Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

M it der aktuellen Global Sovereign Asset Ma- nagement Study hat Invesco auch dieses Jahr wieder eine ziemlich beeindruckende Vermes- sung der institutionellen Welt vorgelegt. 141 Entscheidungs- träger von 83 Staatsfonds und 58 Zentralbanken wurden zu ihren Einschätzungen für die nahe Zukunft und Gegenwart befragt. Diese repräsentieren ein verwaltetes Vermögen von rund 28 Billionen US-Dollar. Rod Ringrow, bei Invesco Head of Official Institutions, nimmt dabei eine Einschätzung vor, derzufolge „das Anla- geuniversum des Jahres 2025 staatliche Investoren vor ein grundlegend verändertes Umfeld stellt. Das multiple Krisen- geflecht, von dem viele gehofft haben, es würde sich als vor- übergehende Störung nach der Pandemie herausstellen, hat sich zu einer dauerhaften Struktur verfestigt. Geopolitische Spannungen, anhaltender Inflationsdruck und fragmentierte globale Handelsmuster werden nun als dauerhafte Elemente erkannt, die langfristige Anlagestrategien prägen.“ Insofern nimmt es nicht wunder, dass sich der Report gleich im ersten Kapitel der Frage widmet, „wie Staatsfonds und Zen- tralbanken ihre grundlegenden Anlageannahmen neu kali- brieren. Politisches Risiko hat sich vom Rand in das Zen- trum der Portfoliokonstruktion verschoben, während tradi- tionelle Diversifikationsmodelle angesichts sich verändern- der Korrelationen zwischen Anlageklassen neu bewertet werden. Diese Neubewertung treibt konkrete Veränderun- gen voran: erneuter Fokus auf die Flexibilität festverzins- licher Anlagen, verbessertes Liquiditätsmanagement sowie die strategische Aufwertung von Private Credit innerhalb der Portfoliorahmenwerke“, so Ringrow. Portfoliokonstruktion In harte Zahlen gegossen bedeutet das: Während Aktien mit einem Anteil von 32 Prozent eine stabile Säule bleiben, hat die Gewichtung von Anleihen auf nunmehr 29 Prozent leicht zugelegt (siehe Chart „Illiquide alternative Antwort“) . Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den illiquiden Alternatives, deren Anteil mittlerweile 23 Prozent erreicht – das nach einem kurzen Durchhänger im Jahr 2024. Damit untermauern die Investoren ihre Bereitschaft, Kapital lang- fristig in Infrastruktur, Private Equity oder Immobilien zu binden, um Erträge zu stabilisieren und eine Diversifikation zu öffentlichen Märkten zu sichern. Sieht man sich die alternativen Investments im Detail an (siehe Chart „Illiquide Details“) , fällt der kontinuierliche Anstieg der Allokationen in Infrastruktur auf, die von 7,7 auf 8,1 Prozent kletterten. Damit avanciert die Assetklasse end- gültig zu einem strategischen Kernelement. Im Gegenzug haben die Fonds ihre Engagements in Immobilien abermals leicht reduziert – von 7,6 auf 7,3 Prozent. Der Rückgang lässt auf eine anhaltende Skepsis gegenüber Immobilien- märkten schließen, die unter höheren Finanzierungskosten und regulatorischem Druck leiden. Auch die Probleme an Chinas Immobilienmärkten könnten hier nach außen abstrahlen. Private Equity behauptet sich dagegen stabil bei gut sie- ben Prozent, während Hedgefonds/Absolute-Return-Strate- Staatliche institutionelle Investoren wie Staatsfonds und Notenbanken reagieren auf das immer unübersichtlicher werdende Marktumfeld mit einem aktiveren Ansatz – das gilt insbesondere für ihre Aktieninvestments. Aktiv am Steuer Illiquide alternative Antwort Der Portfolioanteil illiquider Alternatives steigt tendenziell. Während der Cashanteil kontinuierlich abgenommen hat, legte das Exposure Richtung illiquider alternativer Investments in den vergangenen fünf Jahren zu. Auch Aktien sind stärker gefragt als vor einem halben Jahrzehnt. Quelle: Invesco Global Sovereign AM Study, 2025 0 5 10 15 20 25 30 35 Direkt- Investitionen Liquide Alternatives Illiquide Alternatives Aktien Anleihen Cash 9 6 5 4 3 30 27 28 28 29 32 28 32 30 32 19 22 23 4 3 4 4 4 4 4 10 9 10 10 9 Gewichtung in % 170 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Staatliche Investoren

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