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| Theorie

Real I.S.-Vorstand Jochen Schenk: Club Deal oder Spezialfonds?

Das Vorstandsmitglied von Real I.S. aus München, Jochen Schenk, geht in einem exklusiven Gastbeitrag der Frage nach, ob institutionelle Immobilieninvestoren besser auf Spezialfonds oder auf Club Deals setzen sollten. Entscheidend sei laut Schenk jedenfalls eine professionelle und gute Beratung…

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Jochen Schenk, Real I.S.: "Bei anstehenden Investitionen müssen deshalb die jeweiligen Bedürfnisse genau geprüft werden, ehe die Entscheidung für einen Club Deal oder einen Immobilienspezialfonds getroffen wird. Beide Anlagestrategien haben Vorteile."

Die hohe Nachfrage institutioneller Anleger nach Immobilien in Deutschland wird sich nach dem Brexit mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter fortsetzen, erklärt Jochen Schenk, Vorstand von Real I.S. vor dem Hintergrund eines boomenden Immobilienmarkts in Deutschland: So nahm bereits 2015 das Transaktionsvolumen bei deutschen Immobilien um beinahe 50 Prozent zu und lag mit 79 Milliarden Euro erstmals wieder über dem Niveau des letzten Vorkrisenjahres 2007. Auch für das Jahr 2016 bleiben die Marktaussichten überaus positiv, selbst wenn bislang kein neuer Rekord zu erwarten ist. Das lässt bei vielen institutionelle Investoren die Frage aufkommen, ob sie lieber auf Immobilienspezialfonds, oder gar auf Club Deals setzen sollen. Schenk beantwortet in einem exklusiven Gastbeitrag für Institutional Money diese interessante Frage:

"Club Deals bieten Vorteile gegenüber Immobilienspezialfonds. So haben Club Deal-Investoren in der Regel vorab deutlich formulierte Ziele und klar definierte Zeitfenster, die bei der Auswahl der Portfolios berücksichtigt werden. Dank dem Trend zu regionalen Investments und einer oftmals gleichen Verteilung des Investitionsvolumens auf die beteiligten Parteien behalten alle „Club“-Mitglieder ein hohes Maß an Überschaubarkeit und Kontrolle über ihre Anlagen. Zusätzlich sind die Hürden beispielsweise beim organisatorischen Vorlauf der BaFin-Registrierung von Immobilienspezialfonds bei Club Deals erheblich geringer.

Andererseits sind Club Deals teilweise auf individuelle Wünsche der Beteiligten zugeschnittene Anlageprodukte, was an dieser Stelle einen erhöhten Aufwand und einen Verlust an Effizienz bedeuten kann. Deshalb können die klaren und einfachen Strukturen sowie die standardisierten Abläufe eines Immobilienspezialfonds den organisatorischen und zeitlichen Mehraufwand vor Beginn des Fondsvertriebs auch wieder wettmachen. Gleichzeitig kann der Zugang zu Immobilienportfolios, die Vorteile aus Risikogesichtspunkten bieten, einfacher über diese Strukturen erfolgen.

Die Umsetzung eines Club Deals stellt institutionell ausgerichtete Asset-Manager ebenso wie Club Deal-Initiatoren vor besondere Herausforderungen. Einerseits ist die Zahl der potentiellen Investoren nicht allzu groß. Das hängt mit der Größenordnung des zu allokierenden Kapitals zusammen und mit der Möglichkeit über andere getätigte Investments eine Streuung im individuellen Portfolio zu erreichen. Zum anderen ist ein Club Deal in der Regel ein Einzelinvestment mit allen Chancen und Risiken.

Es müssen deshalb solche Immobilien identifiziert werden, die sich als individualisierte Produkte eignen. Club Deals erfordern, anders als Fondsanlagen, die beständige aktive Mitwirkung der Investoren mit kurzen Entscheidungszeiten. Die Rahmenbedingungen des Investments müssen eng mit den potentiellen Investoren abgestimmt werden und der Initiator verhandelt zeitgleich die letzten Details im Immobilienankauf aus. Dies erfordert auf beiden Seiten auch ein bestimmtes Vertrauensverhältnis.

Bei anstehenden Investitionen müssen deshalb die jeweiligen Bedürfnisse genau geprüft werden, ehe die Entscheidung für einen Club Deal oder einen Immobilienspezialfonds getroffen wird. Beide Anlagestrategien haben Vorteile. Es liegt in der Verantwortung des erfahrenen Asset-Managers diese Vorteile mit Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse der Investoren herauszuarbeiten." (aa)

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