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Volatilitäts-Killer: Laut Mobius gibt es neue Verdächtige

Der medial nicht wirklich scheue Star-Investor Mark Mobius will einen neuen Schuldigen für das rätselhafte Ableben der Volatilität gefunden haben – und zwar Soziale Medien. Der Verdacht ist teils schlüssig, bemerkenswert ist aber, welche Analogien die aktuelle Situation zur Vergangenheit zulässt.

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Einen Moment des Nachdenkens gönnt sich Star-Investor Mark Mobius in einer immer hektischer werdenden Welt, die an den Märkten eine Menge an "Noise" hervorruft. Genau dieses, vor allem von Sozialen Medien hervorgerufene Störfeuer, sorgt laut Mobius für Verunsicherung, und bringt Marktteilnehmer dazu, lieber nichts zu unternehmen, bevor ein fataler Fehler unterläuft. Im nächsten Bild haben wir versucht, einen möglichen Zusammenhang zwischen sozialen Nachrichten und Volatilität herzustellen.

Mark Mobius, seines Zeichens Executive Chairman der Templeton Emerging Markets Group, will das Volatilitäts-Mysterium gelöst haben. In einem Interview mit Bloomberg-TV erklärt er, der bemerkenswerte Einbruch der Marktschwankungen habe unmittelbar mit dem Aufstieg der sozialen Medien zu tun. In seiner Argumentation führt er die Unzahl an falschen oder halbwahren Nachrichtenströme an, die dazu beitragen, dass unverhältnismäßig viel "Noise" entsteht und eine effiziente Preisfindung erschweren. Ironischerweise habe aber genau diese Hektik eine beruhigende Wirkung auf den Markt. Denn sobald Investoren nicht mehr wüssten, welche Informationen nun korrekt und welche irreführend sei, würden diese sagen, "vergiss es, ich mache gar nichts", wie es Mobius ausdrückt.

Tatsächlich sind diverse Volatilitäts-Indizes extrem gefallen, ein Vergleich zwischen den User-Daten des New-Social Media-Netzwerks Twitter widerlegt die Mobius-These zumindest nicht (siehe Bildgarlerie oben), für einen echten Nachweis des Verdachtes sind die Zeitreihen aber zu kurz.

Nicht zu kurz ist jedoch die mögliche Rückbetrachtung des CBOE-Volatility-Index. Lässt man die Zeitreihen weit genug in die Vergangenheit gleiten, stellt sich eine bemerkenswerte Parallelität zur Vergangenheit ein: "Eine gewisse Apathie hat sich auf eine derart rasche Art und Weise ausgebreitet, dass starke Erinnerungen an 2005 und 2006 wach werden. Damals schien es so, als könnte nichts und niemand die Märkte aus der Ruhe bringen", wie es der Nomura-Stratege George Goncalves in einer Kurz-Analyse formuliert.


Der CBOE-Volatility-Index erinnert derzeit stark an die Situation von 2005 – 2006

Quelle: Bloomberg


Besonders kalmierend haben sich dabei die Wahlen in Frankreich und makroökonomische Daten erwiesen, die in der Regel die Analystenerwartunge ge-, oder übertroffen haben. Übrigens geht man auch bei Barclays davon aus, dass die Volatilität weiterhin niedrig bleiben wird. Begründet wird das jedoch nicht mit Social Media Aktivitäten, sondern damit, "dass es derzeit keine klaren Themen oder größere Risken gibt, die zu taktischen Allokationen einladen." (hw)

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