Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

Die Fonds werden in der Studie als nicht regelkonform eingestuft, wenn sie zwei Quartale in Folge zu weniger als 80 Prozent in Anlagen investiert sind, die mit ihrem ange- gebenen Anlagefokus übereinstimmen. Andernfalls gelten sie als konform (siehe Grafik „Kein erkennbarer Einfluss“) . Methodisch basieren die Analysen auf einem Differenz-in- Differenzen-Ansatz imZusammenhang mit der Einführung der Vorschriften. Ergebnisse Zunächst bestätigen die Autoren die Ergebnisse der frühe- ren Studie, dass die Verordnung von 2001 kaum etwas ge- bracht hat Nicht konforme Fonds passten ihre Bestände nur marginal besser an ihre Namen an. Für die Vorschriften aus dem Jahr 2023 sieht es bislang ähnlich aus. In den drei Kategorien gab es wirtschaftlich gesehen nahezu keine Reak- tion. Anstatt ihre Portfoliobestände anzupassen, können Fonds die Vorschriften zwar umgekehrt auch einhalten, indem sie ihre Namen ändern. Doch sowohl für 2001 als auch für 2023 stellen die Autoren fest, dass nicht regelkon- forme Fonds nicht häufiger ihren Namen ändern als regel- konforme Fonds. Das deutet darauf hin, dass die Vorschrif- ten das Verhalten nicht wesentlich verändert haben. Hinzu kommt, dass die Regularien auch amMarkt nichts verändert haben. Die Forscher schreiben, dass es in beiden Zeiträumen keine Auswirkungen auf Mittelzuflüsse oder Renditen gab. Insbesondere verzeichneten nicht konforme Fonds keine nennenswerten Abflüsse. Im Jahr 2023 war es sogar so, dass nicht konforme Value-Fonds eher Zuflüsse erzielten. Die ausbleibende Reaktion der Investoren deutet darauf hin, dass entweder der SEC-Konformität keine Prio- rität eingeräumt wird oder der Markt nicht über ausreichen- de Informationen verfügt, um darauf zu reagieren. Morningstar sorgt für Transparenz Die bisher sehr begrenzten Effekte der Regulierung werfen die Frage auf, ob das Thema für Investoren überhaupt rele- vant ist.Denn sicherlich würden die Fonds weitaus schneller und stärker reagieren, wenn es infolge von Verstößen signi- fikante Mittelabflüsse gäbe. Am Ende sind also die Markt- mechanismen entscheidend. Auch das zeigen die Autoren in ihrer Studie. Demnach steht die Übereinstimmung des Fondsnamens mit den entsprechenden Morningstar Style Boxen aus guten Gründen weit oben auf der Agenda. Die Style Boxen klassifizieren Fonds anhand der Value- Growth-Ausrichtung ihrer Portfolios in entsprechende Stra- tegien. Deshalb untersuchen die Forscher, ob die Value- und Growth-Fonds ihrer Stichprobe konform gegenüber den Style Boxen sind, was die Zusammensetzung des Portfolios angeht. Dabei zeigt sich, dass die Fonds deutlich stärker auf eine Nichtkonformität mit der Style-Box-Kennzeichnung als auf eine Nichtkonformität mit den SEC-Regularien reagie- ren. Konkret verlagern Fonds, die als Value gekennzeichnet Die Bezeichnung vieler Fonds ermöglicht auch versierten Investoren nicht automatisch Rückschlüsse auf ihre Inhalte und Strategien, dennoch bringt ein Reglement, das Fondsanbieter zwingt in Fondsnamen möglichst viel Information zu verpacken wenig. N o . 3/2025 | institutional-money.com 127 Fondsnamen | THEORIE & PRAXIS FOTO: © M-PRODUCTION | STOCK.ADOBE.COM

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