Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

D isziplin wird nicht nur in Japan großgeschrieben, sondern auch bei der britischen Fondsgesellschaft Polar Capital, deren disziplinierter Anlageprozess auch in Japan Früchte trägt. So investiert man über das ge- samte Marktkapitalisierungsspektrum einen relativ hohen Portfolioanteil in Small Caps, die als underresearched gelten. In diesem Segment sind die Informationsineffizienzen am größten, die Polar Capital, ein britischer Asset Manager mit Assets under Management von 23,2 Milliarden Pfund, heben möchte. Die beiden langjährigen Fondsmanager Gerard Cawley und Chris Smith sind seit Gründung des Polar Capital Japan Value Fund imOktober 2012 für diesen verantwortlich.Mit August 2016 änderten sich allerdings die Anlagerichtlinien des Fonds. Statt auf Large-/Mid-Cap-Aktien zu setzen, ging man zu einem echten All-Cap-Ansatz über. Aus einer Mischung von GARP (Growth at a Reasonable Price) und Value wurde ein reines Value-Angebot, man er- höhte die Anzahl der Fondspositionen von 25 bis 35 auf nunmehr 45 bis 55 und verfolgt im Wesentlichen einen Gleichgewichtungsansatz. Die Änderungen wurden durch- gezogen, damit sich der Skill des Fondsmanagementteams bei der Aktienauswahl in weniger erforschten Marktberei- chen von Small Cap Value noch besser entfalten kann. Und so kam es auch: Von Jahresende 2016 bis zum 5. September 2025 zeigt der Polar Capital Japan Value Fund in der insti- tutionellen Yen-Tranche nach TER-Kosten von 1,15 Prozent laut Bloomberg eine Netto-Outperformance von 47 Basis- punkten pro Jahr, wobei man sich mit dem Topix Total Return Index JPY vergleicht (siehe Chart „Topix geschlagen“) . Investmentansatz Value Investing war in Japan langfristig enorm erfolgreich. Seit 2009 ist Value angesichts schwacher globaler Wachs- tumstrends und sinkender Anleihenrenditen allerdings stark in Ungnade gefallen, doch das ändert sich seit geraumer Zeit wieder. Dazu kommt, dass Verhaltens-, Kapital- und Informationsineffizienzen in Japan einzigartige Chancen bieten. Polar Capital verfolgt beim Japan Value Fund einen Bottom-up-Ansatz, die beiden Fondsmanager fokussieren sich auf die Identifizierung von interessanten Aktienideen. Ziel ist es, ein High-Conviction-Portfolio zusammenzustel- len, das einen ausgewogenen Basket hervorragender Value- Chancen aus dem All-Cap-Bereich Nippons bildet und un- ter den meisten Marktbedingungen outperformt.Die Invest- mentperspektive ist dabei immer eine langfristige. Im Ge- gensatz zu all jenen, die auf kurzfristige Themen fokussiert sind, möchte man bei Polar Capital in Japan Chancen bei Aktien heben, die andere übersehen, die aber mit einem deutlichen Abschlag zum inneren Wert (Intrinsic Value) ge- handelt werden.Dahinter steckt die Überzeugung, dass diese Unternehmen asymmetrische Risiko-Ertrags-Profile bieten. Eine Attributionsanalyse zeigt, dass beim Polar Capital Japan Value Fund tatsächlich das Alpha im Wesentlichen aus der Aktienselektion kommt,während die Branchenselektion kei- ne nennenswerten Beiträge zur Outperformance liefert (siehe Grafik „Das A und O der Outperformance“) . Zu einem größe- ren Alpha-Schwund kam es infolge der Covid-Krise, in der beispielsweise Small-Cap-Werte global nicht wohlgelitten waren und die Liquiditätspräferenzen der Investoren Big Caps eindeutig favorisierten. Nach zirka drei Quartalen Al- pha-Schwund konnten Cawley und Smith aber mit einer stabilen Alpha-Generierung überzeugen, die im Trend noch deutlicher ausfiel als in den Jahren vor Corona. Das Investmentuniversum für den All-Cap Japan Value Fonds besteht aus ungefähr 600 Aktien, die nach den ersten groben quantitativen Filtern übrig bleiben. Interner und externer Input wird aus Meetings mit den Firmen, Broker Research und auch solches von Spezialisten sowie Industrie- TOP. Der japanische Aktienmarkt gilt als undurchsichtig und schwierig. Wie man dort offensichtliche Ineffizienzen hebt und in Performance umsetzt, zeigt der Polar Capital Japan Value Fund . Gehobene Ineffizienz 164 N o . 3/2025 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | TOP FOTO: © POLAR CAPITAL » 40 Prozent der Marktkapitalisierung unserer Portfoliounternehmen werden in Barmitteln gehalten. « Gerard Cawley, Co-Fondsmanager des Polar Capital Japan Value Fund

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