Institutional Money, Ausgabe 3 | 2025
waren. Dieses Modell ist eine Weiterentwicklung der DiD- Methode, die die einzelnen DiD-Analysen (eine für jede Gruppe, genannt „Stack“) zu einer einzigen, umfassende- ren Analyse zusammenfasst. Die Autoren fanden heraus, dass die übernommenen Versicherer ihre Betriebskosten um 1,15 Prozentpunkte des gesamten investierten Vermögens senkten (siehe Grafik „Durchschnittliche Betriebskosten von Lebensversicherern“) . Die Kostensenkung ist in den beiden Geschäftsbereichen der Lebensversicherer, Versicherung und Investment, nicht gleichmäßig verteilt. Von Private-Equity-Unternehmen übernommene Versicherer reduzieren die mit ihrer Versi- cherungsfunktion verbundenen Kosten, nicht jedoch die mit ihrer Investmentfunktion. Während von Private-Equi- ty-Gesellschaften übernommene Versicherer die Gehälter ihrer internen Investmentteams um 0,02 Prozentpunkte (bezogen auf das gesamte investierte Vermögen) kürzen, wird dies durch einen Anstieg ihrer sonstigen investment- bezogenen Ausgaben – einschließlich Investmentgebühren (zum Beispiel Advisory Fees, Gebühren an verbundene Unternehmen für Trading und Depotgebühren) – ausge- glichen. Die Gehaltskürzung der internen Investment- teams ist bei den von Private-Equity-Gesellschaften über- nommenen Lebensversicherern nicht symmetrisch. Die Versicherer, die die Asset Manager der Private-Equity- Gesellschaften nutzen, kürzen die Gehälter ihrer internen Investmentmitarbeiter im Durchschnitt mehr als doppelt so stark wie diejenigen, die dies nicht tun. Privatplatzierungen Als Nächstes untersuchen Leverty, Schmit und Kim, ob Pri- vate-Equity-Übernahmen zu Veränderungen bei den Invest- ments der Versicherer führen, mit besonderem Fokus auf privat platzierte Anleihen. Lebensversicherer investieren stark in privat platzierte Anleihen und zunehmend auch in priva- te strukturierte Anleihen von Finanzintermediären. Privat platzierte Anleihen bieten in der Regel höhere Renditen als öffentliche Anleihen und bieten Versicherern die Möglich- keit, in ein breiteres Spektrum von Anleihenemittenten zu investieren, da einige Unternehmen ausschließlich privat platzierte Anleihen emittieren. Allerdings sind privat plat- zierte Anleihen weniger liquide, und die Emittenten weisen in der Regel eine geringere Kreditqualität auf. Die Autoren stellen fest, dass von Private-Equity-Gesellschaften übernom- Auswirkungen der PE-Übernahme auf Lebensversicherungsinvestments PE-Eigner bedeuten mehr private (strukturierte) Anleihen in der Asset Allocation der Lebensversicherungen. Darstellung der Koeffizienten aus der Schätzung eines gestapelten DiD-Modells. Die Punkte stellen die geschätzten Koeffizienten dar, während die Linien die 95-%-Konfidenzintervalle der Koeffizientenschätzungen sind. Die PE-Akquisitionen fanden zwischen 2014 und 2018 statt. Die Kontrollgruppe umfasst Versicherer, die zwischen 2011 und 2020 nie im Besitz einer PE waren. Links: Private Anleihen nehmen nach PE-Übernahme deutlich zu, ebenso die Positionen von strukturierten Private Bonds (rechts). Quelle: Studie -5 0 5 10 0 0,2 0,6 1 0,4 0,8 I +2 I +1 I 0 I -1 I -2 I -3 I +2 I +1 I 0 I -1 I -2 I -3 Allokationsanteil privater Anleihen in % Jahre seit der Übernahme durch PE Allokationsanteil privater strukturierter Anleihen in % Jahre seit der Übernahme durch PE » Nach der Übernahme steigt die Wahrschein- lichkeit, einen externen Asset Manager zu engagieren, der zum PE-Eigentümer gehört. « Prof. emeritus Joan Schmit, Chair of Risk Management 1994–2024 an der Wisconsin School of Business, Univ. of Wisconsin-Madison 110 N o . 3/2025 | institutional-money.com THEORIE & PRAXIS | Versicherungsinvestment FOTO: © UNIVERSITY OF WISCONSIN-MADISON » Versicherer mit PE-Eignern erhöhen ihr Exposure zu Privatplatzierungen statistisch signifikant relativ zu anderen Assekuranzen. « Tyler Leverty, Associate Professor for Risk and Insurance an der University of Wisconsin-Madison
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