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| Theorie

Cerulli: Asset Manager sollen Solvency II-freundliche Produkte bringen

Cerulli Associates fordert die Asset Management-Industrie auf, Solvenzkapital-(SCR)-schonende Produkte zu entwickeln und den Versicherern anzubieten, um Geschäft mit der Assekuranz an sich zu ziehen.

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Outsorcing-Trends hängen von der Größe des jeweiligen Versicherers ab: Einige der größten Player managen den Großteil ihrer Assets intern, deren Diversifikationsbestrebungen in Richtung unorthodoxer Assetklassen zwingt sie allerdings, das Management dieser schwierigen "Non-Mainstream"-Assetklassen außer Haus zu geben. 

Fast 28 Prozent aller von Cerulli Associates für den Report "European Insurance Industry 2017: Charting a Successful Path in the New Landscape" befragten Asset Manager, stimmen der Aussage zu, dass einige der größten europöischen Versicherer das Management ihrer Investments wieder zurück ins eigene Haus verlagern. Etwas mehr als 70 Prozent erwarten aber hingegen, dass das Outsorcing des Asset Managements durch die Assekuranz zunehmen wird, auch zum Teil als Antwort auf die Einführung von Solvency II. Somit existiert großes Potential für die Branche, Geschäftsbeziehungen zur Assekuranz auszuweiten. 

Cerulli schätzt, dass Ende des Jahres 2015 15,6 Prozent aller Versicherer-Assets grundsätzlich für die Asset-Management-Industrie adressierbar waren. Angesichts der intensiven Suche nach Rendite sollte sich dieser Anteil bis 2010 auf 19,5 Prozent erhöhen. Im Besonderen sollen kleinere und mittlere Versicherer in Europa das Management von Assets verstärkt an Dritte auslagern, das sie für die gestiegenen Anforderungen zu wenig interne Expertise aufweisen. Auch wird sich bei geringeren Assets der Aufbau spezialisierter Teams nicht lohnen. 

Steigende Komplexität zwingt zur Auslagerung

Der Anteil an auszulagernden Assets nimmt mit der größeren Komplexität unorthodoxer Investments zu, merkte Barbara Wall, Managing Director Europe bei Cerulli Associates, anlässlich der Vorstellung der Studie an. Kleinere Versicherer könnten Infrastructure Debt oder Real Estate Debt einfach nicht mit ihren in-house Kapazitäten abdecken und wäre damit zum Outsorcing gezwungen. 

Geforderte Asset Manager

Signifikante Hürden gilt es für jene Asset Manager zu überwinden, die mit der Assekuranz ins Geschäft kommen möchten. Das mangelnde Verständnis der Industrie für die Bedürfnisse der Versicherer hält viele vom Outsorcing ab. Manzwingt dann das hauseigene Asset Management, das Management heikler Assetklassen zu übernehmen. Asset Manager müssen daher ihr Verständnis für die Anforderungen der Versicherer erhöhen und "Look-Through", also die Durchschau auf die Einzelpositonen des Portfolios, sowie Datentransparenz anbieten. 

Beziehungsaufbau entscheidend

Vertrauensaubau ist essentiell, und Offenheit in der Kommunikation ein ganz entscheidender Baustein, um eine tragfähige Basis für die künftige Zusammenarbeit zu finden. Auch regionale Besonderheiten gilt es zu beachten, um Geschäft zu gewinnen. Nur ein Produkt für alle Versicherer anbieten zu wollen, ist wohl der falsche Weg. (kb)

 

 

 

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