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Hilfe von oben? Diese Kirche lässt manchen Hedgefonds alt aussehen

Die Church of England erwirtschaftet mit ihrem Stiftungsfonds himmlische Renditen, die nicht nur so manchen Asset Manager alt aussehen lassen, sondern überdies eigene Rekorde brechen – und all das mit gutem Gewissen.

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Der Mensch denkt und Gott lenkt. Die Banker der Church of England erwirtschafteten für den Stiftungsfonds ihrer Institution eine Traumrendite, die sogar weltliche Vermögensverwalter alt aussehen lässt. Mit einem Vermögenszuwachs von 17,1 Prozent für das Jahr 2016 konnte somit nicht nur das Ergebnis des Vorjahres fast verdoppelt, sondern gleichzeitig auch der beste Wert in 30 Jahren kirchlicher Investitionsgeschichte erreicht werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Damit haben die insgesamt 35 Banker, die für die Church of England in Sachen Vermögensmanagement tätig sind, sogar die US-Eliteuniversität Yale überholt, deren Stiftungsvermögensverwalter in vielen Jahren zweistellige Renditen erwirtschafteten und als Wegweiser der Branche gelten.

Breite Streuung, Aufwertungsgewinne
Für das Rekordergebnis 2016 machen die Kirchengeldverwalter zwei Dinge verantwortlich. Zum einen die Schwäche des Pfunds. Nach dem Brexit-Votum war der Kurs der britischen Währung abgestürzt. Zweitens loben sie ihre eigene Anlagestrategie. Sie lautet: "Breit fächern und daran festhalten.“

Zu verteilen und zu verwalten gibt es ein stattliches Kirchenvermögen in Höhe von 7,9 Milliarden Pfund (9,15 Mrd. Euro). Entscheidungshilfe liefert den Kirchen-Bankern ein ethisches Investment-Komitee, das Unternehmen, die ihre Geschäfte mit Waffen, Tabakwaren, Wettspiel, Alkohol, Pornografie oder der Vergabe hochverzinslicher Kredite betreiben, kategorisch meidet.

Das Portfolio besteht zu 26 Prozent aus Unternehmensbeteiligungen, 24 Prozent aus Ländereien und zu rund 12 Prozent aus Immobilien. Der Rest steckt in Aktien und Krediten, die der Fonds selbst an klerikale Einrichtungen vergibt.

Großbritannien kennt keine Kirchensteuer, die in Deutschland sogar automatisch eingezogen wird. Die Kirche in England muss also unternehmerisch denken – und möchte mit Investitionen ihr Vermögen mehren. Zu den Ausgaben gehören Pensionszahlungen, die Gehälter der Bischöfe, die Kosten für den Erhalt der Kirchengebäude und die Gemeinden. (aem)

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