Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
6,0 Panamakanal 2,1 8,6 Bab el-Mandeb 4,9* Kap der Guten Hoffnung Belte und Sunde 8,8 Suezkanal & SUMED-Pipeline 3,4 Dardanellen und Bosporus-Meerenge 20,9 Straße von Hormus 23,7 Straße von Malakka * in Mio. Barrel/Tag -200 -100 0 100 200 300 2020 I 2019 I 2018 I 2017 I 2016 I 2015 I 2025 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 WTI Opec-Öl Brent D ie USA sind in den vergangenen Jahren zummit Abstand größten Ölproduzenten der Welt auf- gestiegen. Tatsächlich produzieren die Amerika- ner inzwischen mehr Erdöl als die Opec und Russland zusammen. Das erklärt den schrittweisen Rückzug der Ver- einigten Staaten aus diversen Regionen und auch die relativ günstigen Preise für Rohöl. Ehemals wichtige Nadelöhre in der Versorgung mit Energieträgern haben damit relativ gesehen an Relevanz verloren. In einer Grafikstrecke haben wir versucht, diese Ent- wicklung aufzuschlüsseln. Das Datenmaterial ist jedenfalls überzeugend und legt auch den einen oder anderen Mythos zum Energiemix offen. So waren die Marktanteilsgewinne von nachhaltigen Energieträgern in den vergangenen Jahren relativ niedrig. Erdöl ist mit 30 Prozent immer noch die deutliche Nummer eins, gefolgt von Kohle – ein Rohstoff, den man bereits totgesagt hatte. HANS WEITMAYR Trotz Nahostkonflikt Gelassenheit am Ölmarkt Stabile Preisentwicklung über alle global wichtigen Sorten hinweg Mitunter überrascht waren Marktbeobachter von der Gelassenheit, mit der der Ölmarkt auf die Eskalationen im Nahen Osten reagiert hat. Ein näherer Blick auf Entwicklung und Zusammensetzung dieses wichtigen Segments lohnt sich. Neue Welt, neuer Markt Die Ölpreise sind zwar im Zehnjahresabstand gestiegen, der Großteil des Auftriebs hat, insbesondere bei der europäischen Sorte Brent, aber lange vor den Eskalationen im Nahen Osten stattgefunden. Ein derartiger Konflikt hätte in der Vergangenheit massive Preisverwerfungen nach sich gezogen. Was hat sich verändert? Quelle: Bloomberg Rund 20 Millionen Barrel Erdöl müssen durch Nadelöhre im Einzugsgebiet von Konflikten im Nahen Osten transportiert werden. Trotz der explosiven Lage in der Region sind die Ölpreise stabil geblieben oder haben mitunter sogar leicht nachgegeben – ein Szenario, das noch vor zehn Jahren undenkbar war. Quelle: Statista | Daten zu 2023 Die wichtigsten Meerengen der Welt – mit schwindendem Einfluss auf den Ölmarkt Konflikte im Nahen Osten zogen historisch deutliche Preisanstiege bei Erdöl nach sich. 168 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Erdöl
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