Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

meisten dieser Strategien inzwischen nahe ihrem Allzeittief (siehe Grafik „Klare Unterbewertung“) . Damit kehrt sich die Prognose vom Jahr 2017 um (siehe Grafik „Damals vs. heute“) . Zwar könnte es auch sein, dass die Bewertungen weiter fallen und Smart Beta damit noch länger underperformt. Doch es kann – analog zum Jahr 2017 in die andere Rich- tung – nicht für immer so weitergehen. Selbst dann, wenn die niedrigen Bewertungen dauerhaft nur beibehalten werden, lässt zumindest der Gegenwind nach. Dann könn- ten Smart-Beta-Strategien mit strukturellem Alpha eine moderate, aber zuverlässige Outperformance erzielen.Wahr- scheinlicher ist aber, so die Autoren, dass es früher oder spä- ter zu einer gewissen Mean Reversion kommt, sodass die Bewertungen von Smart Beta nach oben korrigieren. Das würde einen echten Rückenwind erzeugen, der dazu führen könnte, dass viele dieser Strategien in den nächsten Jahren wieder outperformen. Schlussfolgerungen Entscheidend ist also, ob es erneut zu einer Rückkehr zum historischen Durchschnitt der relativen Smart-Beta-Bewer- tungen kommt, nur diesmal in die entgegengesetzte Rich- tung. Theoretisch kann das unabhängig davon erfolgen, ob die Aktienmärkte in Zukunft steigen, fallen oder seitwärts tendieren. Allerdings ist es wie immer schwierig, das Ende eines Trends vorherzusagen. Es kann auch noch eine ganze Weile so weitergehen wie bisher. Es ist ein bisschen, wie gegen eine Blase zu wetten. Sie muss irgendwann platzen, aber niemand weiß, wann. Die Mean Reversion hält sich eben nicht an einen Zeitplan. Zudem kann sie mehr oder weniger stark ausfallen. Die jüngsten relativen Bewertungen scheinen aber in der Breite extrem genug, um für die Zu- kunft zumindest wieder höhere Renditen erwarten zu kön- nen. Sollte es aber tatsächlich einen Weckruf geben, wie es Research Affiliates erwartet, könnten viele Smart-Beta-Ansät- ze plötzlich positiv überraschen. Dann könnte es sein, dass sich die heutigen Prognosen rückblickend als nicht optimis- tisch genug erweisen – analog dazu, wie sie im Jahr 2017 nicht pessimistisch genug waren. DR. MARKO GRÄNITZ Klare Unterbewertung Relative Bewertungen im Vergleich zu historischen Verteilungen Die Abbildung zeigt die relativen Bewertungen verschiedener systematischer Faktor- strategien per Ende 2016 und Ende 2024 im Vergleich zur jeweiligen historischen Vertei- lung ohne Extrembereiche (10. bis 90. Perzentil). Während die meisten Strategien Ende 2016 im oberen Bereich lagen, befanden sich zuletzt alle hier gezeigten Ansätze im unteren Extrembereich. Quelle: Beck, N. / Nguyen, Q. / Liu, X. (2025), How Can „Smart Beta“ Go Horribly Right?, Research Affiliates 0,25 0,50 1,00 2,00 Value RAFI Fundamental Index High Divided RAFI Equity Income Low Volatility RAFI Volatility Quality RAFI Quality Factor Standard Momentum RA Momentum Factor RAFI Dynamic Multi-Factor Equal Weight Small Cap RAFI Size Factor RAFI Fundamental Index Small Relative Bewertung Median Relative Bewertung Ende 2016 Relative Bewertung Ende 2024 10. Perzentil 90. Perzentil Damals vs. heute Ausgangsbewertungen und 5-Jahres-Überrenditen Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen der relativen Bewertung und der Unter- bzw. Überrendite einer US-Value- Strategie (Zeitraum: 1960–2024). Zudem sind die Prognosen von Research Affiliates vom Februar 2017 und Juni 2025 dargestellt. Während 2017 auf Sicht der nächsten fünf Jahre leichte Unter- renditen zu erwarten waren, ist aktuell mit moderaten Über- renditen zu rechnen. Quelle: Beck, N. / Nguyen, Q. / Liu, X. (2025), How Can „Smart Beta“ Go Horribly Right?, Research Affiliates 0,85 0,80 0,75 0,90 0,70 0,65 0,60 0,55 -10 % -5 % 0 % 5 % 10 % Anschließende annualisierte 5-Jahres-Überrendite Relative Bewertung Medianwert der Bewertung Prognose 2025 Prognose 2017 136 N o . 3/2025 | institutional-money.com THEORIE & PRAXIS | Smart Beta FOTO: © RESEARCH AFFILIATES » Wenn die Bewertungen drehen, könnten Faktorstrategien einen Durchbruch erleben. « Xi Liu, Head of Equity Strategy Research, Research Affiliates

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