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Skandinavien-IPO-Boom befördert kleine nordische Bank auf Rang eins

Von der Rekordanzahl an Börsengängen im Norden Europas in diesem Jahr profitieren einige Banken mehr und andere weniger. Angeführt wird das Ranking im bisherigen Jahresverlauf klar von nordischen Banken: Carnegie Investment Bank liegt auf dem ersten Platz, gefolgt von Danske Bank.

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© kritchanut

Unter den nicht-nordischen Banken schlägt sich bei der Begleitung von IPOs niemand besser als Goldman Sachs. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor. Auch die Deutsche Bank gehört zu den Finanzinstituten, die dort einiges zu tun haben. 

Lukratives Geschäft

Es ist eine lukrative Zeit, um Börsengänge im Norden Europas zu begleiten. Tony Elofsson, Leiter Aktienkapitalmärkte bei Carnegie in Stockholm, sagt gegenüber Bloomberg News, es sei viel Geld für Aktieninvestments, aber vor allem für IPO-Investments verfügbar. Die Nachfrage sei seinen Worten zufolge über alle Sektoren zu spüren. Carnegie ist eine schwedische Investmentbank, deren Wurzeln bis 1803 zurückreichen. In diesem Jahr konnte sie den größte nordischen Finanzkonzern, die Nordea Bank, als führenden Begleiter von Aktienemissionen überholen (siehe Grafik).

Die Verschiebungen beim Ranking fallen zusammen mit dem geschäftigsten IPO-Jahr in der nordischen Region seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen, wie Daten von Bloomberg belegen.

Bestes IPO-Jahr ever in Skandinavien

"Es ist jetzt bereits seit ein paar Jahren ein starker Markt, und die Leute haben das ausgenutzt", sagt Michael Zeier, Co-Chef globale Unternehmensfinanzierung und Investmentbanking bei Nordea. "Firmeneigentümer und Unterstützer haben in vielen Fällen ihre geplanten Börsengänge vorgezogen, weil der Aktienmarkt sehr stark war."

Größte Zahl an Deal, aber kleinvolumiger, da Monsterdeals fehlen

Zwar ist die Anzahl der Börsengänge in diesem Jahr höher, mit 88 bis September im Vergleich zu 64 im Vorjahr. Doch das Volumen dieser IPOs insgesamt liegt rund 20 Prozent niedriger. Das liegt vor allem daran, dass Dong Energy A/S und Nets A/S vieles in den Schatten stellten, als sie vergangenes Jahr zusammen rund 5 Milliarden US-Dollar einsammelten. In den letzten zwölf Monaten hatten sich kleine Transaktionen gut bewährt, denn "sie bieten Diversifizierung und versorgen einen Markt, auf dem es überschüssige Nachfrage nach neuen Transaktionen gibt", sagt Zeier. "Wachstum liegt derzeit im Fokus bei Investoren und kleinere Unternehmen tendieren dazu, attraktivere Wachstumsaussichten zu haben."

Globaler Trend gegenläufig: Höhepunkt 2015

Die Aktienemissionen in der nordischen Region stehen im Gegensatz zum globalen Trend. Die Anzahl der Transaktionen erreichte in großen Volkswirtschaften, einschließlich der USA und China, bereits 2015 ihren Höhepunkt - auch wenn das Volumen weiter zulegte.  Private-Equity-Firmen profitierten im Besonderen vom derzeitigen Marktumfeld, das Ausstiege begünstigt, sagt Elofsson von Carnegie. 

Carnegie war im September am IPO des Angry-Birds-Spielehersteller Rovio Entertainment Oyj sowie an der Aktienemission des Online-Händler Boozt AB im Mai beteiligt. Carnegie half zusammen mit Nordea auch beim größten Börsengang in der Region in diesem Jahr, als Munters Group AB im April etwa 4 Milliarden Kronen beschaffte.

Nykredit arbeitet mit großen Namen am IPO

Aber keine der beiden Banken wurde ausgewählt, um den anstehenden Börsengang der Nykredit Realkredit A/S zu begleiten, der voraussichtlich die größte Erst-Aktienplatzierung in mehr als zwei Jahrzehnten einer nordischen Bank sein wird. Nykredit hat sich für Morgan Stanley, JPMorgan und Danske Bank entscheiden. (kb)

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