs Prozent, auf dem letzten Platz liegen „Klimarisiken“ mit einem bescheidenem Prozent (siehe Grafik „Ein dominie- rendes Thema“) . Die teilweise erratische Politik des Weißen Hauses führt dazu, dass Investoren bei der Frage nach den größten „geo- politischen“Sorgen die US-Außenpolitik mit 55 Prozent der Nennungen auf Platz eins hievten und fast jeder vierte Investor auf Sicht der kommenden zwölf Monate eine Marktvolatilität in extremer Höhe erwartet, die in ihrem Ausmaß Großanleger an die dunkelsten Stunden während der großen Finanzkrise 2008 oder an den Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 erinnern könnte. Trotz aller drohenden Risiken wollen beziehungsweise können Investoren – wohl aus Gründen des andauernden Performancedrucks – vielfach nicht den Fuß vom Börsen- Gaspedal nehmen und Marktrisiken reduzieren: So erklär- ten 60 Prozent der Befragten, dass sie die eingegangenen Risiken in den kommenden zwölf bis 18 Monaten beibe- halten oder sogar noch erhöhen wollen. Im Fall des Falles soll wohl ein besonders gut aufgestelltes Portfolio drohende Downside-Risiken begrenzen. Resilientere Portfolios Vor diesem Hintergrund wollen 55 Prozent der global Befragten innerhalb von 18 Monaten als „Top-Priorität“ ihre Rund eintausend Großanleger wurden dazu befragt , wie sie die Märkte und deren wichtigste Einflussfaktoren sehen und welche Anlageprioritäten und Allokationsstrategien daraus abgeleitet werden. Der Wunsch nach Portfolioresilienz sollte aktiven Managern zugutekommen. Aktive Resilienz 174 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Großanleger-Umfrage FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH » Die Kapitalmärkte befinden sich im Wandel – das zeigt auch die diesjährige Schroders Survey. « Alexander Prawitz, Country Head Germany, Austria, CEE & Mediterranean bei Schroders

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