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Star-Analyst gründet Firma, will von MiFID-Regulierung profitieren

Das Aktien-Analyse-Unternehmen Melius Research will bei der Bezahlung durch die Kunden ein dreistufiges System verwenden. Das erklärte CEO und Top-Analyst Scott Davis in einem Interview mit Bloomberg. In dieser Woche wurde die Coverage von Aktien durch die neu gegründete Firma aufgenommen.

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© T. R. / Fotolia

Kunden, die Kern-Analysen kaufen, müssen 15.000 US-Dollar pro Quartal oder 60.000 US-Dollar für ein Jahr bezahlen, während ein so genannter "Kern-Plus"-Zugang mit 120.000 US-Dollar pro Jahr zu Buche schlägt. Die oberste Stufe namens "Priorität" kostet jährlich mindestens 180.000 US-Dollar.

Sehr guter Track Record

"Kunden wollen Transparenz bei dem, für das sie bezahlen", sagt der ehemalige Barclays-Analyst. Die bevorstehenden europäischen MiFID-II-Regeln, die eine Trennung von Analyse-Bezahlung und Handelsgebühren vorschreiben, seien ein wichtiger Katalysator für die Gründung der Firma gewesen. Melius wurde seinen Worten zufolge so eingerichtet, dass die Vorschriften bereits ab dem ersten Tag vollständig eingehalten werden. Davis wird bereits seit 2010 von Institutional Investor als bester Multi-Industrie-Analyst eingestuft. Und Gründungspartner Carter Copeland zählte 2016 zu den Top-3-Analysten im Luftfahrt- und Rüstungssektor. Mit seinen rund 17 Mitarbeitern will das Unternehmen zunächst rund 70 Aktien beobachten und bewerten. Los geht es mit dem Sektor Luftfahrt und Rüstung. Später soll das Angebot dann auf Maschinenbau- und Multi-Industrie-Analysen ausgebaut werden. 

Obwohl die Erwartungen dahingehen, dass die Ausgaben für Analysen wegen MiFID II insgesamt zurückgefahren werden, meint Davis, dass die "Wall Street ein großer Ort ist" mit "einer Menge Geld, das noch immer für Analysen ausgegeben wird".

Drei Gebührenmodelle

Kern-Analysen umfassen ein schreibgeschütztes Abonnement sowie Gruppen-Konferenzgespräche. Kern-Plus umfasst Modelle, Zugang zu Analysten und Reisen Priorität umfasst proprietäre Datensätze Melius wird ein 5-stufiges Rating-System haben, mit Kurszielen auf einer 2-Jahres-Basis. 60.000 US-Dollar ist ein "Break-Even"-Preispunkt; Partner nehmen keine Gehälter, bis es "ein fantastisches" Verhältnis mit Kunden gibt. Etwa 2500 Vermögensverwalter würden wahrscheinlich für Melius-Analysen in Frage kommen. Die Firma zielt auf rund hundert ab, wobei Melius bereits Erlöse oberhalb der Erwartungen erzielt hat. Von der Reaktion auf die Firmengründung war man "überwältigt". 

Das lateinische Wort Melius wird in das japanische Wort "kaizen" übersetzt, was "kontinuierliche Verbesserung" bedeutet, wie aus dem Leitbild der Firma hervorgeht. (kb)

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