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Wall Street-Investmentbanken erhalten Konkurrenz durch Regionalbanken

Einige regionale Institute treten beim Investmentbanking gegen die Wall Street an. Atlanta und Cleveland sind weit von der Wall Street entfernt, doch Banken in diesen und anderen US-Städten eifern ihren größeren Wettbewerbern nach, indem sie in den Bereich der Kapitalmärkte vordringen.

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Kleinere Regionalbanken in den USA steigen gegen die Großen der Wall Street in den Ring.

SunTrust Banks, KeyCorp und Citizens Financial gehören zu Regionalbanken, die ihre Kapazitäten im Bereich des Investmentbanking ausgebaut haben, während anderenorts hartnäckig niedrige Zinsen auf die Gewinne drücken. Jetzt ernten sie den Lohn dafür: Sie alle berichten rekordhohe Gebühreneinnahmen in den Sparten für das erste Halbjahr 2017, berichtet Bloomberg News.

7 der 11 größten Regionalbanken wildern im Wall Street-Revier

Die Erträge aus dem Investmentbanking bei sieben der elf größten Regionalbanken, die entsprechende Ergebnisse gesondert ausweisen, sind in den ersten sechs Monaten des Jahres zusammengenommen um 339 Millionen US-Dollar angestiegen. Die Banken bieten unter anderem Beratung zu Fusionen, Konsortialführung bei Anleihen und Begleitung bei der Kapitalbeschaffung all jenen mittelgroßen Firmen an, um die sie sich seit langem bereits mit Routine-Bankdienstleistungen kümmern. 

Unterschätzte Provinz

Dieses Segment des Marktes hatte in den vergangenen Jahren Interesse an Wachstum gezeigt. Rund 31 Prozent der Firmenmanager in einer Umfrage von SunTrust erklärten unlängst, dass sie eine große Kapitalinvestition in den kommenden fünf Jahren tätigen wollen. Und 17 Prozent erklärten, sie hätten Interesse an der Akquisition eines anderen Unternehmens.

Investmentbankengeschäft war bei Goldman rückläufig

Die entsprechenden Geschäftsbereiche der Regionalbanken sind zwar deutlich kleiner als bei den Branchenschwergewichten wie etwa JPMorgan Chase. Doch die Tatsache, dass die kleineren Finanzinstitute ein Ertragswachstum im Investmentbankgengeschäft in einem Quartal berichten, in dem Goldman Sachs einen Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausweist, spricht Bände. "Das ist ein sehr ausgeprägter Bereich unseres Geschäftsmodells", sagt Beth Mooney, Vorstandschefin von KeyCorp, in einem Telefoninterview mit Bloomberg. "Wall Street steckt viel tiefer im Handel und in Market-Making-Aktivitäten als in Kern-Kundenbeziehungs-Investmentbanking und Beratung für mittelgroße Unternehmen."

SunTrust vorne weg

SunTrust war besonders engagiert beim Ausbau der Kapazitäten. Im vergangenen Jahr erklärte die Bank, sie wolle 200 Leute einstellen im Rahmen von Bemühungen, die Beratung zu Fusionen und Übernahmen für mittelgroße Firmen auszubauen. Die Bank expandierte zudem über ihre Heimatbasis im Südosten der USA hinaus. Unter anderem in San Francisco, Chicago und Dallas wurden neue Geschäftsstellen eröffnet. Die Erträge aus dem Investmentbanking stiegen im vergangenen Quartal dann auch um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 147 Millionen Dollar, wie SunTrust vor wenigen Tagen mitteilte. Begründet wurde dies unter anderem mit stärkerer Aktivität bei syndizierten Finanzierungen und der M&A-Beratung.

KeyCorp folgt auf dem Fuße ....

Bei KeyCorp kletterten die Erträge aus dem Investmentbanking und der Platzierung von Anleihen in dem Quartal sogar um 38 Prozent auf 135 Millionen Dollar. Die Bank aus Cleveland hatte ebenfalls neue Mitarbeiter an Bord geholt und so unter anderem die Teams rund um Aktien-Verkauf und -Handel gestärkt.

... und auch Citizens Financial gibt Gas

Citizens Financial aus Providence, Rhode Island, verzeichnete derweil ein Plus von 34 Prozent auf 51 Millionen Dollar bei den Erträgen aus dem Kapitalmarktgeschäft. CEO Bruce Van Saun machte dafür ein starkes Kredit-Syndizierungsgeschäft verantwortlich. Im Mai hatte die Bank Western Reserve Partners übernommen, einen Berater für Fusionen und Übernahmen aus Cleveland. Dadurch wuchs die Kapitalmarktsparte um rund 30 Banker. "Wir haben das Gesamtgewicht und die Qualität unserer Kapitalmarktambitionen ausgebaut", sagt Van Saun in einem Interview mit Bloomberg. "Daher ist es eine Kombination aus einer wachsenden Kundenbasis und der Vergrößerung der Fähigkeiten, die zu dieser Zugkraft führten." (kb)

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