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24.10.2014

Amundi kauft Asset Manager in Österreich

Die BAWAG P.S.K aus Österreich verkauft ihre hundertprozentige Tochter BAWAG P.S.K. Invest, die per 30. Juni 2014 insgesamt 78 Fonds mit einem Volumen von insgesamt 4,6 Milliarden Euro für Retail- und institutionelle Investoren verwaltet, an die französische Amundi. Das Closing soll möglichst noch bis Ende dieses Jahres erfolgen, spätestens Anfang 2015. Der Kaufpreis war bis dato nicht in Erfahrung zu bringen. Fondsgesellschaften werden aber im Falle einer Übernahme in der Regel in einer Bandbreite von 0,2 bis 0,8 Prozent ihrer verwalteten Assets bewertet. Im Falle der BAWAG P.S.K. Invest könnte der Preis schätzungsweise zwischen 9,2 und 36,8 Millionen Euro liegen. Das Mutterhaus BAWAG P.S.K gehört mehrheitlich den US-Investoren Cerberus und Golden Tree. Insbesondere Cerberus, der 2007 das damals durch Fehlspekulationen in Schieflage geratene Bankhaus dem österreichischen Gewerkschaftsbund abkaufte, will seit Jahren Kasse machen und die BAWAG P.S.K entweder zu einem guten Preis weiterverkaufen oder am liebsten über einen Börsengang aussteigen.

 

Vertriebsoffensive in Österreich

 

Amundi, die Fondstocher der französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale, soll die BAWAG P.S.K. Invest von Österreich aus führen und deren Vertriebskraft nutzen. Wie zu erfahren war, sollen die 34 BAWAG P.S.K. Invest-Mitarbeiter weiter beschäftigt werden, auf ihren neuen Businesscards wird jedoch eine neue Firma stehen: „Amundi BAWAG P.S.K. INVEST GmbH" Die BAWAG P.S.K. wird die Fonds von Amundi Asset Management sowohl über ihre digitalen als auch über ihre stationären Multikanal-Vertriebsschienen anbieten, die auch rund 500 Filialen in ganz Österreich umfassen. Die Franzosen wollen als führender europäischer Vermögensverwalter (800 Milliarden Euro an Assets) mit diesem Schritt ihre Stellung auch im 156 Milliarden Euro schweren österreichischen Markt stärken.

 

Übernahme löst viele Fragen aus

 

Mit der Übernahme seitens der Franzosen stellt sich die Frage nach der Fortsetzung bestehender Kooperationen: So lässt die BAWAG P.S.K. Invest Fonds, wie beispielsweise den BAWAG P.S.K. Global High Yield Bond Kurz, von Asset Managern wie Barings verwalten oder hat Vertriebsvereinbarungen mit Moventum oder der Capital Bank. Nachhaltigkeitsbewertungen erfolgen beispielsweise durch die Researchagentur Sustainalytics aus Frankfurt. Alle genannten Kooperationen laufen jedenfalls „vorläufig weiter", wie BAWAG P.S.K. Invest auf Anfrage von INSTITUTIONAL Money informierte. Beim Kerngeschäft eines jedes Asset Managers, dem Fondsmanagement respektive beim Anlagestil, sind laut BAWAG P.S.K. Invest jedenfalls „keine Änderungen angedacht".

 

Auch das Top-Management um die beiden Geschäftsführer Alois Steinböck und Robert Kovar, sollte an Bord bleiben. Dafür spricht die Art und Weise Amundis bei der Übernahme der Rentenboutique Smith Breeden Mitte 2013: Das Management wurde mitübernommen und darf seinem Stil treu bleiben, lediglich der Firmenwortlaut wurde auf „Amundi Smith Breeden" geändert.

 

Konzentration aufs Privatkundengeschäft

 

Baron_Haynes„Die BAWAG P.S.K. INVEST ist ein großartiges Unternehmen und wir sind stolz auf die Rolle, die es in der Vergangenheit für die BAWAG P.S.K. gespielt hat“, sagte CEO Byron Haynes. „Amundi wiederum ist das richtige weltweit agierende Unternehmen, das ein weiteres Wachstum des Unternehmens zum Vorteil unserer Kunden und der Mitarbeiter ermöglicht. Diese Transaktion passt zu unserer Strategie und ermöglicht uns, die Partnerschaft mit einem Vermögensverwalter von Weltklasse. Gleichzeitig können wir uns auf das konzentrieren, was wir am besten können – auf unser Privatkundengeschäft.“

 

Strategische Vertriebspartnerschaft

 

Yves_Perrier„Diese Übernahme entspricht vollkommen unserem Ziel, unser internationales Geschäft zu forcieren“ ergänzte Yves Perrier (Bild links), CEO von Amundi. „Eine langfristige strategische Vertriebspartnerschaft mit der BAWAG P.S.K., einer der führenden Banken in Österreich mit 1,6 Millionen Kunden, unterstreicht unsere anerkannte Expertise als Partner erster Wahl, für Kunden von Banken Veranlagungslösungen bereitzustellen.“ (aa)

 

 

Kategorie: Märkte, Kongress-News

 
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