Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Unternehmen steht mit einer von WTW neu angebotenen „Rentner- gesellschaft“ eine weitere Möglich- keit offen, Pensionsverpflichtungen aus ihren Bilanzen zu bekommen. „Mit der Gründung der WTW- Rentnergesellschaft schaffen wir eine eigenständige Lösung für Un- ternehmen“, erklärt Hanne Borst, Head of Retirement bei WTW.Da- bei agiert die WTW Pensions Hol- ding als unabhängiger Risikoträger für die ausgelagerten Pensionsver- pflichtungen. Die WTW-Lösung ist zudem so ausgestaltet, dass als Gesellschaf- terin der Rentnergesellschaft eine rechtsfähige deutsche Stiftung gegründet wurde. „Mit die- ser Trägerstruktur haben wir nachhaltige Rah- menbedingungen für die dauerhafte Stabili- tät und Sicherheit der Versorgung der Rentner gesetzt“, wirbt Borst für diese Art von Pension Buy-out. Alternativ zum eigenen Kapital- anlagegebot bietet WTW eine Rückdeckungsversicherungslösung der Munich Re. Im Rahmen der Rentnergesellschaft übernimmt bei dieser versicherungsförmig aus- gestalteten Ausfinanzierungsoption Munich Re die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen. Diese Lösung bietet laut WTW einen vollen Risikotransfer – und das auf Marktzinsbasis, was ökonomisch attraktiver ist als bisher bekannte Versicherungslösun- gen. Denn der Marktzins ist derzeit höher als der Rechenzins, was weniger Kapitaleinsatz erfordert. INFO: www.wtwco.com PENSIONSKASSEN Große Unterschiede bei der Performance Die acht Pensions- kassen Österreichs haben im ersten Halbjahr 2025 im Branchenschnitt eine Performance von minus 0,87 Prozent erzielt. Da- für verantwortlich war eine relativ ho- he Aktienquote von durchschnittlich 41 Prozent, während Anleihen nur 31 Prozent ausmachten. Bei der Performance gibt es eine große Spreizung: Während die betrieblichen Pensionskassen eine Rendite von plus 2,53 Prozent ablieferten, enttäuschten die überbetrieblichen Pensionskassen mit mi- nus 1,18 Prozent. In Summe verwalteten alle Pensionskassen laut FMA-Angaben Ende Juni rund 29 Milliarden Euro. INFO: www.pensionskassen.at NUVEEN, SCHRODERS Milliarden für Infrastructure Debt UNION INVESTMENT Rückkehr auf die Käuferseite Nachdem Union In- vestment Real Estate seit rund zwei Jahren keine Immobilien mehr für ihre offenen Publikums- und Spezi- alfonds erworben hat, möchte sie bald wieder als Käufer am Markt auftreten. Investmentchef Ka- rim Esch kann sich an- gesichts der Bodenbil- dung bei den Preisen „gut vorstellen, dass wir im ersten Quartal 2026 partiell als Käufer auf den Markt zu- rückkehren“. Interessant sind unter anderem wieder Büroimmobilien in Deutschland. INFO: www.union-investment.de Großanleger scheinen Infra- structure Debt weiterhin sehr zu schätzen, wie die hohen Mit- telzuflüsse in die entsprechen- den Strategien und Fondsvehikel zeigen. So hat Nuveen bereits zum First Closing ihrer neuen Strate- gie Energy & Power Infrastruc- ture Credit Kapitalzusagen in Höhe von 1,3 Milliarden US- Dollar erhalten. Nuveen strebt zum Final Closing ein Gesamt- volumen von 2,5 Milliarden US-Dollar an. Die Strategie setzt auf private Infrastruktur- kreditlösungen für Unternehmen, um dem wachsenden Energie- und Strombedarf infolge von Digitalisierung, Elektrifizierung und Reindustrialisierung in Nordamerika, Europa und anderen OECD-Ländern ge- recht zu werden. Ankerinvestments tätigten ein führender Pensionsfondsmanager und die Nuveen-Mutter Teachers Insurance and Annuity Association (TIAA). Beachtliche zwei Milliarden Euro sammelte Schroders Capi- tal für ihren Junior Infrastructure Debt Europe III Fonds (JULIE III) ein. „Das erfolgreiche Closing von JULIE III unterstreicht das wachsende Vertrauen von Inves- toren in die Widerstandsfähigkeit und Relevanz von Infrastructure Debt, insbesondere im Sub-In- vestment-Grade-Universum“, er- klärte Alexander Prawitz, Coun- try Head Germany, Austria, CEE & Mediterranean bei Schroders, nach Ab- schluss der letzten Finanzierungsrunde. Die vom Infrastructure Debt Team von Schroders Capital verantwortete Strategie konzentriert sich auf mittelgroße Infrastruk- turen und investiert in verschiedene Sekto- ren, so etwa in Rechenzentren, Energieun- ternehmen und erneuerbare Energien. Sie zielt vor allem auf „Brownfield“-Anlagen in europäischen Kernmärkten ab. INFO: www.nuveen.com, www.schroders.com WTW (EX-WILLIS-TOWERS-WATSON) Rentnergesellschaft wird aktiv Hanne Borst, WTW: „Viele Unternehmen suchen nach Wegen, Komplexität und Admi- nistrationsaufwand zu reduzieren und Risiken auszulagern.“ Karim Esch, Union In- vestment RE: „Bei der Rückkehr auf die Käu- ferseite konzentrieren wir uns auf Bestands- immobilien mit stabilen Mieteinnahmen.“ Alexander Prawitz, Schroders: „Infra- strukturinvestments etablieren sich immer mehr in institutionellen Portfolios.“ Andreas Zakostelsky, FVPVK: „Bei der Alters- vorsorge geht es um die langfristige Per- spektive, weniger um ein oder zwei Quartale.“ 16 N o . 3/2025 | institutional-money.com NACHRICHTEN & KÖPFE FOTO: © IRIS ULMER-LEIBFRITZ I WTW, TANZER I VBV, UNION INVESTMENT, CHRISTOPH HEMMERICH

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