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27.03.2015

J.P. Morgan schlägt Deutsche Bank im Bondhandel in den profitabelsten Handelssegmenten

Einige Wall-Street-Banken sind besser als andere darin, sich auf die gewinnbringendsten  Handelssegmente bei Anleihen zu konzentrieren. Spitzenmäßig ist hier J.P. Morgan Chase unterwegs, denn dieses Haus erzielt beispielsweise weltweit die höchsten Erträge aus Festverzinslichen, obwohl die US-Bank beim Handelsvolumen lediglich Platz vier belegt. Dies belegen Daten von Greenwich Associates. Hingegen kommt die Deutsche Bank auf den höchsten Handelsanteil, jedoch auf einen geringen Teil der Erträge als J.P. Morgan und auch Citigroup.

 

Nachdem neue Vorschriften die weltgrößten Banken veranlasst haben, Vermögenswerte in Höhe von Milliarden von Dollar aus ihren Bilanzen zu entfernen und die Häuser tausende von Stellen abgebaut haben, sind sie gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen, wo sie ihre Energien einsetzen wollen. Während das größte Bondhandelshaus der Welt immer einen gewissen Reiz haben wird, ist es nicht unbedingt mehr die Cash Cow, die es einst war. Diese Realität scheint sich auch allmählich bei der Deutschen Bank durchzusetzen. Die Führung erwägt, das Handelsgeschäft zu schrumpfen, um den Gewinn anzuschieben, berichtete ein Informant gegenüber Bloomberg.

 

Denken in Markt- statt Ertragsanteilen wird unter Basel III teuer

 

“Es ist nun ein Rentabilitätsspiel”, sagt Kevin McPartland, Leiter Analyse für Marktstruktur und Technologie bei Greenwich Associates in Stamford. “Man kann einen riesigen Anlagekunden haben, der enorme Handelstransaktionen bringt, aber diese Kunden sind häufig recht anspruchsvoll. Wenn man ihnen bessere Preise gibt, erzielt man weniger Gewinn pro Handelsgeschäft.”

 

Es ist kein Geheimnis, dass einige Arten des Anleihehandels attraktiver sind als andere. US-Staatsanleihen wechseln im Durchschnitt häufiger den Besitzer als risikoreichere Unternehmensanleihen, bringen aber geringere Broker-Provisionen pro Transaktion ein. Der große Nachteil beim risikoreicheren Anleihegeschäft liegt darin, dass Banken ein größeres Volumen an Kapital vorhalten müssen, um potenzielle Verluste bei den von ihnen gehaltenen Papieren auszugleichen. Das hat stärker auf die Bankengewinne gedrückt, seit der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht neue Eigenkapitalvorschriften verabschiedet hat, um eine Wiederholung der Finanzkrise 2008 zu vermeiden.

 

DB mit dem größten Marktanteil im Rentenhandel, JPM verdient aber mehr

 

Deutsche Bank dominiert weltweit den Bereich Festverzinsliche, auf sie entfällt 10,1 Prozent der Aktivität, wie aus einer Umfrage von Greenwich Associates aus dem Jahr 2014 hervorgeht. Dennoch kommt das Frankfurter Geldhaus den Daten zufolge nur auf 9,1 Prozent der Erlöse. JPMorgan hingegen kommt auf 10,5 Prozent der Erlöse, auf die Banke entfällt aber nur geschätzt 9,1 Prozent vom weltweiten Geschäft mit Festverzinslichen. Banken, die einen Großteil ihrer Transaktionen mit margenärmeren  Produkten wie US-Treasuries und staatlich gesicherten Hypothekenpapieren machen, haben tendenziell einen höheren Markt- als Erlösanteil, erläutert McPartland. Allgemein gelte, je mehr Volumen man bewältigte, desto mehr Geld könne man verdienen, schrieb er am Mittwoch auf der Website von Greenwich Associates, aber wie bei allen Dingen gelte auch für die Finanzmärkte, dass eben um mehr als lnloße Marktanteile gehe. (kb)

Kategorie: Märkte