Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025

sind systematische Liquiditätsschocks und der Ermessens- spielraum der General Partner (GPs) in Bewertungsfragen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Potenzial von Pri- vate Equity, die Gesamtperformance des Portfolios zu stei- gern, erheblich, insbesondere im Kontext der makro- ökonomischen Volatilität und ihrer Auswirkungen auf die Renditen. Die jüngsten Krisen auf den Finanzmärkten, darunter die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und Covid-19, haben viele Investoren dazu gezwungen, die Widerstandsfähigkeit und langfristige Beständigkeit ihrer Portfolios angesichts von Schocks zu hinterfragen und herauszufinden, ob bestimmte Schocks strukturelle oder strategische Auswirkungen auf die langfristige Persistenz haben. Dies wirft die Frage nach der Wirksamkeit der Diversifikation bei institutionellen Anlagen auf. Teurerer Leverage Darüber hinaus herrscht nun ein strukturell verändertes Zinsumfeld, das den von Private-Equity-Unternehmen in ihren Anlagestrategien häufig eingesetzten Leverage verteu- ert. In einem expansiven Zinsumfeld befürchten Investoren zunehmend, dass ein Mangel an Leverage die hohe Perfor- mance der letzten zwei Jahrzehnte infrage stellen könnte. Motiviert durch das wachsende Interesse an den Diversifi- kationsvorteilen von Private-Equity- und Venture-Capital- Investments untersucht diese Studie von Michelle Mi und Rumi Masih von der University of Queensland, wie wider- standsfähig die Renditen von Private-Equity- und Venture- Capital-Investments gegenüber realen Schocks sind. Die Stichprobe umfasst dabei den Zeitraum 1990 bis 2022. Unter realen Schocks verstehen sie solche bei traditionellen Vermögenswerten und jenen aus der Makroökonomie, die von verschiedenen Faktoren herrühren, die Renditen von Private-Equity- und Venture-Capital-Investments mehr oder weniger nachhaltig beeinflussen.Die Persistenz von Schocks auf das Verhalten einer Anlageklasse zeigt, wie anfällig die Anlageklasse für Volatilität ist – entweder direkt als Funktion eines exogenen Schocks oder indirekt über eine liquide Anlageklasse, die eine Auswirkung im Hinblick auf die Finanzierung von Private Equity und Venture Capital zeigt. Da es an den Märkten keinen „Free Lunch“ gibt, muss jeder Vorteil einer Anlageklasse in Gestalt eines oder mehrerer Nachteile erkauft werden. Was heißt dies in Bezug auf die zunehmend beliebter werdenden Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds? Eine aktuelle Forschungsarbeit ging dieser Frage nach. N o . 3/2025 | institutional-money.com 115 Private Equity und Venture Capital | THEORIE & PRAXIS FOTO: © UNIVERSITY OF QUEENSLAND UQ BUSINESS SCHOOL, KP | STOCK.ADOBE.COM » PE und VC reagieren empfindlich auf Schocks, sind aber langfristig widerstandsfähig und erlangen ihr Gleichgewicht wieder. « Rumi Masih, Industry Professor of Finance an der University of Queensland, Partner von Leinster Capital in London

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